Jeff Scott Soto: Live And Loud in Milan 2019
Label: Frontiers Music Srl.
Erscheinungsdatum: 01.05.2020 (digitales Format)
Spielzeit: 41.15 min
Genre: Hard Rock / Melodic Rock / AOR
Wertung: 8.5 /10
Wer das aktuelle Rockgeschehen täglich verfolgt und auch im Bereich Melodic Rock zu Hause ist, dürfte bereits gut informiert sein, dass Frontiers Music Srl. wegen der aktuellen »planetaren Korrosion der ›Zivilisation‹, verursacht durch eine winzige und höchst faszinierende Schöpfung der Natur«, die Erscheinungstermine bereits offiziell angekündigter Alben ihrer Künstler verschoben hat. Das gilt für alle Veröffentlichungen, sowohl in physischer als auch in digitaler Form. Trotzdem hat das Label einige Konzertdokumente auf digitalen Plattformen freigegeben. So kam die plötzliche Ankündigung rund um den Erscheinungstag des neuen Livealbums eines der angesehensten und respektiertesten Vokalisten für alle überraschend. Die Rede ist von Jeff Scott Soto, der im Laufe seiner Karriere unter anderem für Y. J. Malmsteen’s Rising Force, Axel Rudi Pell, Journey und Talisman sang, für W.E.T. und Sons Of Apollo singt und zudem als Solokünstler aktiv ist. Dem Festival Frontiers Rock, das jährlich in Trezzo sull’Adda bei Mailand stattfindet, ist er kein Unbekannter — mit W.E.T. trat er bereits bei der ersten Ausgabe 2014 auf, bei der sechsten dann als Solokünstler mit Begleitband. Wer ihn dabei begleitet hat, kann ich euch leider nicht verraten, da die offiziellen Quellen, die über diese Details verfügen, das schlichtweg nicht angeben.
Dieses Konzertdokument, das am 1. 5. 2020 digital erschienen ist, wird in physischer Form in Jeffs kommendes, bereits sechstes Studioalbum „Wide Awake (In My Dreamland)“ eingebettet sein, das in der zweiten Jahreshälfte erscheint. Jeff hatte am 27. 4. 2019 auf besagtem Festival gerade mal gute 40 Minuten für seinen Auftritt zur Verfügung. In diese Zeit hat er immerhin elf Songs gepackt, was gar nicht so wenig ist. Das Repertoire besteht überwiegend aus Stücken seiner Solokarriere — bemerkenswert dabei: kein einziger Track seines aktuellen Studioalbums »Retribution«, das vor drei Jahren erschienen ist. »Lost In Translation« bekam gleich drei »Konzertwidmungen«, »Beautiful Mess« zwei, die Alben »Prism« und »Damage Control« je eine. Jeff und sein Team traten am ersten offiziellen Festivaltag auf, als dritte Band, nach Airrace und vor Ten. Der Headliner des Tages war Alan Parsons Project.
Im abschließenden Teil des Konzerts legten zunächst der Talisman-Klassiker I’ll Be Waiting und danach — denjenigen, die den Film »Rock Star« gesehen haben, sicher bekannt — Stand Up noch einmal ordentlich nach, wobei Jeff beim letzteren Song vom famosen Dino Jelusick (Animal Drive, Trans-Siberian Orchestra) im Vokalduett begleitet wurde, der das Konzert zuvor noch als Zuschauer verfolgt hatte.
Jeff ist nach wie vor in Topform. Die Stimmkraft lässt ihn nicht im Stich, und dabei beherrscht er den Kontakt mit dem Publikum meisterhaft. Das aufgeheizte, temperamentvolle Publikum frisst dem charismatischen Frontman auch diesmal aus der Hand! Das Konzertdokument ist ein Muss in der Sammlung jedes Fans dieses außergewöhnlichen Vokalisten. Wer mehr als nur die digitale Version möchte, den kann es trösten, dass genau dieses Konzert-Souvenir als Bonus-CD dem neuen Jeff-Album beiliegen wird. Wenn nichts anderes, wird es das mühsame Warten darauf zumindest ein bisschen erträglicher machen.
Autor: Aleš Podbrežnik
Trackliste:
1. Drowning
2. 21st Century
3. Believe in Me
4. Look Inside Your Heart
5. Eyes of Love
6. Soul Divine
7. Our Song
8. Holding On
9. I’ll Be Waiting (orig. Talisman)
10. Stand Up (Sondergast Dino Jelusick)

JSS je definitivno eden največjih vokalov v rocku, a je žal to ostalo v veliki meri spregledano. Pred nekaj dnevi se je na spletu pojavil „koronski“ posnetek We Are The Champions v izvedbi polovice Queen in z JSS na vokalu – in je preprosto izjemen – zaželel sem si, da bi Queen pred na naslednje leto prestavljeno turnejo zamenjali pevca. A je žal verjetno AL večji magnet za široke množice kot JSS.
JSS je definitvno eden najmarkantnejših pevcev svoje generacije, ne čudi da je podpisan na tako kopico albumov, zanimivo mi je da se je ujel s Sons Of Apollo, ko to poslušam, bi pa jaz rajš vidu da gre kak pevc v njegovem stilu k Dream Theater pet he he 🙂