Corrosion of Conformity und Freunde füllten das Londoner O2 Forum

Corrosion of Conformity, Orange Goblin, Fireball Ministry in Black zaključili turnejo v londonskem O2 Forumu.

Corrosion of Conformity - 4
0 1.629

Ort: O2 Forum (Kentish Town), London, England
Datum: 4. 11. 2018

Die amerikanischen Sludge-Metal-Veteranen Corrosion of Conformity veröffentlichten Anfang des Jahres ihr lang erwartetes neues Album »No Cross No Crown«, das die Band wieder in alter Glanzzeit zeigt. Das Album wurde hauptsächlich in den USA beworben, in Europa lediglich in einigen Clubs und auf Festivals. CoC entschieden sich für eine Rückkehr nach Europa als Headliner, allerdings nur durch Großbritannien. Um die Tournee stilistisch attraktiver zu machen, nahmen CoC Orange Goblin, Fireball Ministry und Black Moth mit auf den Weg.

Die Tournee endete in der Londoner Halle O2 Forum Kentish Town, wohin sich über tausend Fans der Sludge-, Stoner- und Doom-Metal-Szene aufmachten. Auch wegen der hervorragenden Akustik der Halle durfte man sich von dem Konzert einiges versprechen.

Den Anfang machte Black Moth. Die Band, die drei Alben im Rücken hat, versucht mit ihrer Mischung aus Garage Rock, Doom Metal und Stoner Rock zu überzeugen. Die Gruppe war gut eingespielt, erfindet dabei aber nichts Neues. Sie setzt auf ein bewährtes Rezept, sodass es nicht an Anleihen bei Black Sabbath mangelt. Etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt Black Moth vor allem wegen der Sängerin – ohne sie würden sie in der Flut ähnlicher Bands untergehen. Black Moth haben ihren Teil in einer halben Stunde solide abgeliefert. Sie klingen vielversprechend, brauchen aber noch mehr Meilen auf dem Buckel.

Es folgten Fireball Ministry, eine etwas in Vergessenheit geratene amerikanische Band, die auf die Karte Hard Rock und Stoner Metal setzt. Instrumental sind Fireball Ministry durchaus eine hörenswerte Angelegenheit. Die Gitarren gehen mit melodischen Soli ins Ohr, auch an Druck mangelt es nicht. Haken schlägt der Gesang, an den man sich praktisch das ganze Konzert über erst gewöhnen muss. Er ist zwar eingespielt, doch die Färbung ist etwas ungewöhnlich und sticht vom Rest ziemlich ab. Das Quartett aus Los Angeles hat einen guten Teil der Zuschauer ordentlich aufgewärmt, sodass man für die verbleibenden Bands gut vorbereitet war.

Orange Goblin haben ordentlich Meilen auf dem Buckel, was sich in ihrem Auftritt deutlich zeigte. Die Band servierte fetten Stoner Metal, obendrauf gab es noch den einen oder anderen zerstörerischen Song, mit dem sie den legendären Motörhead ihren Tribut zollten. Natürlich blieben auch die Riffs im Stile von Black Sabbath nicht aus. Orange Goblin, die ihr aktuelles Album The Wolf Bites Back präsentierten, gaben alles. Die Band wirkte auf der Bühne energiegeladen, und Sänger Ben Ward erwies sich gleichzeitig als erstklassiger Entertainer.

Orange Goblin hatten knapp eine Stunde zur Verfügung und konnten daher etwas mehr spielen als die Vorbands. Neben Neuheiten gab es sogar den einen oder anderen älteren Song, und natürlich fehlten die bekanntesten Nummern nicht, darunter Acid Trial, Scorpionica, They Come Back und Red Tide Rising. Orange Goblin, die über 20 Jahre Rock-’n‘-Roll-Karriere im Rücken haben, zeigen keinerlei Ermüdungserscheinungen. Eigentlich ganz im Gegenteil. Ihr Auftritt strotzte vor Energie – eine richtige Party!

Dann waren nur noch Corrosion of Conformity übrig, die das Tempo etwas runterschraubten. Mehr in den Vordergrund rückten die Sludge-Metal-Riffs. Man hatte erwartet, dass die Band dem aktuellen Album den Vorrang geben würde, doch dem war nicht so. Das diesjährige Album No Cross No Crown ist zwar solide, kommt aber nicht an die Alben aus den Neunzigern heran. Neben vereinzelten Neuheiten servierte die Band vor allem bekannte Songs von den Alben Wiseblood, Deliverance und America’s Volume Dealers. Trotz der langsameren Nummern ließen Corrosion of Conformity es zwischendurch ordentlich krachen. Auch Stoner-Metal-Elemente waren vorhanden, was dem Repertoire mehr Dynamik verlieh.

Die Band ist nicht mehr ganz jung – viele Jahre aktives Rock-’n‘-Roll-Leben liegen hinter ihr. Doch irgendwie halten sie sich prächtig. Etwas angeschlagen wirkt Bassist Mike Dean, doch trotzdem hat er enorm viel Energie rausgequetscht. Das Gitarrenduo Pepper Keenan und Woody Weatherman harmoniert hervorragend, und Keenan kümmert sich obendrein um den Gesang, der nach all den Jahren noch immer die richtige Kraft hat. Das Einzige, was fehlte, war Schlagzeuger Reed Mullin, der auf dieser Tournee abwesend war. Am Auftritt von Corrosion of Conformity, der mit dem Klassiker Clean My Wounds endete, gibt es nichts auszusetzen. Die Band klingt druckvoll, ist energisch und gut eingespielt, wirkt dabei aber auf der Bühne nicht routiniert. Ein Konzert, das sich definitiv lohnt!

In der Londoner Halle O2 Forum in Kentish Town sorgten Corrosion of Conformity, Orange Goblin, Fireball Ministry und Black Moth für eine breite Palette an Metal- und Rock-Genres. Tourneeabschluss wie er sein soll!

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies