Gibonni in der ATP arena in Umag (2007)
Ort: ATP arena (UMAG)
Konzertdatum: 27.04.2007
Besucherzahl: 1947
Ticketpreis: 70 Kn.
Das Konzert an sich war zufriedenstellend, aber nicht das ganz große, das wir sonst von Gibonni bei uns gewohnt sind. Der Herr ließ das slowenische Publikum aber auch diesmal nicht im Stich und lobte gleich zu Beginn die zahlreich erschienenen Slowenen, die nach den slowenischen Zurufen zu urteilen glatt die Hälfte des Publikums ausmachten. Zu dieser zahlreichen Beteiligung hat höchstwahrscheinlich auch der Urlaub der Slowenen in der nahen Feriensiedlung „Sel Stella Maris“ beigetragen, wo unser slowenischer Gast jedes Jahr buchstäblich alle verfügbaren Bungalows und sonstigen Kapazitäten besetzt. Den Kroaten, die den einstigen „heimischen“ Gast noch immer nicht zu schätzen wissen, kommt das sehr gelegen, denn so bekommen sie die kostenlose Reinigung einzelner Ferienunterkünfte, die wir Slowenen normalerweise in einem unhygienischen Zustand bzw. auf dem Minimum hinterlassen. Aber lassen wir die historischen Kleinigkeiten und die Geschichte, die sich ja so gern wiederholt, und widmen wir uns der Musik.
Wie gesagt war das Konzert zufriedenstellend, auch wenn die Begleitband irgendwie nicht richtig eingespielt wirkte, die Songs aus unbekanntem Grund und ohne besondere Improvisation den Rhythmus wechselten und Gibonnis Stimme hörbar rau klang. Die Show lief routiniert und altbekannt ab, Gibonni nahm dem nächstbesten Kameramann wie schon klassisch die Kamera ab und spielte ein bisschen mit den Aufnahmen herum. Fakt ist: Gibonni ist in einer Phase angekommen, in der jeder seiner Songs ein Hit ist, und entsprechend imposant ist es mittlerweile zu hören, wie das ganze Publikum leicht entrückt und subtil gemeinsam mit Gibonni mitsingt. In dieser Hinsicht hat das Publikum definitiv nicht versagt, auch wenn darunter viele waren, die den Samstagabendspaziergang auf der Riva in Umag gleich für einen Besuch bei diesem kroatischen Songwriter genutzt haben.
Die Musiker in Gibonnis Begleitband sind eine Geschichte für sich, und obwohl Gibonni seine Aufmerksamkeit „wieder mal“ fast am meisten dem Geiger Marko schenkte und der Schlagzeuger für meinen Geschmack ein verdammt gutes Intermezzo-Solo hinlegte und damit allgemeine Ovationen im Publikum auslöste, war der markanteste doch Marijan Brkić an der Gitarre, der mit seiner „coolen“ Art zeigte, wie man Sachen routiniert serviert.
Der Sound war für ein „Open Air“-Konzert angemessen, und beim Song „Tija bi te zaboravit“ erlebten wir sogar ein Crescendo, zu dem selbst die Floyds persönlich gesagt hätten: „F****n Jolly good!“ Licht und Pyrotechnik: mittelprächtig, aber irgendwie auch sympathisch schlicht, weil die paar Pyrotechniker ihr Handwerk nicht als achte Kunst verkaufen wollen. Alles in allem ein gutes Konzert, eine schöne Abwechslung in den Frühlingstagen und ein Auftakt in den Sommer.
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