Sonntagabend voller Melodie mit Omnium Gatherum, In Mourning und Heidra

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Ort: Ljubljana / Orto Bar / Slowenien
Datum: Sonntag, 13. 10. 2019

Bei den finnischen Melodic-Death-Metallern Omnium Gatherum hatte man das Gefühl, dass sie wegen einiger anderer etablierter finnischer Bands nie genug Aufmerksamkeit bekommen haben. Auch nach Slowenien haben sie sich nicht allzu oft verirrt. Zwar sind sie vor vielen Jahren in Ljubljana als Vorband von Dark Tranquillity aufgetreten, aber seitdem ist viel Wasser den Fluss hinuntergeflossen. Omnium Gatherum haben in der Zwischenzeit fleißig Alben produziert und sich langsam eine Fangemeinde aufgebaut. Die Unterstützer der Band haben sich quer durch Europa in ausreichender Zahl angesammelt, sodass sich die Band auf eine Tour begeben konnte, bei der sie selbst die Headliner sind. Im Rahmen der Promotion ihres letztjährigen Werks The Burning Cold nahmen Omnium Gatherum die schwedischen In Mourning und die dänischen Heidra mit auf Tour.

Den Konzertabend eröffneten die dänischen Heidra, die durch einen glücklichen Zufall nicht vor einem leeren Saal spielten, was bei Vorbands ja sonst gerne mal vorkommt. Heidra gelang es durch gute Kommunikation und vor allem ansteckende Musik, ein größeres Publikum anzuziehen. Die Band bot eine Mischung aus Power Metal und Folk Metal. Auch Elemente des Black Metal waren spürbar. Vor allem aber erinnerte sie mit melodischen Einschüben an Ensiferum. Die Band setzt auf eher einfache und bewährte Sounds, was wegen des Kopierens bekannter Muster abschrecken kann, aber bei Heidra spürte man, dass sie versuchen, etwas Eigenständigeres zu schaffen. Dazu kam ein richtig energischer Auftritt, was ein weiterer Grund dafür war, dass die Band eine gute Resonanz erhielt.

Die schwedische Band In Mourning war ein ziemlich erwarteter Act. Die Band, die bereits fünf Alben vorzuweisen hat, war bislang kaum auf Tourneen unterwegs. Genaugenommen war dies ihre erste richtige Europatour. Die Band war von der Resonanz überrascht, denn fast alle Anwesenden verfolgten ihren Auftritt aufmerksam. Doch In Mourning sind kein Eintagsfliegen. Die Band kann mit progressiver Musik aufwarten, die zunächst an Opeth erinnert, bevor diese in retromäßigere Gewässer abbogen. Aber dass In Mourning keine bloße blasse Kopie sind, haben sie durch die Einbindung von Melodic Death Metal und Doom/Death Metal bewiesen. Mit einfallsreich strukturierten Songs, Melodieverläufen und einer abwechslungsreichen Rhythmussektion stellten In Mourning für manche sogar den Höhepunkt des Abends dar.

In Mourning haben keine lange Kilometerzahl, was das Touren betrifft. Doch ihr Auftritt wirkte authentisch und energisch. Die Bandmitglieder sind untereinander hervorragend eingespielt. Mit drei Gitarren war das Klangbild reichhaltig. Als Einheit funktionieren In Mourning sehr gut. Leider schaffte es die Band nicht, alle Highlights ihrer Karriere einzubauen, aber irgendwie hat sie das Wesentliche präsentiert. Gespielt wurden einige neue Tracks, aus dem älteren Material The Smoke, vom dritten Album dann A Vow to Conquer the Ocean und das epische Colossus, mit dem sie ihren Auftritt auch abschlossen. Schade, dass die Band ihr ausgezeichnetes Debüt außen vor ließ – dafür aber wird eine Rückkehr mit längerem Repertoire nötig sein. In jedem Fall haben In Mourning mit dem Gespielten bewiesen, dass man sie so bald wie möglich wieder sehen möchte.

Die finnischen Melodic-Death-Metaller Omnium Gatherum kamen verdientermaßen schließlich als Headliner an die Reihe. Das finnische Sextett hat bereits acht Studioalben im Rücken, das letzte mit dem Titel The Burning Cold erschien im Vorjahr. Die Albumpromotion lief logischerweise noch. Natürlich bot die Band aber auch den einen oder anderen älteren Song. Viele Jahre lang wirkte es, als wären Omnium Gatherum nur ein blasser Schatten der bekannteren Insomnium. Dazu kommt, dass in der Band Markus Vanhala mitspielt, der auch bei Insomnium Gitarre spielt.

Die Ähnlichkeiten mit Insomnium sind vorhanden, aber Omnium Gatherum wirken nicht so melancholisch. Dazu kommen noch Keyboards, die ein ganz anderes Bild erzeugen, und das ohne zu übertreiben. Auch der Gesang ist melodisch, was bei Melodic-Death-Metal-Bands jedoch gängige Praxis ist. Omnium Gatherum versuchen, möglichst abwechslungsreich vorzugehen, auch wenn die Ähnlichkeiten offensichtlich sind. Ein schöner Teil des Repertoires widmete die Band dem letzten Album The Burning Cold, doch natürlich fehlten auch Songs von Beyond, Grey Heavens und New World Shadows nicht. Mag sein, dass noch der eine oder andere ältere Track ins Programm hätte aufgenommen werden können, aber die Band ist heutzutage vor allem für ihre jüngsten Studioarbeiten bekannt. Mit dem Auftritt hat sich die Band jedenfalls bewährt. An Eingespieltsein fehlt es ihnen nicht, ebenso wenig an Energie.

Omnium Gatherum, In Mourning und Heidra haben dafür gesorgt, dass der Sonntagabend mit einer gelungenen Kombination aus Melodic Death Metal, progressivem Doom/Death Metal sowie Power und Folk Metal verging.

Autor: Primož Novak
Fotos: Sebastijan Videc

Heidra


In Mourning


Omnium Gatherum

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