Night Of Rock mit Primal Fear und Jaded Heart (2009)

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Autor: Aleš Podbrežnik

Ort: Mehrzweckhalle Debant / Debant (Lienz) / Österreich
Konzertdatum: 18.07.2009
Besucherzahl: 500
Kartenpreis: 15,00€ / 18,00€

Die Deutschen Primal Fear sind im Heavy Metal heute ein fest verankerter und allseits bekannter Name. Die Band, die in der zweiten Hälfte der Neunziger gegründet wurde – als Idee zweier exzellenter Musiker, nämlich Sänger Ralf Scheppers (ex Gamma Ray, ex Tyrant Pace) und Bassist/Sänger Mat Sinner (Sinner) –, hat sich ins Herz aller eingefleischten Metalseelen vor allem mit den Alben Primal Fear (1998), Jaws Of Death (1999), Nuclear Fire (2001), Black Sun (2003) und Devil’s Ground (2004) geschrieben. Die Jungs, die wegen ihres charakteristisch rohen Riff-Spiels, des unerbittlichen Marsches der Doppelbassdrum-Pedale und Scheppers‘ giftigen Kreischens von vielen als die deutsche Antwort auf Judas Priest bezeichnet werden, haben dieses Jahr das neue Studioalbum „16.6.“ (Frontiers Records, 2009) veröffentlicht und es im Rahmen diesjähriger Sommerkonzerte, die fast ausschließlich auf Nord- und Südamerika ausgerichtet waren, im österreichischen Debant – nach dem Auftritt in Mainz – nun ein zweites (und letztes) Mal dem europäischen Publikum live präsentiert.

Um das Interesse am Besuch von Primal Fear noch zu steigern, hatte der Veranstalter des Events namens „Night Of Rock“ als Vorgruppe auch die exzellenten melodischen Hard-Rocker aus Deutschland, Jaded Heart, nach Debant geholt. Die Gruppe Jaded Heart entstand 1990, gegründet von den Brüdern, dem exzellenten Sänger Michael Bormann und Gitarrist Dirk Bormann, denen sich von Anfang an Bassist Michael Müller und der ehemalige Mad Max-Schlagzeuger Axel Kruse anschlossen. Breitere Bekanntheit und kommerziellen Erfolg brachte der Gruppe ihr zweites Studioalbum „Slaves And Masters“ (1996), mit dem sie vor allem auf dem japanischen Markt durchbrachen und die heimischen Massen in Deutschland eroberten. Jaded Heart, die kurz vor der Veröffentlichung des neuen Studioalbums „Perfect Sanity“ standen, meldeten sich in Debant in folgender Besetzung: Johan Fahlberg (Gesang), Peter Östros (Gitarre), Michael „Mülli“ Müller (Bass) und Axel Kruse (Schlagzeug). Ohne Keyboarder Henning Wanner – doch dazu später mehr.

Die erste Vorgruppe des diesjährigen Night Of Rock-Events waren die Einheimischen Mely. Sie betraten die Bühne erst kurz nach neun Uhr abends. Es handelt sich um eine Gruppe, die im März dieses Jahres ihr viertes Studioalbum mit dem Titel „Portrait Of Porcelan Doll“ veröffentlicht hat. Die Band, die einige von euch vielleicht 2006 beim MetalCamp Festival in Tolmin gesehen haben, hatte sich kürzlich mit dem neuen Schlagzeuger Hannes Ganeider verstärkt. Das Quintett ist erfahren. Zwei Gitarren, Keyboards, die interessante Verzierungen beisteuern beim Aufbau einer generell düster-hypnotischen Atmosphäre, die auf einer massiven Riffwand ruht, mit weicherem, klarem und – wie der Bandname selbst bereits andeutet – schwermütigem Gesang. Eher H.I.M.-mäßig als sonst irgendetwas. Also eine Art Mischung aus Dark- und Gothic-Elementen, die jedoch nicht zur Halbtonkonnotation der Riffs greift, weshalb man bei Mely trotz langsamer rhythmischer Wendungen nichts suchen sollte, was auch nur entfernt nach „Doom“-Tendenzen riecht. Soli gibt es keine. Mely sorgen dafür, dass die hochgezogene Stimmung unberührt bleibt. Die Band hat einen exzellenten Sound gezaubert, der die Bedeutung der Riff-Umarmung im Ausdruck der Gruppe hervorhob. Die Jungs krönten das mit einem starken Auftritt und nutzten die günstigen Eigenschaften der großen Bühne und der exzellenten Akustik der Halle voll aus. Mely heben sich also vom Durchschnitt der österreichischen Bands ab, denen es mehrheitlich chronisch an eigenem Charme und Charisma mangelt. Die Band bot in gut 50 Minuten ein breites Repertoire aus vier Studioalben, mit dem Fokus auf  „Portrait Of Porcelan Doll“. Ein sehr mutiger Auftritt.

Als zweite betraten die klassischen deutschen Hard-Rocker Jaded Heart die Bühne. Die Gruppe, die vor allem in Deutschland Mitte der Neunziger mit ihrem zweiten Album „Slaves And Masters“ (1996) für mächtig Aufsehen gesorgt hat, fristet heute eigentlich ein Dasein am Rand der Bekanntheit. Oder zumindest fühlt es sich so an, wenn man zu ihren Konzerten nach Italien oder Österreich kommt. Die Band, der ich einfach nie auf der Bühne begegne, wenn sie zusammen mit Keyboarder Henning Wanner auftreten würde, trat diesmal sogar in reduzierter Besetzung als Quartett auf. Sänger Johan Fahlberg erklärte uns, dass Wanner kurz zuvor bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden sei, und bat gleichzeitig alle im Saal, die die Band überhaupt auf der Bühne wahrgenommen hatten, die Fäuste für den unglücklichen Wanner zu ballen, in der Hoffnung auf seine möglichst baldige Genesung.

Dass Jaded Heart ohne Keyboards aufgetreten sind, war der Band konkret anzumerken, denn vor allem die Einleitungsteile der Songs konnten sie nicht optimal ausführen, weshalb sie viele Stücke kurzerhand abgehackt, direkt mit dem führenden Gitarrenmuster einsetzend, begannen. Die Band bot einen soliden Sound, zeigte, dass sie auch 2009 noch eine ordentliche Portion erstklassiger Hard-Rock-Energie echter deutschen Herkunft von sich gibt, wo das Wort „melodisch“ mehr als vertraut und geliebt ist.

Gewisse Schwierigkeiten hatte Johan gelegentlich in den höchsten Lagen, wo er an einigen Stellen die Melodie in den Strophen anpassen musste, um sie vollständig fahren zu können. Bassist Michael Muller und Gitarrist Peter Ostros deckten Johans Backing-Vocals erfolgreich ab, was ein unverzichtbarer Bestandteil im Jaded Heart-Ausdruck ist – doch trotz der soliden Ausführung von Bassist und Gitarrist war auch hier die Abwesenheit von Henning Wanner spürbar.

Die Band feuerte die Handvoll Interessierter vor der Bühne mit Songs des jüngsten Studioalbums „Sinister Mind“ (2007) an, von dem sie live Hero, Justice Is Deserved, Going Under, Sinister Mind und Hellucinate zum Besten gaben. Dazwischen streuten sie hauptsächlich einzelne Songs vom vorletzten Album „Helluva Time“ (2005) ein, darunter Songs mit starken und ausdrucksstarken anthemischen Refrains, was stets die Stärke des Songwritings dieser definitiv mehr als ungerecht übersehenen melodischen Hard-Rock-Band war. Das waren Somewhere, Tomorrow Comes, Shores Of Paradise und Paid My Dues. Gewürzt wurde der Auftritt auch mit älteren Nummern wie Journey Will Never End vom gleichnamigen fünften Studioalbum der Band aus dem Jahr 2002 sowie Feels Like Home vom Album „Trust“ (2004).

Trotz der extremen Desinteressiertheit der rund 500 Leute im Saal, die sich dem Palaver an der Bar widmeten, auf der anderen Seite des Saals, konkret weit von der Bühne entfernt, traten Jaded Heart korrekt auf und lieferten ihr Repertoire mit Nachdruck und ohne Vorbehalte ab. Mit ihrer Darbietung gelang es ihnen, zur Mitte des Auftritts etwas mehr Publikum vor die Bühne zu locken, doch das Loch vor der Bühne blieb dabei definitiv zu groß. Für die Qualität, die Jaded Heart in jeder Hinsicht bieten, schlicht viel zu groß. John Fahlberg (Gesang), Axel Kruse (Schlagzeug), Peter Ostros (Gitarre) und Michael Muller (Bass) demonstrierten die Geübtheit langer Jahre im Musikgeschäft, vor allem auf den Schwingen von Routine und Erfahrung, und boten so dem Großteil der Besucher im Saal, die die Band nicht kannten, eine schöne Gelegenheit, sie in einem Stück zu erleben und sich vielleicht anschließend über verschiedene Quellen im Internet näher mit ihr bekannt zu machen.

Jaded Heart standen kurz vor der Veröffentlichung des neuen Albums, dessen Erscheinen ursprünglich für den Zeitraum des Debant-Konzerts geplant war. Der Termin wurde auf den diesjährigen Herbst verschoben. Es ist eine exzellente Band, die sich auf einer größeren Bühne konkret entfalten kann und ein Repertoire an unterhautlich verführerischen melodischen Hard-Rock-Anthems besitzt, die man – so ist zu hoffen – bald wieder hören kann. Hoffentlich im Rahmen einer Headliner-Tour.

Primal Fear, die keine allzu tiefgründige Vorstellung brauchen, sind auch heute noch eine der härtesten und kohärentesten Heavy-Metal-Truppen, dank der straffen Zügel, die der legendäre Produzent, Bassist und Sänger Mat Sinner nach wie vor engagiert und zuverlässig in der Hand hält. Vor allem ist es das Gespann von Mat Sinner mit einem der renommiertesten Sänger nicht nur des traditionellen Ansatzes im deutschen Heavy Metal, sondern im Heavy Metal überhaupt – Ralf Scheppers –, ohne das man sich den Namen Primal Fear nicht vorstellen kann.

Was Jaded Heart traf, die notgedrungen nur als Quartett auftreten mussten, ereignete sich im Zeitraum vor dem Debant-Auftritt auch bei Primal Fear. Allerdings mit einem weit glücklicheren Ausgang. An der Stelle von Gitarrist Magnus Karlsson, dem in dieser Zeit Zwillinge geboren wurden und der aus außerordentlichen Umständen gezwungen war, den Auftritt mit Primal Fear in Debant abzusagen, stand diesmal Alex Beyrodt – ein exzellenter deutscher Gitarrist, der in seinem Spiel die Y.J. Malmsteen-Obsession nicht verbirgt (schaut euch sein Soloprojekt „Voodoo Circle“ an – nebenbei bastelt Beyrodt bereits am Material für dessen Nachfolger) und den ihr vielleicht aus seiner Tätigkeit in den Bands Sinner und Silent Force kennt. Alex Beyrodt ist für Primal Fear ein bewährter und gründlich erprobter  Name, dem die Band voll vertrauen kann und auf den sich Primal Fear stets verlassen können. Der Typ ist ein langjähriger Kollege Sinners; er hat der Gruppe Primal Fear bereits auf ihrer Tournee im Oktober und November 2007 ausgeholfen, als sie sich von Ex-Gitarrist Tom Naumann trennten. Als Kuriosität sei am Rande erwähnt, dass Beyrodt als Sondergast den Großteil der Gitarrenparts zum zweiten Studioalbum von Jaded Heart mit dem Titel „Slaves And Masters“ (1996) beigesteuert hat – den Debant-Begleitern von Primal Fear. Wie klein die Welt manchmal ist und wie schicksalhaft manche Dinge verflochten sind… Nach all diesen Referenzen könnte man sagen, dass es für Primal Fear nichts schaden würde, wenn Beyrodt gleich als festes Mitglied bei Primal Fear bleiben würde. Zumal sich nach dem Bühnenspiel gezeigt hat, dass er sich hervorragend mit dem Geist, dem Wesen, der Energie und dem Bühnenprogramm der Band versteht.

Primal Fear, die Ende Mai dieses Jahres das Album „16.6.“ (2009) veröffentlicht haben – ihr zweites Studioalbum für das renommierte italienische Label Frontiers Records –, begannen das Konzert auch im entsprechenden Stil. Doch nach dem Einleitungsteil präsentierten sie nicht das „halloweenartig“ eingefärbte Riding The Eagle, das die Platte „16.6.“ einleitet, sondern das deutlich dunklere, aber typisch „Fear“-mäßig unerbittliche Under The Radar. Die Situation im Saal war nicht wesentlich anders. Nur dass das österreichische Publikum beim Konzert von Primal Fear noch mehr Alkoholdämpfe unter der Mütze trug. Die Mehrheit klammerte sich nach wie vor an die Bar oder starrte aus sicherem Abstand, mehr oder weniger schwankend, auf das Bühnengeschehen.

Primal Fear sind unglaublich. Ich verfolge ihre Auftritte seit 2001, und für diese Band galt stets, dass ihre Songs live noch mehr Adrenalinladung, echtes Metallmark, gnadenloses Knirschen scharf geschärfter Zähne, Aggressivität und unglaubliche Riff-Schlagkraft gewinnen. Unter den Rädern des extrem präzisen und donnernden Schlagzeugspiels des ehemaligen Annihilator-Drummers Randy Black ist das Attribut der Schockierung des Zuhörers äußerst anschaulich zum Ausdruck gebracht. Aber ohne Scheppers‘ außerordentliche Form wäre von all dem nichts realisiert. Ralf hat sich stets als Sänger ausgezeichnet, der in den höchsten Registern enorme Kraft aus seinen Stimmbändern herausholt. Dabei überspringt er nicht die Mittelregister, wie es bei vielen „Schummler“ Usus ist, sondern zieht aus ihnen die volle Kraft heraus und überträgt sie, ohne auch nur das kleinste Atom davon zu verlieren, bis in die extremen Höhen, die du mit deinen eigenen „Stimmchen“ lieber gar nicht erst zu erklimmen versuchen solltest. In Debant sang Scheppers einzigartig. Ohne Patzer, mit aller Kraft und überwand spielend die schlimmsten Lagen, die die Stimmbänder der meisten Menschen auf unserem Planeten längst durchgebrannt hätten.

Die Band schoss in der ersten Hälfte abwechselnd neuere Songs ab, zwischen die sie Klassiker mischte. Den heißesten Köpfen drehte es schon im Eröffnungsteil gehörig die Birne, als die Band Battalions Of Hate abfackelte. Erneut glänzte das ausgearbeitete Bühnerspiel der Gruppe, das berühmte Seite-an-Seite-Aufstellen der Gitarristen, die Haltung der zur Menge gerichteten Gitarren, Gesichter voller Unnachgiebigkeit und gleichzeitiger strenger Konzentration auf ihre Arbeit.

Primal Fear hatten auch Solopassagen ins Repertoire eingebaut. Zuerst maßen sich Beyrodt und Wolter auf der Bühne und tauschten einige Crossfire-Duelle aus. Bald zeigte sich, dass Beyrodt eine gute Schippe schneller, eleganter und deutlich vielseitiger als Gitarrist ist. Aber das mindert nicht das Gewicht und die Bedeutung von Wolters Präsenz bei Primal Fear. In allen Songs agierten beide Gitarristen absolut gleichwertig, und Beyrodt sorgte auf Basis seiner reichen Erfahrung und seiner hervorragenden Kenntnis des Werks und des Bühnenspiels der Band durchgehend dafür, an den Stellen, wo Karlsson hätte solieren sollen, geschmackvolle „Retro-Eighties-Metal“-Soli beizusteuern, die die Kompaktheit und Schlagkraft von Primal Fear auf hohem Niveau hielten! Später kam auch Randy Black auf seine Kosten, unterhielt die Anwesenden mit einem kurzen Schlagzeugsolo, während der Rest der Crew backstage ein paar kräftige Schlucke Wasser hinunterstürzte.

Das neue Material funktioniert wieder hervorragend in Kombination mit älteren Songs. Die Setlist wirkte – angesichts der Tatsache, dass Primal Fear im Vergleich zum Vorjahr darin lediglich die Songs vom Album „New Religion“ (2007) gegen Songs von „16.6“ ausgetauscht hatten – extrem vorhersehbar und hätte man in weiten Teilen bereits im Voraus, vor dem Konzert, in einer Reihenfolge korrekt prognostizieren können, die von der, die die Band dann auf der Bühne bot, nicht allzu stark abgewichen wäre.

Primal Fear boten wirklich ein exzellentes Konzert. Auch beim Morarock Festival in Italien letztes Jahr haben sie mit ihrer Unnachgiebigkeit beeindruckt, doch diesmal trug ihr Konzert noch ein Quäntchen zusätzlicher Intensität. Die Nuancen, bei denen ich diesmal ein Haar in der Suppe suche, sind wirklich Nuancen, aber man könnte hervorheben, dass Beyrodt tatsächlich das Kaliber eines Gitarristen ist, der für Primal Fear geboren wurde und sich wunderbar in das Wesen der Band eingefügt hat. Der zweite Faktor, der im Vergleich zum Auftritt in Moraro einen zusätzlichen Intensitätspunkt einbringt, ist der, dass das Konzert in Debant in einer geschlossenen Halle stattfand, die mit exzellenter Akustik aufwarten konnte, in der alle Bausteine von Primal Fear sich hervorragend ergänzten und in der Symbiose des Klangbilds effektiv magnifizierten – allen voran die kristallklar hörbaren Gitarrenharmonien, Soli und Scheppers‘ einzigartiger Gesangstornado. Der Sound war während des Konzerts großteils exzellent. Einige Probleme gab es an einer Stelle, als Scheppers‘ Monitor muckte, was er auf der Bühne mit zwei ruckartigen, nicht gerade sanften Tritten dagegen zum Ausdruck brachte.

Als Zugabe überraschten die Jungs mit der Aufnahme des akustischen Hands Of Time von der neuen Platte „16.6“. Die Vocals teilten sich darin Scheppers, Sinner und Wolter, während Beyrodt in den Übergängen ein paar witzige „Flamenco“-Finessen abfeuerte. Das Stück, das atmosphärisch betrachtet vielleicht eher in die Mitte des Repertoires eines regulären Primal Fear-Konzerts gepasst hätte, wurde von den „großen Schuldnern“ vom Debüt abgelöst, nämlich Running In The Dust und natürlich welcher andere Song als Chainbreaker. Primal Fear, die auch diesmal des Besuchs des treuen „Battalions Of Hate“-Fanclubs aus Slowenien teilhaftig wurden, standen nicht mit verschränkten Armen da. Ralf sprang von der Bühne und zog das jüngste (neunjährige) Mitglied auf die Bühne, das dann in Gesellschaft von Primal Fear auf der Bühne den ganzen abschließenden Refrain von Chainbreaker mitsang. Absolut richtig. Bravo der Band und dem kleinen Kerl, der so schon in den frühen Morgenstunden seines Lebens erfolgreich in den Schuhen echten Heavy-Metal-Designs zu gehen gelernt hat.

Primal Fear haben wieder einmal bewiesen, dass sie live in jeder Hinsicht exzellent sind. Sie hören nicht auf. Nicht einmal vor dem überwiegend reservierten und scheuen österreichischen Publikum. Ehrlich gesagt, sind sie in Österreich nie auf allzu große Unterstützung seitens der Massen gestoßen. Einzig dem außerordentlichen Willen und Glauben des Veranstalters des diesjährigen Events „Night Of Rock“ in Debant, Martin Sander, ist es zu verdanken, dass er die Band in diese Gegend gebracht und damit auch potenziellen Besuchern und Fans dieser Gruppe aus Slowenien den Besuch erleichtert hat. Primal Fear machen sich in Kürze auf den Weg jenseits des großen Teiches auf Amerikatournee. Im Herbst kehren sie erneut auf europäische Bühnen zurück, mit Brainstorm als Vorgruppe. Wir wünschen ihnen eine gute Reise.

Nach dem Ende des Primal Fear-Konzerts war das Event aber noch nicht vorbei. Die Bühne erwachte erneut zum Leben, als die österreichische „Judas Priest tribute to“-Band Painkilla sie betrat. Aber es war weit, weit nach ein Uhr nachts, also zogen wir mit leeren Akkus langsam in Richtung Süden ab.

Fotos: Robi Lipej

Setlist

PRIMAL FEAR: 1.Before The Devil Knows You’re Dead (Intro) 2.Under The Radar 3.Battalions Of Hate 4.Killbound 5.Agent In Black 6.Six Times Dead (16.6) 7.Nuclear Fire 8.Seven Seals 9.Fighting The Darkness 10.Riding The Eagle 11.Final Embrace 12.Metal Is Forever —Zugabe— 13.Hands Of Time 14.Running In The Dust 15.Chainbreaker

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