David Bowie: Pin Ups
Veröffentlichungsdatum: 19.10.1973
Label: RCA Records
Produktion: David Bowie und Ken Scott
Laufzeit: 33:42
Genre: Glam Rock
Bewertung: 7/10
Der legendäre Chamäleon der Rockmusik David Bowie veröffentlichte 1973 »Pin Ups«, ein für ihn recht untypisches Coveralbum, das vor allem für den amerikanischen Markt gedacht war, da es Cover von Stücken einiger britischer Künstler enthielt, die in den USA nicht so populär waren wie auf englischem Boden und daher mehr Promotion brauchten. Mit »Pin Ups«, dessen Cover zwei Androgyne zeigte – David in seiner Ziggy Stardust-Phase und das englische, magersüchtige Supermodel Twiggy –, wollte Bowie dem amerikanischen Publikum einige Stücke seiner Lieblingsinterpreten aus der Jugend näherbringen, allen voran Syd Barrett-era Pink Floyd, The Pretty Things, The Who, The Yardbirds sowie The Kinks, um nur einige der bekanntesten Rockacts vom Ende der Sechziger zu nennen.
»Pin Ups« war Bowies letztes Album mit den Mitgliedern der Kulttruppe The Spiders From Mars, was bedeutet, dass der unvergessliche Gitarrenvirtuose Mick Ronson und der nicht minder geschätzte Bassist Trevor Bolder (später Uriah Heep und Wishbone Ash) – beide leider mittlerweile verstorben – hier ein letztes Mal zu hören waren, während Schlagzeuger Mick ‚Woody‘ Woodmansey just damals vom legendären Aynsley Dunbar abgelöst wurde, der bereits aufregende musikalische Abenteuer mit den Musiklegenden John Mayall und Frank Zappa hinter sich hatte.
»Pin Ups« war Davids Hommage an eine Musikära, die England an der Schwelle der Sechziger prägte, als die sog. Britische Invasion mit Einflüssen der Mod-Bewegung in den Psychedelic Rock überzugehen begann und zugleich seinen frühen musikalischen Werdegang stark beeinflusste. Besonders gut gelang David auf »Pin Ups« das Cover des Syd-era-Pink-Floyd-Evergreens »See Emily Play«, das wie für seine Stimme gemacht wirkte. Zu den besseren Covers zählten auch die beiden Bonustracks, die erst auf der Neuauflage von »Pin Ups« 1990 erschienen: Springsteens »Growing Up« sowie »Port of Amsterdam«, das ursprünglich vom belgischen Sänger Jacques Brel eingespielt wurde.
»Pin Ups« ist eines der wenigen Bowie-Alben, das man nicht als Rockklassiker bezeichnen kann, da es ausschließlich Cover seiner Lieblingsinterpreten aus der Jugendzeit enthält und vor allem für jene interessant ist, die erfahren möchten, wer seinen musikalischen Werdegang beeinflusst hat. Dennoch ist jedes Cover auf seine eigene Weise interessant und stellt eine schöne Hommage an eine bestimmte Musikepoche dar, die Davids künstlerische Entwicklung maßgeblich geprägt hat. Man könnte sagen, dass »Pin Ups« für Bowie eigentlich eine kurze Auszeit darstellte, bevor er das äußerst ambitionierte „Übergangsalbum“ »Diamond Dogs« (1974) schuf.
Autor: Peter Podbrežnik
Trackliste:
1. Rosalyn
2. Here Comes the Night
3. I Wish You Would
4. See Emily Play
5. Everything’s Alright
6. I Can’t Explain
7. Friday on My Mind
8. Sorrow
9. Don’t Bring Me Down
10. Shapes of Things
11. Anyway, Anyhow, Anywhere
12. Where Have All the Good Times Gone
Bonustracks:
13. Growin‘ Up
14. Port of Amsterdam
Musiker:
David Bowie – Gesang, Gitarre, Tenor- und Altsaxofon, Mundharmonika, Arrangements, Moog-Synthesizer
Mick Ronson – Gitarre, Klavier, Hintergrundgesang, Arrangements
Trevor Bolder – Bassgitarre
Aynsley Dunbar – Schlagzeug
Gastmusiker:
Mike Garson – Keyboards
Ken Fordham – Baritonsaxofon
G.A. MacCormack – Hintergrundgesang
Ron Wood – Gitarre auf „Growin‘ Up“