Battering Ram
Autor: Aleš Podbrežnik
Künstler: Saxon
Label: UDR
Veröffentlichung: 2015
Laufzeit: 46:30
Wertung: 4/5
Und schon das 21. Studioalbum der ewigen und legendären Metal-Urgesteine Saxon. Auch das ist eine Band, die in den letzten Jahren fleißig Jubiläen feiert. Sie sind in die Jahre gekommen. Eine Tournee nach der anderen. Dieser, jenem, einem dritten gewidmet,… Konzertdokumente prasseln entsprechend nieder. Gleichzeitig nehmen Saxon regelmäßig neue Studioalben auf. Zwei Jahre sind seit der Veröffentlichung von Sacrifice (2013) vergangen, und das neue Studiowerk steht schon vor der Tür.
Am Produzentenpult haben Saxon Andy Sneap behalten, der bereits den Vorgänger »Sacrifice« produziert hat, weshalb das neue Album seinem Vorgänger klanglich auf dem Fuß folgt. Was das Komponieren betrifft, gibt es keinerlei Geheimnisse. Die Veteranen zeigen im Studio wieder ihr volles Können. Erfahrung und Routine sprechen für sich. Druckvolle und schlichte Riffs, die in die eingefahrene Form des Old-School-Euro-Heavy-Metal passen (die brillanteste Komposition unter den neuen Tracks ist in dieser Hinsicht Top of the World). Da es natürlich keine Geheimnisse gibt, ist auch bei den neuen Saxon stets klar, woran man ist. Auch diesmal kommen Saxon schnell auf den Punkt. Sie verkomplizieren die Sache kein bisschen. Und so reißen sie erwartungsgemäß einmal mehr alles nieder.
Das typische Saxon-Album zielt von der ersten bis zur letzten Sekunde wieder auf die breite Fanbasis ab, die die Band seit jeher verehrt, auf jeden Fall aber haben Saxon das große Glück, dass sie auch die junge Garde frischgebackener Musikfans schätzt, die erst kürzlich beschlossen haben, in die Welt des Metals einzusteigen. Die Kompositionen stehen erneut qualitativ hochwertig Seite an Seite, ohne Qualitätsschwankungen untereinander. Die Gitarrenphrasen sind natürlich meisterhaft neu verpackt und recycelt. Saxon entdecken keine neuen musikalischen Horizonte, sondern reiten fest und sicher im Rahmen ihrer vorhersehbaren musikalischen Formel. Bekannt, erprobt, gefragt – und gleichzeitig einmal mehr einzigartig. Das ist der Wiedererkennungswert, und der ist natürlich das Wichtigste von allem.
Solange die Jungs solche stürmischen Angriffssongs hinlegen wie das messerscharfe Devil’s Footprints oder das mittlere Stand Your Ground, werden auch die Alben ihre Frische und jugendliche Energie bewahren, die Saxon im Studio auch in reifen Jahren in Hülle und Fülle haben. In einem Alter, in dem so manche Band ernsthaft über den Ruhestand nachdenkt. In diesem neuen Eintopf aus treibenden, mittelschnellen klassischen Metal-Märschen, in denen gelegentlich der Geist von Rock’n’Roll und Blues durchschimmert – wie etwa im Song To The End –, wird der echte Saxon-Fan auch diesmal eine prallvolle Tasche voller persönlicher Befriedigung und Erfüllung finden. Unter den Songs liefert diesmal der längste von allen nicht nur eine gelungene, sondern eine höchst willkommene Abwechslung. Das ist der Abschlusstrack Kingdom of the Cross. Es ist ein düster angelegter Song, hinter dem eine bewegende Geschichte steckt, und er verfügt über eine ausgezeichnete atmosphärische Steigerung, bei der die emotionale Spannung über die gesamte Laufzeit hinweg stetig zunimmt. Dass Biff sich stimmlich noch immer in Topform befindet, muss man kaum extra erwähnen. Er bleibt eine der markantesten Gesangsfiguren des Heavy Metals.
»Battering Ram« ist die studiokreative Konstante der Band! Ein echtes Saxon-Album von Kopf bis Fuß. Nichts mehr, nichts weniger.
Saxon – Battering Ram (offizielles Musikvideo):
Besetzung
Biff Byford – Gesang
Paul Quinn – Gitarre
Doug Scarratt – Gitarre
Nibbs Carter – Bassgitarre
Nigel Glockler – Schlagzeug
GASTMUSIKER:
David Bower – Gesang
Produktion
Andy Sneap
Trackliste
1. Battering Ram
2. The Devil’s Footprint
3. Queen Of Hearts
4. Destroyer
5. Hard and Fast
6. Eye of The Storm
7. Stand Your Ground
8. Top Of The World
9. To The End
10. Kingdom Of The Cross