Bang Your Head!!! Festival (zweiter Tag) – das krönende Donnern der Thrash-Metal-Götter (2011)

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Autor: Urban Bolta
Fotos: Aleš Podbrežnik

Ort: Messegelande / Balingen / Deutschland
Konzertdatum: 15.07.2011
Besucherzahl: 14
Ticketpreis: 80€ (Zweitageskarte)

Und schon ist der zweite Tag des BYH!!! 2011 dran. Nur so viel vorweg: Nachts haben wir in den Zelten gefroren, denn die Temperatur kletterte auf gerade mal 6° C über null.

IVANHOE:
Der zweite Tag des diesjährigen Bang Your Head!!! Festivals hat endlich auch mal Prog Metal zu bieten! Dafür sorgten die Deutschen von Ivanhoe aus Bietigheim. Auch wenn der Name eher unbekannt klingt: Ivanhoe gibt es schon seit 1986. Bis zum Debüt war es ein langer Weg, es erschien erst 1992. Die Band war mit ihrem Auftauchen auf der Szene, ähnlich wie Vanden Plas in jenen Jahren, die Antwort auf den Dream-Theater-Boom jenseits des Atlantiks. Das letzte Studioalbum, das fünfte insgesamt, heißt Lifeline und erschien vor drei Jahren. Die Jungs wurden von der Sonne begrüßt, und vor der Bühne hatten sich folglich deutlich mehr Leute versammelt als am Vortag, als die Lokalmatadoren Human Zoo aus Balingen das Festival bei bewölktem Himmel eröffnet hatten. Ivanhoe sind erfahrene Musiker, und natürlich besteht kein Zweifel, dass eine Band, die in der neuen Ära von einer ordentlich durchgemischten Besetzung verkörpert wird, ein abgestimmtes und in der Interpretation ausgefeiltes Konzert abliefert. Das Problem ist nur, dass die Jungs große Bühnen nicht gewohnt sind. Dazu trägt auch die unglückliche Tatsache bei, dass sie in einer obskuren Position festsitzen, aus der sie nicht auf eine größere Europatour kommen und ihre Musik einem breiteren Publikum näherbringen können. Auf der Bühne wirkten sie sehr unbeholfen, statisch, in dieser Hinsicht regelrecht schüchtern. Weil Ivanhoe aber vor allem mit komplexer und hochgradig eingespielter Instrumentierung punkten, über der ein melodischer, klarer und kraftvoller Gesang thront, geben wir diesem Attribut auf jeden Fall ganz klar den Vorrang. In diesem Sinne haben Ivanhoe ihr Repertoire äußerst korrekt und souverän abgespult, angefangen mit dem Opener Lifeline, der hervorragenden, vielschichtig-abwechslungsreichen Ballade Angels Holocaust und dem mit Arabesken verzierten Cheops, also alle drei vom letzten Studioalbum. Überrascht hat die Band mit Deeper Ground vom Debüt „Visions And Reality“. Kurzum: Für Feinschmecker und alle, die die glorreichen Tage des Prog-Metal-Aufstiegs in den Neunzigern nicht vergessen haben, war der Auftritt von Ivanhoe ein äußerst dankbares Ereignis beim diesjährigen BYH!!!

METAL INQUISITOR
Als Zweite stürzten sich Metal Inquisitor zu früher Stunde in die Schlacht, eine Heavy-Metal-Truppe aus Mitteldeutschland. Seit ihrer Gründung 1998 haben sie drei stilistisch leicht unterschiedliche Alben veröffentlicht, das letzte, „Unconditional Absolution“, Ende des vergangenen Jahres. Der anfängliche epische Heavy Metal mit Speed- und Power-Metal-Elementen wurde mit dem jüngsten Studiowerk von reineren Power-Metal-Phrasen verdrängt. Metal Inqusitor griffen die Bühne ohne einen Funken Schüchternheit an und zeigten schnell, dass sie dem Heavy Metal verschrieben sind. Das hohe Tempo und das Gitarrengefrickel erinnerten stellenweise an Speed-Metal-Urgesteine wie Exciter oder die etwas anspruchsvolleren Manilla Road, andere Klischeelinien wieder an die Power-Metal-Veteranen Grave Digger. Auf der Bühne wirkten Metal Inquisitor etwas verwirrt und verloren, wofür vermutlich das Lampenfieber verantwortlich ist. Glühend ineinander verwobene Gitarrenlinien, Riff-Gezuppel und ein Hauch dunkler Atmosphäre sind die Hauptmerkmale der deutschen Band, die vor der Bühne die Liebhaber der traditionellen Heavy-Metal-Überlieferung versammelte. Solide Morgenunterhaltung, die wegen ihrer Klischeeverhaftung aber schwer mit Superlativen überraschen kann.

ASTRAL DOORS:
An die Band erinnert ihr euch vermutlich alle, die ihr im Oktober 2006 beim Konzert von Blind Guardian in Ljubljana wart. Damals spielten Astral Doors als Vorband und stellten ihr drittes Studioalbum „Astralism“ vor. Seit wir uns zuletzt gesehen haben, haben die unternehmungslustigen Schweden noch zwei Studioalben nachgelegt, das letzte, „Requiem Of Time“, im vergangenen Jahr.  Den schwedischen Metallern haftet auf jeden Fall das Vorzeichen großer Qualität an. Sie haben nur einen Schönheitsfehler: Sie erinnern ein kleines bisschen zu sehr an Black Sabbath aus ihrer spätromantischen Phase, die neben den beiden Alben mit Dio am Gesang zusätzlich vom Charakter der Folgealben aus der Zeit mit Tony Martin in der Besetzung vertieft wird. Neben den massiven, schwer rollenden Riffs, eingebettet in überwiegend kanonenartig hämmernde, mittelschnelle dröhnende Rhythmen, trägt den Löwenanteil an diesem Eindruck Sänger Nils Patrik Johansson bei. Ein ausgezeichneter Sänger, nur dass er in Gestik, Abfolge der gewählten Verse in den Songs und natürlich im Gesangsstil mal geradezu grotesk zu sehr nach Martin klingt, mal wieder nach Dio. Mit etwas Abschalten im Kopf könnte man Astral Doors diesmal ganz schnell mit einer Tribute-Band an Black Sabbath aus der Dio-Ära verwechseln. Wo Dio nah ist, ist auch Jorn Lande nicht weit, wenn ich mal ein bisschen gemein sein darf. Dafür hat Nils zum anderen als Erster bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Festival den „Catwalk“ benutzt. Die Band ist zu einem selbstbewussten, kompakten und ausgemeißelten Bühnenkörper gewachsen, der hervorragend live spielt. Da ist das eingängige Cold War Survivor, dann vom Album „New Revelation“ der ebenfalls großartige, im Refrain power-metallisch angelegte Titelsong, das düstere Slay The Dragon, der stürmische Hymnen-Marsch Testament of Rock vom neuen Album und natürlich, für alle Fans von Zwergen, unsterblichen Helden und Drachenköpfe-Abhacken, Power And Glory.

TYGERS OF PAN TANG:
Wollt ihr was Altes? Von Pioniermaßen? Ein Urviech, das aus Zeiten angetrottet kommt, als Musikmachen noch nicht so brutal kommerziell belastet war wie heute? Rechtgläubige und reinrassige Vertreter der N.W.O.B.H.M., nach 2000 in mehr oder weniger fester Besetzung wiederbelebt, mit Robb Weir als heute einzigem Originalmitglied. Ohne Zweifel eine der Attraktionen des zweiten Tages des diesjährigen Bang Your Head!!! Festivals. Sie sind nicht Iron Maiden, nicht Diamond Head, aber sie sind Tygers Of Pan Tang! Die Band „stürmte“ auf die Bühne, wie es sich gehört. Mit dem ersten Song ihres Studiodebüts „Wild Cat“ von 1980, namens Euthanasia. Vor der Bühne schön gefüllt, die Deutschen haben die elementaren Sounds, die das Gesicht der ersten Metal-Welle auf dem Planeten prägten und sie mit ihrem Auftauchen schicksalhaft populär machten, auf jeden Fall nicht vergessen. Gleich nach Euthanasia folgen zwei „Spellbound“-Kracher hintereinander, Take It und Tyger Bay, dann spielten die Jungs auch das neuere Hot Blooded, das alle typischen Merkmale der klassischen Tygers Of Pan Tang übernommen und beibehalten hat. Es folgt ein aufreizendes Intro, das das Publikum mehrmals hoch und stramm in die Luft riss, dann stellt sich Weir Schulter an Schulter neben Dean Robertson, und die beiden Herren schneiden stramm das führende Gitarrenmotiv des eingängigen „Spellbound“-Klassikers Gangland herunter. Eine hervorragende Steigerung der Stimmung von Song zu Song. Es ist nicht schwer, wenn du Alben mit dem Prädikat Klassiker im Schrank hast und dich vor der Bühne ein Publikum begleitet, das der Tradition und der elementaren Originalität treu ist. Die Jungs überraschten auch mit dem überragenden Rock And Roll Man, einem Song, der es nicht aufs Debüt „Wild Cat“ geschafft hat, aber auf dem Livealbum „Live In Notthingam“ von 1981 seinen Platz fand. Gerade als ich mich zu fragen begann, wo zum Teufel die „Crazy Nights“-Songs bleiben, hauen die Tygers noch Raised On Rock raus. Jacopo Meille ist ein Sänger, der die Kriterien von John Deverill erfüllt, Robertson ein Gitarrist, der John Sykes erfolgreich ersetzt. Jacopo kündigt den letzten Song des Tages an, die Menge rückt ein letztes Mal vor der Bühne zusammen, und in Ballingen „fährt es einem wahnsinnig in den Kopf“, als das Hellbound-Riff aufblitzt. Die Tygers Of Pan Tang wollen im nächsten Jahr ein neues Studioalbum veröffentlichen. Wenn sie auf Tour gehen, sehen wir uns wieder. Und zwar bei der ersten kleinsten Gelegenheit. Die Band nahm den Auftritt beim Bang Your Head!!! Festival todernst: Am Tisch mit den offiziellen Souvenirs gab es sogar ein Tygers-Of-Pan-Tang-Erinnerungsshirt, das nur ihren Auftritt auf diesem Festival markiert.

D-A-D:
Noch eine legendäre Band, diesmal dänischer Herkunft, die jahrelang provokant, aber attraktiv Disneyland After Dark hieß und diesen Namen nach einer ernsthaften Klagedrohung der Filmfirma ändern musste. Daher eben D-A-D. Die Jungs waren an diesem Festivaltag auf der Bühne ebenfalls absolutes Musikzuckerl. Eine besondere Mischung aus Hard Rock mit melodischer Ansteckungskraft und Punk-Arroganz, die sie selbst gern „Cowpunk“ nennen, verbirgt die Glam-Würze nicht. Der musikalische Inhalt reiht eine bunte Mischung von Stimmungslagen aneinander, die Melancholie, schelmischen Spott auf eigene Rechnung und den Charakter echter Desperados des Wilden Westens umfassen.  Die lucidenen Gags, verkörpert von der Erscheinung des Quartetts mit den Brüdern Binzer an der Spitze und dem coolen Bassisten Stig Pedersen, dessen Bass mit der E- und A-Saite aus Plexiglas gebaut ist, sind Meister der Vergnügungsparks, wie es die weitläufige Bühne des Bang Your Head Festivals ist. Bis zu diesem Zeitpunkt mit Abstand die meiste Energie, die eine Band freigesetzt hat! Nur ein Quartett, aber sie beherrschen die Szene! Daran besteht kein Zweifel. Die ständige flinke Bewegung der Bandmitglieder, die geradezu darum wetteiferten, wer länger die vorderste Position auf dem Catwalk hält, heizte das Publikum über die gesamte Spielzeit voll an. Das freche Evil Twin, bei dem Jesper das Gitarrespielen sein lässt und das Publikum auf Deutsch ermahnt: „Mein bruder spielt gitare!“, gleich danach Bad Craziness, in dem Jesper provokant die Ader an seiner rechten Hand abtastet, dann das neuere, streng aufgezogene Beautiful Together.

Unglaublich, wie dieses ganz bescheidene Quartett einen riesigen Klangraum abdeckt und die schiere Weite der Bühne nutzt. Dafür sorgen außergewöhnliche Erfahrung und zurückgelegte Kilometer. Die ausgezeichnet aufgelegte Band brachte das Publikum von Anfang bis Ende wirklich in Wallung, und dabei half auch sehr, dass Sänger Jesper Deutsch sprach. Zwar gebrochenes Deutsch, aber in Sachen Nützlichkeit besser das als brillantes Englisch.  Dazu kamen Monster Philosophy, Scare Yourself und Girl Nation, weiter das obligatorische und erwartete Sleeping My Day Away, bei dem Jesper sich nicht genug darüber wundern konnte, wie die Menge den Song beherrschte. Zum Schluss noch Everything Glows, dann das letzte It’s After Dark, und der explosive Auftritt war im Nu vorbei. Fünfzig Minuten? Als hätte es sie nie gegeben. Und die Sonne ist schon ein Stück über dem Zenit.

HARDCORE SUPERSTAR
Nach den Dänen enterten die Schweden Hardcore Superstar die Bühne, skandinavische Wiederbeleber des Sleaze-Rock-Bekenntnisses. Die im Norden Europas heutzutage stark präsente Spielart des Hard Rock erlebte einen echten Boom durch den Erfolg von Bands wie H.E.A.T., Crashdiet oder Fatal Smile, doch man muss betonen, dass gerade Hardcore Superstar mit ihren Wurzeln in den Neunzigern vor ein paar Jahren den Weg für den skandinavischen Sleaze-Rock-Boom geebnet haben. Kein Wunder also, dass ihnen vor einem Monat die Ehre zufiel, als Zugpferd des Warm-up-Tages beim Sweden Rock Festival aufzutreten (Bericht hier), doch es war klar, dass wir wegen des fremden Publikums und der frühnachmittäglichen Spielzeit keinen so intensiven Auftritt noch einmal erleben würden. Davon unbeirrt zogen die Schweden in den ihnen zustehenden 50 Minuten souverän ihren Auftritt durch und stellten eine hübsche Zahl von Leuten vor der Bühne zufrieden. Mit nur einer Gitarre und folglich einfach gebauten Songs spielen die Superstars mit schnell ansteckenden Hymnen-Refrains, Durchschlagskraft und natürlich einem explosiven Auftritt, die im Paket für eine ordentliche Dosis Spaß sorgen. Die Hauptfigur auf der Bühne war wie immer der unverkennbar glam-mäßig aufgebrezelte Frontmann Joakim Berg, Motor der Band und das Glied, das das Räderwerk der schwedischen Maschinerie zuverlässig dem Ende des Auftritts entgegenzog. Die Superstars spazierten durch ihre Diskografie, mit deutlichem Schwerpunkt auf dem noch immer aktuellen Album „Split Your Lip“, vertreten durch die Songs Moonshine, Sadistic Girl und Last Call For Alcohol, während wegen der knappen Spielzeit die Akustikversion des Stücks Run To Your Mama aus dem Set gestrichen wurde. Ein ordentlicher Auftritt der Stammgäste des Bang Your Head!!! – erwartungsgemäß ohne außerirdische Höhepunkte.

PSYCHOTIC WALTZ
Nach dem Ende der europäischen „Power of Metal“-Clubtour mit Nevermore und Symphony X kehrten die wieder aktiven amerikanischen Kult-Progger Psychotic Waltz ausgerechnet mit dem Auftritt in Balingen auf die Bühnen zurück. Nachdem sie im März mit ihrem Auftritt in Ljubljana die Anwesenden in zwei Lager gespalten hatten und noch eine Weile Zielscheibe von Polemik waren, ließen sich auch mit dem diesmaligen Festivalauftritt einige Parallelen ziehen. Die lange Abwesenheit von der musikalischen Landkarte hat ihren Tribut gefordert, denn vor der Bühne herrschte kein übermäßiges Gedränge, also sehr ähnlich wie im März in der Cvetličarna. Die Philosophie des Quintetts zielt auf hundertprozentige Hingabe an die Musik und ihre Bühneninterpretation, darum sei ihnen das völlig unausgearbeitete Image verziehen, das aber nicht so weit ging wie im März, als Gitarrist Dan Rock und Sänger Buddy Lackey fast wie in Kartoffelsäcken gekleidet auftraten. Den knapp einstündigen Auftritt eröffneten sie mit dem Song Mosquito und begannen eine einzigartige Reise durch wenig bekannte musikalische Dimensionen und unverkennbare Psychedelik. Locust, Northern Lights und Haze One flossen ineinander über, und nur die Ansagen dazwischen sorgten dafür, dass wir hypnotisierten Zuhörer nicht unversehens in melancholische Träume fielen. Die langsamen psychedelischen Songs waren die Bausteine der geheimnisvollen Stimmung über Balingen, nur Lackeys gesangliche Ausflüge in den Himmel bewiesen, dass Psychotic Waltz und mit ihnen die Leute der Szene noch immer geerdet sind. Zarte Akustik-Berührungen mischten sich mit dem drohenden Sound der Bassgitarre, wechselndem Tempo, gelegentlichen Attacken beider Gitarren und sogar einem „Jethro-Tull-haften“ Moment im Song I Remember, den Lackey mit einem Flöteneinsatz eröffnete. Die flüssige Darbietung, die eigenwillige Interpretation des Gespielten und die Lockerheit waren der Beweis, dass die Original-Fünf eine gegenseitige Chemie verbindet und dass sie uns vielleicht … wer weiß, in Zukunft noch mit einem Studioalbum überraschen können. Den Auftritt mit radikal veränderter Setlist (sehr lobenswerter Zug!) beendeten die Amerikaner mit dem Song Halo of Thorns und stillten aus jeder Sicht vollkommen den Appetit der wenigen glühenden Anhänger vor der Bühne.

JEFF SCOTT SOTO:
Um fünf Uhr nachmittags betrat Jeff Scott Soto mit seiner Band die Bühne. Laut Absprache mit Pretty Maids tauschten die beiden Bands ihre Spielzeiten, sodass Pretty Maids um Viertel vor neun in der Halle auftraten. Jeff Scott Soto hatte nicht gerade seinen besten Tag auf dem Festival. Beim Opener 21st Century ging ihm zuerst das Mikro kaputt, sodass er den rechten Gitarristen „verjagte“, er solle dem linken Gitarristen bei den Backing Vocals Gesellschaft leisten, während er selbst sich an den freigewordenen Mikroständer auf der linken Seite stellte und der Song endlich einen Leadgesang bekam. Es verging eine ganze Reihe von Minuten, bis man Jeff ein „Ersatz“-Funkmikro brachte, sodass der Rest des ersten Talisman-Songs Blissful Garden dann im Standardmodus lief. Gerade dieser Song zeigte als Erster den musikalischen Charakter und die „Schule“, aus der Jeff Scott Soto kommt, den einst Meister der Gesangsakrobatik von Freddy Mercury (Queen) bis Steve Perry (Journey) inspirierten. Melodischer Rock. Die Harmonien der Backing Vocals beider Gitarristen und des Bassisten waren hervorragend gesetzt. Doch der unglückliche Zwischenfall vom Konzertbeginn sorgte für ein geringeres Maß an Lockerheit, was man in Jeffs Kommunikation mit dem Publikum während des Auftritts spürte. Auch das Publikum zeigte nicht allzu großes Interesse, und es wirkte, als verfolge der Großteil der Gemeinde Sotos Auftritt nur aus Respekt und um dem Musiker Unterstützung zu zeigen. Ein paar übermütige Freudenlächeln zauberte Jeff dem Publikum aufs Gesicht, als er sich an eine äußerst einfallsreiche „Leiter“ machte, in der er durch die berühmten Gitarrenmotive von Gotthard, Dio, Y&T, Michael Jackson und Gary Moore spazierte. Ebenso kam eine Menge Besucher auf ihre Kosten, die Talisman gut kennen, als Jeff die zweite „Leiter der Heimischen“ raushaute, die aus Break Your Chains, Day By Day, Give Me A Sign, Dangerous, Just Between Us und Mysterious (This Time It’s Serious) bestand, und das würzte er noch mit einem weiteren Talisman-Standard, der komplett gespielt wurde, nämlich dem Song I’II Be Waiting. Jeff vergaß auch seine Zeit beim „deutschen Blackmore“ Axel Rudi Pell nicht! So erklangen in gekürzten Versionen nacheinander die Songs Fool Fool In Warrior.

SONATA ARCTICA:
Das Publikum hatte sich inzwischen gründlich durchmischt und war deutlich voller geworden. Dran ist der Auftritt der kernigen finnischen Symphonic-Pop-Metal-Zwerge Sonata Arctica. Sonata Arctica, die heute unnatürlich guten Zuspruch genießen, besonders bei Angehörigen der jüngeren Generation, die schon beim Wort Metal ausrasten, ist deswegen zu einer sehr verwöhnten Band geworden. Allerdings gehen Sonata Arctica in ihrer neuen Position im Verhältnis zur Umgebung nicht ins Extrem, wie es bei den Prinzessinnen auf der Erbse zu beobachten ist – ja, ich zeige mit dem Finger auf euch, ihr verflogenen Helloween! Und trotzdem ist von der Bühne her auch bei Sonata Arctica heute immer mehr Hohlheit und Routine zu spüren. Mehr noch. Das Quintett bemüht sich nicht mal so weit, die weitläufige Bühne zu nutzen. Alle außer Sänger Tony stehen während des Auftritts fast eingegraben still auf der Bühne. Elias Viljanen setzt am meisten einen Fuß auf den Monitor vor dem Mikro, und das war’s. Zum Glück funktionierte diesmal Tonys Tagesform beim Gesang besser, verglichen mit einigen früheren Erlebnissen bei Sonata-Arctica-Konzerten in den Jahren 2009, 2010 und im Februar 2011 in Ljubljana, trotzdem. Ohne die so lautstarke und hingebungsvolle Unterstützung der Mädels vor der Bühne, die sich vermutlich ihr erstes Metal-Konzert (?) im Leben ansahen, würde die riesige Bühne die kleine Sonata komplett verschlucken.  Ein vorhersehbarer Auftritt, sogar ohne Songs vom Debüt, doch in dieser Hinsicht machten die Jungs alles wett mit der Aufnahme der „Silence“-Songs Black Sheep, Sing In Silence und Last Drop Falls. Zum Schluss überspielte die Band die scheinbare Erschöpfung mit dem zum Volkslied gewordenen Don’t Say A Word, das dem Publikum ordentlich Dezibel aus den Kehlen lockte. Aber egal. Das Publikum kam voll auf seine Kosten. Man muss bedenken, dass Sonata Arctica praktisch ununterbrochen seit Herbst 2009 live spielt, deshalb brauchen die Jungs so schnell wie möglich dringend eine Pause. Auch wenn sie fünf oder sechs Jahre dauern sollte. Die Band wirkt auf der Bühne wirklich ausgelaugt und erschöpft.

HELLOWEEN
Als der Nachmittag langsam in den Abend überging, war es Zeit für die Helloweens. Die deutschen Heavy/Power-Metal-Legenden spielten im Rahmen der aktuellen „7 Sinners“-Tour, die wir zu ihrem Beginn auch im Ljubljaner Kino Šiška sehen konnten (Bericht hier). Interessant, dass Helloween trotz ihrer Popularität auf heimischem Boden in Balingen noch nie als Tagesheadliner aufgetreten sind – auch diesmal spielten sie „nur“ als Anheizer für den Hauptact des Abends.

Die Kürbisse wickelten das versammelte Volk mit ihrer gut einstündigen Comedy-Show und einer gehäuften Portion Bühnenblödelei um den Finger und hielten es mit einer Mischung aus „Keeper Of The Seven Keys“-Hits und neuerem Material erfolgreich vor der Bühne. Fester Bestandteil ihres Auftritts sind Stolpern auf der Bühne, gesunde gegenseitige Frotzelei und überhaupt ständig auf positiver Frequenz zu sein. Bei alledem dominieren auf der rechten Bühnenseite die Altvorderen Michael Weikath und Markus Grosskopf, während die Aufgabe des „Grünschnabels“ Sasche Gerstner (obwohl er schon ein gutes Jahrzehnt Bandmitglied ist) nach wie vor in erster Linie streng musikalisch ist und er für jeden möglichen Patzer mit bösen Blicken der Bandchefs bedacht wird. Die entspannte Stimmung auf der Bühne sprang im Nu aufs Publikum über, das aber (ich schließe mich ein) vor allem möglichst viel Musik wollte und möglichst wenig Gelaber von Andi Deris. Der Frontmann übertrieb es auch diesmal mit dem Dauerlabern und dem Wiederholen schon erzählter Witze über Whisky und Schlagzeuger Dani Löble. Der unspontane Verlauf des Auftritts warf auf die Kürbisse diesmal einen großen schwarzen Fleck, folglich war auch die Reaktion des Publikums begrenzt, das der Größe der Band auf heimischem Terrain nicht gerecht wurde. Den bitteren Beigeschmack in eine freundlichere Schattierung kippten die Songs March Of Time, I’m Alive und Dr. Stein, dennoch waren die vorhersehbare Setlist, die fehlende Hingabe und die schon erwähnte Langatmigkeit eine zu harte Nuss für eine positive Bewertung des erneuten Treffens mit den Kürbissen.

PRETTY MAIDS:
Die Unglücklichen überschnitten sich teilweise mit dem Auftritt von Helloween. Unglückliche? Eigentlich nicht. Wer weiß, wie sich Helloween zuletzt auf der Bühne benehmen, ließ ihren Auftritt diesmal in aller Ruhe aus und gönnte sich lieber ein Stündchen messerscharfen, potenten, klassisch angelegten Hard Rock mit reichlich ansteckenden, melodisch kompakten Hymnen-Melodien. Obendrein von einer Band, die man nicht gerade jeden Tag auf der Bühne trifft. Die legendären Dänen Pretty Maids. Das deutsche Publikum war sich dieser Helloween-Übersättigung gründlich bewusst, deshalb war die MesseHalle während des Pretty-Maids-Auftritts mit 1500 Köpfen komplett gefüllt. Ich habe mich kaum rechtzeitig zum Fotograben durchgeschlagen, denn die Ordner ließen nur noch kleinere Grüppchen der Wartenden in die Halle, nachdem sie ständig auf Rückmeldungen ihrer Kollegen in der Halle und an deren Ausgang gelauert hatten, ob genug Platz frei geworden war, um neue Besucher hereinzulassen.

Pretty Maids haben die Messehalle zerlegt. Hal Patina wurde in der Band vom neuen Bassisten Rene Shades ersetzt, der durch seine Mitarbeit in der Begleitband von White-Lion-Sänger Mike Tramp bekannt ist. Die Band hat das Repertoire der Headliner-Tour vom November 2010 zurechtgestutzt und etwas durchgemischt. Eine außergewöhnlich schöne Auflockerung brachte im Repertoire Sin-Decade, neben den obligatorischen Back To Back, Rodeo, Love Games und in der Zugabe Future World und Red Hot And Heavy.

Die Band ist hervorragend gelaunt, Ronnie Atkins verbarg zwar zum Schluss eine leichte stimmliche Angeschlagenheit nicht, aber bei einem Mann mit so viel kernigem EMŠO muss man ihm das auf jeden Fall nachsehen. Pretty Maids strahlen zum Publikum die ganze Zeit dieses Gefühl außergewöhnlicher Lockerheit und allgemeiner Zugänglichkeit aus, mit ausgefeiltem Gespür für eine unterhaltsame Dosis gesunden Humors, und natürlich geht es nicht ohne den fantastischen Ken Jackson, der ein Meister darin ist, mit nur einer Gitarre effektiv den Raum zu füllen. Pretty Maids spielten eines der kompaktesten Konzerte dieses Tages, und in der Halle kochte es buchstäblich vor lockerer Adrenalin-Hast seitens des Publikums. Pretty Maids kündigten die DVD-Aufnahme an, am 01.10.2011, wenn sie im Club Z7 mitten im schweizerischen Pratteln auftreten.

SLAYER
Einst die extremste Band dieses Planeten, heute lebende Legenden des Genres. Die Thrash-Metal-Veteranen Slayer spielten zum Festivalende als Tagesheadliner, was für alle glühenden Fans, mich eingeschlossen, eine gute Nachricht war, trotzdem fügte sich ihre Anwesenheit nicht ins Gesamtbild des Bang Your Head!!! Festivals, wo in der Vergangenheit Bands wie Twisted Sister, Heaven & Hell, Journey, Blind Guardian, Judas Priest… als Headliner auftraten. Hoffen wir, dass es den Veranstaltern in den kommenden Jahren gelingt, auf die Schienen des traditionellen Heavy Metal zurückzukehren, des langjährigen Markenzeichens der Veranstaltung.

Das vom Band eingespielte World-Painted-Blood-Intro diente als Ouvertüre, als Slayer auf die Bühne marschierten, und das Intro zog sich logisch in den Titelsong des letzten Studioalbums. Songs von „World Painted Blood“ (2009) fressen sich noch immer tief ins Set, denn im weiteren Verlauf legten sie noch Hate Worldwide und Snuff nach, während für Beauty Through Order, den sie auf der „Big 4“-Tour im letzten Jahr spielten, interessanterweise kein Platz im Repertoire war. Das Gedränge und Geschubse in den ersten Reihen war unerbittlich, so wie auch das höllische Tempo des Quartetts auf der Bühne unerbittlich war. Tom Araya in der Mitte, rechts von ihm Kerry King, hinter der Batterie Dave Lombardo und auf der linken Seite noch immer Gary Holt. Der Exodus-Mann ersetzt weiterhin Jeff Hanneman, der trotz der anfänglichen optimistischen Prognosen bis zum Festivalsommer noch nicht so weit genesen ist, dass er einen kompletten Auftritt hätte spielen können.

Man kann sich schwer einen glaubwürdigeren Ersatz als Gary Holt vorstellen. Der Mann mit dem ernsten Gesicht und dem geschärften Sinn für Gitarrenkunststücke fügte sich hervorragend in die Band ein, füllte die Lücke links würdig aus und brachte sogar etwas eigenen Charisma in die Band. Das machte sich vor allem bei der zuverlässigen Ausführung der Soli bemerkbar (Spirit in Black, Angel of Death..), wo er den sprichwörtlich durchschnittlichen King zum Spaß überschattete. Das Bühnenspiel war spontan und, gemessen am EMŠO der Band, zufriedenstellend, auch wenn klar ist, dass sich der heutige Auftritt der Slayer unmöglich mit den brutalen Konzerten der Achtziger vergleichen lässt. In Kauf nehmen muss man in erster Linie Arayas Statik, die ihm seine gesundheitlichen Probleme mit der Wirbelsäule in letzter Zeit diktieren. Gesanglich schlug sich der Frontmann gut und besserte seine Form von vor ein, zwei Jahren aus, als die Schreie bei War Ensemble und Angel of Death schon an der Grenze seiner Möglichkeiten waren. Das konstanteste und zuverlässigste Glied der Slayer ist damit Schlagzeuger Lombardo, ein Meister seines Fachs, der das technisch anspruchsvolle Set fehlerfrei durchzog – nicht umsonst genießt Lombardos Figur in Metal-Kreisen so hohes Ansehen.

In ihrem anderthalbstündigen Auftritt servierten uns Slayer einen Evergreen-Klassiker aus den Achtzigern nach dem anderen, auch wenn sie wegen der allzu bescheidenen Rotation der gespielten Songs von Tour zu Tour eine kräftige Ohrfeige verdienen. Sie spielten Postmortem, das phänomenale Dead Skin Mask, das ewig präsente Mandatory Suicide und in der Zugabe die erkennbarsten Triumphe South of Heaven, das zusammengeschmolzene Raining Blood und Black Magic und zum perfekten Abschluss vor dem traditionellen Feuerwerk noch den Angel of Death. Eine zufriedenstellende Vorstellung der Thrash-Metal-Götter, die aber, Hand aufs Herz, wegen der Beständigkeit der Touren einem regelmäßigen Begleiter ihrer Konzerte schwer etwas Neues bieten kann.

LORDI:
Die MesseHalle war schon lange gefüllt, noch bevor Slayer draußen auf der Hauptbühne ihren Auftritt beendeten. Zur Zeit des Feuerwerks, das den Abschluss des alljährlichen Festivals in Balingen bedeutet, glich der Blick auf die Szenerie in der Halle einem Leichenhaufen. Das zweitägige Feiern hat bei den Leuten doch seine Spuren hinterlassen. Luft gab es in der Halle trotzdem kritisch wenig. Wenn es draußen aufhört zu blitzen und zu krachen, überträgt sich das nach innen in die Halle. Auf der Bühne sind Lordi, und die ersten vier Songs der berühmten Horrorshow der schaurigen Zombie-Puppen-Folklore hüllen sich buchstäblich in einen kugelsicheren Vorhang aus Rauch, durch den Detonationen der Pyrotechnik blitzen. Ein Lordi-Konzert ist tatsächlich Theater. Hier ist nicht viel Platz für Authentizität. Lordi benutzen während des Konzerts einen Haufen Matrizen und Hintergrundlinien vom Band. Von Backing Vocals bis zu einer Fülle symphonischer Arrangements, zusätzlicher „Unterrhythmen“, manchmal kann man kaum noch sagen, wo die Grenze zwischen Fassade und Echtheit verläuft.

Unbelastet von dieser Tatsache genossen sie grenzenlos, und das bestätigte auch die Szenerie des Events selbst sowie die gute Stimmung, die während des Lordi-Auftritts nicht nachließ. Es folgten Babez for Breakfast, Dynamite Tonite, My Heaven Is Your Hell, Bite It Like A Bulldog, Rock Police, Call Off the Wedding, Who’s Your Daddy?, Last Kiss Goodbye, Blood Red Sandman, Hate at First Sight, Bringing Back The Balls To Rock, This Is Heavy Metal, Devil Is A Loser, They Only Come Out At Night, Get Heavy und in der Zugabe Hard Rock Hallelujah sowie Would You Love A Monsterman?.

Praktisch jeder Song wird von einer passenden Szene begleitet, in der sich Mr. Lordi im Laufe des Konzerts in einige verschiedene Halunken verwandelt und in der geschnitten, gehackt und sogar eine wunderschöne Menge menschlicher Köpfe und Glieder verspeist wird. Kurzum: Spaß ohne Ende, wie gemacht für alle, die an diesem Abend vielleicht unter Schlaflosigkeit litten.

Um halb eins verklang der letzte Ton beim diesjährigen BYH!!! Festival! Auch wenn das Festival dieses Jahr nach den Namen der auftretenden Bands nicht so stark war wie in den vergangenen Jahren, bot es eine außerordentlich bunte Genre-Palette an Bands. Bang your Head!!! bleibt auch nach dem diesjährigen Besuch eines der bestorganisierten europäischen Festivals. Zu seinem Abschluss sind unsere Gedanken schon auf die nächste Ausgabe des Festivals gerichtet, die für den 13.07.2012 und 14.07.2011 angekündigt ist!

Text: Aleš Podbrežnik (Ivanhoe, Astral Doors, Tygers of Pan Tang, D-A-D, Jeff Scott Soto, Sonata Arctica, Pretty Maids, Lordi)
Text: Urban Bolta (Metal Inquisitor, Hardcore Superstar, Psychotic Waltz, Helloween, Slayer)
Fotos: Aleš Podbrežnik

Den RockLine-Konzertbericht vom ersten Festivaltag des BYH!!! 2011 kannst du HIER lesen.

Den RockLine-Konzertbericht von der „Warm-up“-Show beim diesjährigen BYH!!! 2011 kannst du HIER lesen.

Setlist

10:00 – 10:40 IVANHOE 10:50 – 11:35 METAL INQUISITOR 11:45 – 12:30 ASTRAL DOORS 12:40 – 13:30 TYGERS OF PAN TANG 13:40 – 14:30 D-A-D 14:45 – 15:35 HARDCORE SUPERSTAR 15:50 – 16:45 PSYCHOTIC WALTZ 17:00 – 18:00 JEFF SCOTT SOTO 18:15 – 19:20 SONATA ARCTICA 19:15 – 20:15 DESASTER (indoor) 19:40 – 20:50 HELLOWEEN 20:45 – 21:55 PRETTY MAIDS (indoor) 21:15 – 22:50 SLAYER 23:00 — 00:30 LORDI (indoor) TYGERS OF PAN TANG Setlist: 1. Euthanasia 2. Take It 3. Tyger Bay 4. Hot Blooded 5. Gangland 6. Suzie Smiled 7. Don’t Stop By 8. Rock and Roll Man 9. Raised on Rock 10. Hellbound PSYCHOTIC WALTZ Setlist: 1.Mosquito 2. Locust 3. Northern Lights 4. Haze One 5. Freakshow 6. Into the Everflow 7. I Remember 8. Morbid 9. Halo of Thorns JEFF SCOTT SOTO Setlist: 1. 21st Century 2. Blissful Garden 3. Drowning 4. Colour My XTC 5. Soul Divine 6. Fool Fool / Warrior 7. Livin‘ The Life 8. Instrumental Memorial Medley (Gary Moore, Y&T, Dio, Gotthard, Michael Jackson) 9. Talisman Medley 10. Break Your Chains 11. Day By Day 12. Give Me A Sign 13. Dangerous 14. Just Between Us 15. Mysterious (This Time It’s Serious) 16. I’II Be Waiting SONATA ARCTICA Setlist: 1. Flag In The Ground 2. Blinded No More 3. Paid in Full 4. Last Drop Falls 5. Victoria’s Secret 6. Black Sheep 7. Sing in Silence 8. The Last Amazing Grays 9. Don’t Say A Word HELLOWEEN Setlist: 1. Are You Metal? 2. Eagle Fly Free 3. March of Time 4. Where the Sinners Go 5. Drum Solo 6. I’m Alive 7. Keeper of the Seven Keys / The King for a 1000 Years / Halloween 8. Future World 9. Dr. Stein 10. I Want Out PRETTY MAIDS Setlist: 1. Pandemonium 2. I.N.V.U. 3. Rodeo 4. It Comes At Night 5. Walk Away 6. Back To Back 7. Sin-Decade 8. Please Don’t Leave Me 9. Love Games ——————– 10. Future World 11. Little Drops Of Heaven 12. Red, Hot And Heavy SLAYER Setlist: 1. World Painted Blood 2. Hate Worldwide 3. War Ensemble 4. Postmortem 5. Dittohead 6. Dead Skin Mask 7. Hallowed Point 8. Spirit in Black 9. Mandatory Suicide 10. Chemical Warfare 11. Silent Scream 12. Seasons in the Abyss 13. Snuff ——————– 14. South of Heaven 15. Raining Blood 16. Black Magic 17. Angel of Death

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