2010… Live The Terror
Künstler: Hammered
Label: Eigenveröffentlichung
Erscheinungsjahr: 2006
Laufzeit: 26:05
Bewertung: 3.8/5
Das italienische Quintett aus dem italienischen Görz veröffentlichte dieses Demo bereits 2006, vollständig in Eigenregie – inklusive Eigenveröffentlichung. Hätte sie ihr Weg nicht Ende September dieses Jahres in den Ljubljanaer Channel Zero auf der Metelkova geführt, hätte ich diese Band nie kennengelernt, geschweige denn diese EP.
Die Kerle machen keine halben Sachen, sie haben ihr eigenes „Ich“, ihre eigenen Riffs – und am meisten zieht bei der EP die exzellente, rohe Produktion an, die Hammered sehr echt klingen lässt. Schon allein der erste Track ist eine aggressive siebenminütige Sinfonie, die eine äußerst gefällige Mischung der genannten Elemente des frühen Thrash Metal zeichnet, hervorragend kombiniert mit bombastischen Melodien, die die Gitarristen mit Terzenharmonien heraufbeschwören. Der Track ist komplexer aufgebaut, motivisch in mehrere Teile gegliedert, die durch melodische Übergangspassagen effektiv zusammengefügt werden – und Hammered verlieren dabei nie den roten Faden. Auch die dramatische Atmosphäre steigert sich darin schrittweise, womit die Komposition wirkungsvoll bereichert wird. Das Klangbild ist detailliert ausgearbeitet, und die Band lässt in der Ausdruckskraft auch beim Hinzufügen hochverarbeiteter mehrteiliger Solo-Dialoge beider Gitarristen nicht nach. Der Gesang ist mittel bis höher intoniert, bringt ein zusätzliches Maß an Melodiosität in die Band und könnte in einem symphonisch-Power-Metal-Format sehr wirkungsvoll funktionieren. Stellenweise spürt man den italienischen Akzent in den englischen Versen, der aber nicht übertrieben ist und nicht störend wirkt. We’ll Met In Hell wirkt als Kreuzung aus klassischen Riot, den Speed-Metallern Helstar und frühen Slayer auf der EP definitiv am aufregendsten und sticht von Natur aus eindeutig heraus. Darin bestätigt die Band erneut ihr außerordentliches Gespür für das harmonische Aneinanderreihen zahlreicher Motive, die sich durch die gelungene Erschaffung einer kataklystischen Atmosphäre – wie sie im abschließenden Teil des Tracks voll ausbricht – fließend folgen.
Hammered sind gelungen. Sie haben ein bisschen aus dem Schatz der Urväter des Thrash Metal wie Megadeth, Metallica, Slayer ausgegraben und all das in einen grundlegenden, versteinerten Old-School-Melos eingewoben, der sich natürlich dem Heavy Metal der frühen Iron Maiden annähert. Dieser Minestrone kommen sie am direktesten im abschließenden From Paradise To Hell nahe.
„2010…Live the Terror“ ist ein begeisternder Einstand, der Hammered als Band definiert, die sich glücklicherweise auf die Wurzeln des Metals besinnt und dabei der Entwicklung eigener Ideen folgt. Als Italiener besitzen sie kein Milligramm Zucker, noch sind bei ihnen Tendenzen zu Copy-Paste-Riffs zu finden – womit italische Bands die Weltkonkurrenz ruhmslos in den Boden stampfen. Es ist eine aggressive, dramatische Faust voll Dynamit, bei der die Köpfe echter Metal-Fans ohne Zögern in wildem Spin rotieren werden.
Besetzung
Andrà s Csà szà r – Gesang
Luca Cicuttin – Gitarre
Andrea Grasso – Gitarre
Mario Manganelli – Bassgitarre
Alfredo Macuz – Schlagzeug
Produktion
Hammered
Tracklist
1. No Time For Us
2. Killing For Money
3. Space Invaders
4. We’ll Meet In Paradise
5. From Paradise To Hell