Tamara Obrovac Transhistria Quartet, Samstag, 09.07.2016, Cerkno (Star plac)!

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Autor: Aleš Podbrežnik

wer: Tamara Obrovac Transhistria Quartet
wann: Samstag, 9. Juli, um 21.00 Uhr
wo: Star plac, Cerkno, Eintritt frei

Bei Regen im Gabrijel

Besetzung: 
Tamara Obrovac (Gesang, Flöte, Kompositionen)
Uroš Rakovec (Gitarre, Mandoline)
Žiga Golob (Kontrabass)
Krunoslav Levačić (Schlagzeug)

Zum ersten Mal kommt Tamara Obrovac nach Cerkno – eine renommierte kroatische Sängerin und Komponistin, die sich mit ihrer ganz eigenen Verbindung von istrischem Volksmusik-Erbe und Jazz einen Namen gemacht hat. Sie tritt mit dem internationalen, kroatisch-slowenischen Ensemble Tamara Obrovac Transhistria Quartet auf, einer etwas »abgespeckten« Version des Transhistria Ensembles (eines Quintetts, zu dem auch der italienische Akkordeonist Fausto Beccalossi gehört). Obrovac erkundet in überwiegend eigenen Kompositionen die Möglichkeiten, die spezifische istrische Tonleiter mit jazziger Improvisation zu verweben, und würzt ihre Auftritte nicht selten mit schelmischen Ansagen und funkensprühender Kommunikation mit dem Publikum. Das Ensemble erfahrener Musiker, das für außergewöhnliche Interaktion und spontane Improvisation steht, bringt in diese verblüffende und suggestive Klangmischung auch Elemente aus dem breiteren mediterranen Raum und der klassischen Musik ein.

Was Tamara Obrovac macht, gilt nicht nur auf der kroatischen Musikszene als etwas Besonderes – das reicht weit darüber hinaus. Obwohl sie anfangs Jazzstandards sang, wandte sie sich bald der eigenen Neugestaltung istrischer Volksmusik zu. In die unverwechselbare istrische Tonleiter brachte sie Jazz-Elemente – nicht nur in der Instrumentierung und den Arrangements, sondern auch im Gesangsstil, mit viel offenem Raum für Improvisation und die Ausgestaltung anfänglicher melodischer und rhythmischer Vorgaben. Dabei helfen ihr ausgezeichnete Musiker, darunter auch zwei Slowenen: Gitarrist Uroš Rakovec und Kontrabassist Žiga Golob. Letzterer ist zusammen mit dem Zagreber Schlagzeuger Krunoslav Levačić seit dem Debüt Triade an ihrer Seite und bildet damit den harten Kern der Reinkarnationen des Transhistria Ensembles (wie auch ihrer anderen Formationen).

Das Transhistria-Ensemble hat seit dem gleichnamigen Debüt aus dem Jahr 2001 einige Mitglieder ausgewechselt (neben Tamara ist genau die erwähnte Rhythmussektion konstant), während Tamara der Stammbesetzung für verschiedene Projekte weitere Musiker hinzufügte. So »elektrifizierte« sich das Ensemble auf dem Album Neću više jazz kantati (2009) – Golob griff zum E-Bass, dazu kamen eine Jazz-Funk-Bläsersektion und Keyboards, und man nannte sich fortan Transhistria Electric. Für das Album Madirosa (2011) stieß das tschechische Streichquartett Époque Quartet dazu. Für dieses Album erhielt das Ensemble zwei seiner zahlreichen Porins (die höchste kroatische Diskografie-Auszeichnung), und zwar für das beste Ethno-Album und die beste weibliche Vokalinterpretation. In diesem Jahr erhielt die Sängerin anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums ihrer Diskografiekarriere den Preis Miroslav Sedak Benčić, den die Kroatische Komponistengesellschaft verleiht – für ihr eigenes Schaffen im Bereich Jazz.

Obrovac schreibt viel für Theater- und Filmprojekte; so komponierte sie u. a. die Musik für den Filmhit Kaj je moški brez brkov (zu finden auf dem Album Daleko je… aus dem Jahr 2005), wofür sie die Goldene Arena für Filmmusik erhielt. Neben Transhistria ist sie auch für ihr stärker jazziges Quartett bekannt, in dem Pianist Matija Dedić spielt. Wie uns Tamara selbst verraten hat, wird sie in Cerkno mit dem Transhistria Quartet einen »gemischten Repertoire aus den ‚Hits‘ aller bisherigen Alben« spielen und singen – und zweifellos werden wir auch Songs vom diesjährigen Album Canto amoroso hören, erschienen beim österreichischen Label Alessa Records und der kroatischen Dependance von Menart. Auf diesem hervorragenden Album verwendete die Sängerin neben ihrem »Standard-istrischen Dialekt« auch den istriotischen, istrorumänischen und istrovenezianischen Dialekt. Aber keine Sorge: Ihr werdet alles verstehen, denn die Musik des Transhistria Ensembles spricht uns in einer universellen Sprache der Musik an!

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