Mark Lanegan (Screaming Trees, Queens of the Stone Age) 25. 11. 1964 – 22. 2. 2022
Mark Lanegan, Singer-Songwriter aus Seattle, bekannt u. a. durch seine Zusammenarbeit mit Screaming Trees und Queens of the Stone Age sowie Musiker, der in den Achtzigern und Neunzigern im pazifischen Nordwesten eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Grunge-Szene spielte, starb am Dienstag, dem 22. 2. 2022, in seinem Zuhause in der irischen Stadt Killarney. Lanegan wurde 57 Jahre alt. Die Todesursache ist nicht bekannt.
Mark William Lanegan wurde am 25. 11. 1964 in Ellensburg (US-Bundesstaat Washington) geboren. Obwohl ihm die Zusammenarbeit mit Screaming Trees, Queens of the Stone Age und den Gutter Twins (seinem Duo mit Greg Dulli von Afghan Whigs) nie den verdienten Ruhm brachte wie einigen seiner Zeitgenossen aus der Grunge-Szene — darunter Mitgliedern von Nirvana und Soundgarden — zog Mark Lanegan die weltweite Musiköffentlichkeit mit seiner tief charismatischen Stimme in den Bann, die den Hörer gleichermaßen in rauschende Höhen wie in bodenlose Abgründe aus Trauer und Verzweiflung ziehen konnte.
Die Mitgründer von Screaming Trees lernte er noch in der Schule kennen, und die Gruppe veröffentlichte bereits 1986 ihr Debütalbum, das eine Art Mischung aus psychedelischem Hard Rock präsentierte. Im Laufe der Zeit entwickelte und verfeinerte die Gruppe ihre künstlerische Ästhetik, in der wütende und zermürbende Texte Hand in Hand mit der druckvollen, vielschichtigen Gitarrensound gingen — was der Band nach und nach den Ruf einbrachte, Heavy Metal und Punk früh miteinander verbunden zu haben und damit einen Grundstein für die Entstehung des Grunge gelegt zu haben. In der ersten Hälfte der Neunziger machte die Gruppe ihr musikalisches Visionsrecht mit Songs wie Nearly Lost You, Bed Of Roses, Dollar Bill und All I Know einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Mark Lanegan legte seine Solokarriere mit dem Debütalbum „The Winding Sheet“ los, das 1990 erschien. Auf diesem Album wirkten auch Kurt Cobain und Krist Novoselic von Nirvana als Gastmusiker mit. 1996 legten Screaming Trees nach zehn Jahren und dem siebten Album „Dust“ eine Pause ein, bevor sie sich 2000 endgültig auflösten. Ihre letzten Aufnahmen aus den späten Neunzigern erschienen 2011 auf der Kompilation „Last Words: Final Recordings“. Lanegan brachte im Laufe seiner Karriere insgesamt zwölf Soloalben heraus, das letzte davon, „Straight Songs Of Sorrow“, erschien 2020.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends schloss sich Lanegan Queens Of The Stone Age an, mit denen er 2002 und 2003 zwei Grammy-Nominierungen einfuhr. Er steuerte Vocals zu den QOTSA-Alben „Rated R“ (2000) und „Songs For The Deaf“ (2002) bei. In jener Zeit kollaborierte er auch mit der Sängerin Isobel Campbell (Belle & Sebastian), mit der er zunächst die EP „Time Is Just the Same“ (2004) veröffentlichte, gefolgt von zwei weiteren Studioalben in den Jahren 2008 und 2010. Unter den vielen späteren Kollaborationen Lanegans sind besonders die Aufnahmen mit britischen Größen des Alternativ-Rock hervorzuheben, darunter PJ Harvey und Tinariwen — eine Gruppe afrikanischer Blues-Nomaden aus der malischen Wüste.
Lanegan litt viele Jahre unter einer Drogensucht, über die er in seinem 2020 erschienenen Buch „Sing Backwards and Weep: A Memoir“ sehr offen sprach. Darin hob er u. a. hervor, dass ihm Courtney Love, Cobains einstige Gefährtin, ausgerechnet in der Zeit nach Cobains Tod entscheidend dabei half, den Entschluss zu fassen und ein Entzugsprogramm zu beginnen.