Death-Metal-Gemetzel mit Aborted und Mephistophelian (2012)!
Autor: Rok Klemše
Fotos: Nina Grad
Ort: Orto Bar
Konzertdatum: 25.06.2012
Besucherzahl: 100
Der Sommer ist eigentlich die Zeit für leichte Musik, Heavy Metal und Open-Air-Festivals. Er kann aber auch die Zeit für brutalen Death Metal sein, untermauert von den widerlichsten Gore-Texten aus dem Schädel von Sven de Caluwa, dem Kopf hinter der belgischen Band Aborted, die am Montag im Orto Bar, ihrer persönlichen Schlachterei, haltgemacht und das kürzlich erschienene Album Global Flatline vorgestellt hat.
Den Orto Bar brachten zuerst die heimischen Death-Metal-Hoffnungsträger Mephistophelian ordentlich zum Beben – die sind kürzlich beim Wacken Metal Battle fast ganz oben gelandet, mussten den Sieg dann aber in Kroatien einer kroatischen Band überlassen. Macht nichts, die Jungs schlachten gnadenlos weiter mit zerstörerischem Death Metal, der durch einen Fleischwolf brutaler Riffs, Kanonendonner am Schlagzeug, wirklich dynamische Basslinien (die an den phänomenalen Alex Webster erinnern) und einen vielseitigen Gesang glänzt, der sowohl Schreien als auch aggressives Grunzen und diese wirklich tiefen, sausäuischen »Bre-Bre«-Parts beherrscht. Diese vokale Dualität passte diesmal richtig gut zu den Headlinern des Abends, denn auch Sven von Aborted greift auf ähnliche Gesangstechniken zurück. Mephistophelian bewegen sich zwar größtenteils in bekannten Death-Metal-Gewässern, aus der Generik rettet sie aber die exzellente Performance mit guten Ideen und ein kompromissloser Ansatz zu Death Metal, der so stark ist, dass man das Gefühl kriegt, Pinhead persönlich würde einen in die Drehmaschine begleiten – »Welcome to the Worst Nightmare of All: Reality!« So guten Death Metal haben wir hier seit mindestens Supremacy nicht mehr gehört!
Die belgische (naja, belgisch eigentlich nur wegen Frontmann und einzigem noch verbliebenen Originalmitglied Sven de Caluwa) Band hat die Ohren mit einer kranken, verderbten, bastardhaften Mischung aus Death Metal und Grind weggefetzt. Aborted spielten bei uns zuletzt letzten Dezember, als sie im Rahmen ihrer Tour das zehnjährige Jubiläum von Engineering the Dead feierten. Diesmal sind Aborted mit der frischen Scheibe Global Flatline nach Ljubljana gezogen und haben den Orto zu Hackfleisch gemacht. Sven hat mit seiner Killertruppe den Laden in einen Haufen Blut verwandelt – die mörderischen Songs folgten Schlag auf Schlag, Sven grunzte wie ein Eber und quiekte wie Babe, die Band schnitt und sägte gnadenlos wie Leatherface, Mike Myers und Jason in einem. Die Wucht der Band übertrug sich auch aufs Publikum, das trotz Montag etwas mehr Energie zeigte als zuvor bei Mephistophelian. Es fehlte weder an Schlachtstücken wie Coronary Reconstruction noch an Songs für die Mädels (Meticulous Invagination) oder Songs übers Kacken (Expurgation Euphoria). Abgerundet mit fetten, kranken Ansagen von Sven. Schön zu hören, dass die Songs von Global Flatline problemlos mit den Klassikern von Goremageddon und The Archaic Abattoir mithalten können. Als überzeugter Carcass-Fan habe ich nur ein Medley aus Slaughter & Apparatus vermisst, das stark von diesen Death/Grind-Giganten inspiriert ist. Nach einer guten Stunde hinterließen Aborted im Orto nur von den Wänden tropfende Eingeweide, auf dem Boden verschmierte menschliche Überreste und im Bluthaufen stöhnende Zuschauer. Kurz, aber süß. Wie ein Gläschen frisches, eisgekühltes, frisch abgezapftes Blut.
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