Das Phänomen Babymetal erobert die österreichische Hauptstadt
Ort: Wien / Gasometer / Österreich
Datum: 11. 2. 2020
Als Babymetal 2014 mit ihrem Debütalbum auf der Bildfläche erschienen, wirkte die Band wie ein reines Eintagsfliegen-Phänomen. Das Konzept allein sorgte in Japan für einen echten Riesenhype. Doch in den darauffolgenden Jahren eroberte die Gruppe auch den amerikanischen und europäischen Markt. Es schien kaum vorstellbar, dass so etwas mehr als ein Album lang überleben könnte.
Die Geschichte von Babymetal hat nie als Metalband begonnen – das war mehr oder weniger Zufall. Alle drei ursprünglichen Mitglieder kommen aus der umstrittenen »Johnny«-Schiene, die für die großen J-Pop-Gruppen der letzten Jahrzehnte verantwortlich ist. Die Band entstand im Grunde aus der Übersättigung klassischer J-Pop-Gruppen heraus, um etwas Anderes zu bringen – vor allem für junge Mädchen. Deshalb dreht sich auch der erste weltweit bekannte Song „Gimme Chocolate!!“ darum, dass sich Mädchen, die Schokolade lieben und das ein oder andere Kilo zu viel auf den Rippen haben, keine Gedanken über alles machen müssen. Auch der zweite vielgelobte Song „Karate“ handelt wieder von Mädchen-Themen. Erst vor Kurzem begann die Gruppe, Songs ohne diesen »Mädchen-Ton« zu veröffentlichen. Aktuell am bekanntesten ist PA PA YA, die – dem Titel nach zu urteilen – von der Papaya handelt.
Das Jahr 2018 war fast schicksalhaft. Tragisch verstarb Gitarrist Mikio Fujioka, dann folgte der Abgang von Sängerin und Tänzerin Yuimetal. Es schien, als wäre es das Ende von Babymetal – doch die Band erhob sich wie ein Phönix aus der Asche. 2019 erschien das Album Metal Galaxy, dem eine ausgedehnte Tour folgte, die auch Europa einen Besuch abstattete. Am 11. Februar war die Rückkehr von Babymetal nach Österreich angekündigt, die große Halle des Gasometers war reserviert.
Die Kontroverse um Babymetal in der Metalszene schwelt schon seit einiger Zeit und erinnert an die Ankunft des Metalcore zur Jahrtausendwende, als galt: „Wer das hört, ist kein richtiger Metalhead.“ Kawaii Metal – wie das Genre von Babymetal genannt wird – schlägt aber letztendlich eine Brücke über die Generationenlücke im heutigen Metal.
Über die Popularität der Band muss man nicht extra reden. Die Halle des Gasometers war nämlich ausverkauft – bis auf den letzten Platz. Unter den Besuchern war alles vertreten, was man sich vorstellen kann. Eltern mit Kindern kamen, jede Menge Teenager natürlich, aber auch ältere Old-School-Metalheads fehlten nicht.
Das klingt vielleicht seltsam oder ungewohnt, aber beim Konzert in Wien waren über 30 Mädchen dabei, die wegen der vielen Mosh Pits und Circle Pits gezwungen waren, das Konzert eher aus den hinteren Reihen zu verfolgen – was ihrer Begeisterung aber keinen Abbruch getan hat. Dass der Geist des Rock bzw. Metals dank Kawaii Metal auch Jüngere ergreift, ist definitiv etwas Besonderes – gerade für Eltern, die diesen Geist an ihre Kinder weitergeben können und dabei die poppigen Songs aus Disneys Eiskönigin gerne hinter sich lassen.
Noch bevor das Konzert überhaupt begann, lief über die Leinwände das Intro »Future Metal«, das allerlei futuristische Dinge zeigte – wie aus einem Science-Fiction-Film. Dann folgte die Euphorie der ganzen Halle, als das Konzert mit DA DA DANCE eröffnet wurde. Babymetal brauchten nicht lange, um die gesamte Halle auf die Beine zu bringen. Es folgte nämlich der Hit »Gimme Chocolate!!«. Das Kreischen der Teenager wollte gar nicht mehr aufhören. Mit jedem Song steigerte sich das Ganze noch weiter. Babymetal hielten die Euphorie vor jedem Song aufrecht, indem die Intros etwas länger gestaltet wurden.
Die Band hatte mehr oder weniger alle Songs im Set, für die Babymetal bekannt sind. Die vollbesetzte Halle des Gasometers bekam Hits wie Shanti Shanti Shanti, Megitsune, KARATE, Headbangeeeeerrrrr!!!!!, Distortion und viele mehr zu hören. Einer der Höhepunkte des Abends war zweifellos »PA PA YA!!«, bei dem die Begeisterung damit zum Ausdruck gebracht wurde, dass Shirts im Takt des Songs über dem Kopf geschwungen wurden. Diese Form der Huldigung ist in Japan durchaus bekannt, ist aber inzwischen natürlich auch in Europa und den USA zu sehen.
Babymetal schlossen mit Road of Resistance, bei dem das Publikum lautstark die Melodien mitsang und mitschrie. Durch die Halle hallte es wirklich: »oooh ooooh ooooh!« Und da muss man ehrlich sein: einen epischeren Abschluss hätte man sich kaum vorstellen können.
Babymetal haben mit ihrem Konzert im ausverkauften Gasometer bewiesen, dass sie kein Eintagsfliegen-Phänomen sind. Die Popularität wächst spürbar. Und die Tatsache, dass das Konzert von verschiedenen Generationen besucht wurde, lässt erahnen, dass der Andrang beim nächsten Mal noch deutlich größer sein könnte.
Text und Fotos: Denis Paradiž
Redigiert von: Primož Novak
Intro:
FUTURE METAL
DA DA DANCE
Gimme Chocolate!!
Shanti Shanti Shanti
BxMxC
Kagerou (Kami-Band-Intro)
Oh! MAJINAI
Megitsune
PA PA YA!!
Distortion
KARATE
Headbangeeeeerrrrr!!!!!
Zugabe:
Road of Resistance



Wish Google translate translated this better to German or English!
Great pictures even if only 3 more coming I hope???
Stay safe and hi from Oberösterreich
Hi Lukas, thank you for leaving a comment. While I did take more pictures, unfortunately, everybody photographer was allowed to post only three from their batch and they were picked by the management so no more pictures will be posted. Keep up with Rockline, Babymetal are coming back this summer 🙂
Best,
Denis