Elvis Jackson – We Play 4 You
Erschienen: 3. 2. 2025 bei (Eigen-)Label EJ Records
Produktion: Bojan Pahljina und Elvis Jackson
Spielzeit: 35:28
Genre: Ska/Hardcore Punk
„Feelgood-Album zum entspannten Durchhören“
Bei HC-Punk und ähnlichem Zeug kenne ich mich deutlich weniger aus als bei metallischem Geknüppel, also verzeiht mir bitte ein paar Patzer, die im weiteren Text auf mein Unwissen zurückgehen.
Elvis Jackson haben sich mit dem Album Against the Gravity von 2009 in meinem Herzen und in meinen Ohren festgesetzt (RockLine Rezension). Ich habe es in der härtesten Phase meines Lebens oft gehört und kann sagen, dass es mir geholfen hat, die Seele zu reinigen und den Schmerz zu lindern, wie es eben nur ein Musikalbum schafft. Auch von der EP Window aus 2014 bin ich begeistert (RockLine Rezension), den Rest der Diskografie höre ich nur sporadisch.
Die Band stammt aus Wajdušna, und als Wajdouski-Patriot muss ich einfach die Rezension zum neuesten Album We Play 4 You liefern, das zwar schon Anfang 2025 erschienen ist, aber besser Bier als Wasser, oder? Zwar ist von den Ur-Wajdouci inzwischen nur noch Sänger Buda dabei, aber egal.
We Play 4 You ist das erste Album mit dem neuen Gitarristen Marty, der nach den gesundheitlichen Problemen des Original-Gitarristen Bert 2023 auch offiziell zur Band gestoßen ist. Entsprechend fällt sofort ein anderer Gitarrensound und ein anderer Zugang zum Spiel auf. Keine Sorge, Marty ist ein hervorragender Gitarrist, aber es gibt hörbar weniger rohe Energie und mehr Finesse. Entsprechend schnell sind Elvisi mit ihren Schwermetall-Gelüsten durch. Der Opener Not Buying This und der Beginn von Won’t Do What They Say, das war’s. Möglicherweise steuern sie noch im Faith No More-igen Worst Version in diese Gewässer. Der Rest des Albums ist so eine sonnige Bierchen-Veranstaltung. Voll mit kalifornischem Pop-Punk, Ska und Reggae und positiver Energie. Auch die Texte sind positiv gestimmt, zumindest größtenteils.
Mir gefällt, dass das Album als Ganzes gut funktioniert, es ist zum Durchhören vom ersten bis zum letzten Stück gedacht, ohne Skippen. Natürlich haut es nicht so heftig und tief rein wie Against the Gravity, aber das geht auf den Gemütszustand des Schreiberlings, auf andere musikalische Schwerpunkte und nicht zuletzt auf die Produktion, die großartig ist und dem Album hilft, aber weniger roh und zugleich weniger bombastisch als auf dem erwähnten Album von 2009.
Noch ein Wort zu den Musikern? Marty habe ich schon erwähnt, bei Rhythmus und Riffs hält er sich ans Abgemachte, in den Soli gönnt er sich Luft und lässt ein bisschen Metal-Geist aus der Flasche, Soki ist eine slowenische Schlagzeuglegende und gibt den Songs zusammen mit Bassist Slavc die nötige rhythmische Beweglichkeit. Buda hat seinen weich-melodischen Gesangsstil ohnehin schon vor gut einem Jahrzehnt bis ins Detail perfektioniert, also keine Überraschungen auf diesem Gebiet.
Hervorheben muss ich Life Should Be Fun, das mit seinem melancholisch-trägen Reggae-Rhythmus und der leicht morbiden Melodie stark von der übrigen Farbpalette abweicht. Der zündende Pop-Punk-Song Pouring Rain ruft einen heißen, sonnigen Tag am Fluss ins Gedächtnis, die Ska-Hüpfer Pissing In the Wind und Whistle Song zwingen zum Hintern-Schütteln. Am wenigsten überzeugen die etwas zu linearen Liedchen Do It Again und Let Me In, aber sie fügen sich schön ins Gesamtklangbild des Albums ein.
Đeksoni haben sich für dieses Album 10 Jahre Zeit genommen, ich hoffe, wir erleben das nächste noch vor 2030. Von Musik in Weltklasse-Qualität auf küsten-steirische Art gibt es nie zu viel 🙂
Bier in die Hand, Hintern in den Liegestuhl an einem warmen Sommertag und dieses Album laufen lassen. Genuss garantiert!
Bewertung: 8/10
Zuckerstücke: Life Should Be Fun, Pissing In the Wind, Pouring Rain
Autor: Igorac
Tracklist:
01. Not Buying This (3:48)
02. Won’t Do What They Say (2:49)
03. Do It Again (3:50)
04. Whistle Song (3:58)
05. Let Me In (3:51)
06. Worst Version (4:57)
07. Pissing In the Wind (2:21)
08. We Play 4 You (3:43)
09. Pouring Rain (3:24)
10. Wash Away (3:27)
11. Life Should Be Fun (3:38)
Musiker:
David Kovšca – Buda: Gesang
Marty Favento: Gitarren
Erik Makuc – Slavc: Bass
Marko Soršak – Soki: Schlagzeug
Gastmusiker:
Martin Janežič – Buco: Percussion bei Life Should Be Fun
Technik-Crew:
Produktion und Mix: Bojan Pahljina & Elvis Jackson
Mastering: Bojan Pahljina
Schnitt: Jasmin Alisević
Covergestaltung: Ohoroho
