Janez Bončina – Benč v sebi lastnem slogu razbil predsodke o starih prdcih!
Ort: Cvetličarna Mediapark / Ljubljana
Konzertdatum: 15.05.2008
Besucherzahl: 400
Ticketpreis: 20 €
Die Rede ist natürlich vom Donnerstagstanz des großen Janez Bončina – Benč, einer Legende der slowenischen und zweifellos auch der jugoslawischen Musikszene, der nach einer ganzen Reihe von Auftritten an mehr oder weniger unbeneidenswerten Locations endlich genug Mut zusammengekratzt hat für die Landung in der weißen Stadt Ljubljana. Und die hat ihn mit offenen Armen empfangen! Zu unserem Glück, denn nach der Flut an allerlei Tribute-to-Experimenten kamen wir endlich wieder in den Genuss einer echten Rockerfete, die garantiert noch lange in der Erinnerung jedes Besuchers bleiben wird. Und obwohl Bončinas Konzert nicht mal im Entferntesten zu seinen besten Auftritten zählte, erst recht nicht in die Familie der spektakulären Reunions gehörte, die wir seit ein paar Jahren erleben, hat der Altmeister des Rock & Roll in uns erneut diesen Geist aufregender Unberechenbarkeit und Vagabundentums geweckt, der der Monotonie der heutigen Musikszene so fremd ist. In so einer Stimmung überkommt einen schnell ein gewisses Déjà-vu, wenn wie ein Blitz aus heiterem Himmel die erschreckende Erkenntnis einschlägt, wie volkstümlich das Vermächtnis von Benčs Lebenswerk im Lauf der Jahre geworden ist. Man denke nur an das donnernde Skandieren des Songs Ta noč je moja, das noch gut zehn Minuten nach Janez‘ Abgang von der Bühne der Cvetličarna aus den Kehlen des begeisterten Publikums dröhnte, oder an die aufrichtige Sympathie für jede Geste des Sängers, jede Ansage oder Gesangslinie irgendeines benčologischen Evergreens.
Der Rest, oder besser gesagt der Großteil von Benčs Menü bleibt natürlich altbekannt. Da wären die herzliche Gvendolina, das frühlingshaft arrangierte Na noge, die Verträumtheit von Zlata obala, die immer wieder durch großartige Backing-Vocals gestützt wird und zusammen mit den Perlen von Fräulein Maja zum erwarteten Ausbruch nostalgischer Emotionen führte, und für die Freunde schärferer Rhythmen die alten September-Perlen Kolo und Domovino moja, bei deren Vorstellung Janez schon langsam anfing, es mit dem Ausbreiten von Details aus seinem zweifellos reichen Fundus an Anekdoten und Geschichten zu übertreiben. Die strapazierten diesmal zum Glück nicht die Geduld des versammelten Publikums, was aber noch lange nicht heißt, dass Janez sich zum Beispiel davor gedrückt hätte, sich auf die typische vokal-instrumentale Diskussion einzulassen, diesmal verständlicherweise an seinen jungen Schützling Tjaša gerichtet. Letztere ließ sich von dem emotionalen Verstricktwerden in endlos lange Überredungsversuche nicht überzeugen, was Benčs Elan natürlich nicht erschüttern konnte. Einem alten Hasen bringt man eben keine neuen Tricks bei. Oder, wie Herr Benč sagen würde: „Otrok ali tampon nista ovira!“
Text: Daniel Pavlica
Fotos: Mojca Perdih
Setlist
1.Gvendolina 2.Štipenzija 3.Kanela blues 4.Staro vino 5.Na noge 6.Zlata obala 7.Maja z biseri 8.Edina luč 9.Kadar ognji dogorijo 10.Mr. Soul 11.Nazaj 12.Kolo 13.Domovino moja 14.Ob šanku 15.Navali narod na gostilne 16.Ta noč je moja
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