Zola Jesus, Donnerstag, 19.03.3015, Ljubljana (CUK Kino Šiška)!

0 4

Autor: Aleš Podbrežnik

wer: Zola Jesus
wo: Ljubljana, CUK Kino Šiška, Katedrala
wann: Donnerstag, 19.03.2015, um 21.00 Uhr 

Eintrittspreise:
17 EUR im Vorverkauf, 20 EUR am Veranstaltungstag, 13,60 EUR erm.

Tickets kaufen!

Für ihr fünftes Studioalbum Taiga zog Nika aus dem Zentrum von Los Angeles auf die Insel Vashon im Puget Sound, um sich in die Welt der Natur einzutauchen. Die waldreiche Insel ist so eine Art Enklave ohne Brücken, die sie mit dem Festland verbinden würden. Die Taiga ist das größte Landökosystem der Welt, ein wilder nördlicher Wald, der große Teile Russlands, Kanadas und Eurasiens bedeckt und in Nordamerika »Northwoods« genannt wird. Nika wuchs in diesem nördlichen Wald auf, auf dem Land im Bundesstaat Wisconsin. Da sie russische Vorfahren hat, reicht ihre Herkunft als Bewohnerin der Taiga mehrere Generationen zurück, und deshalb hat sich diese Landschaft auf irgendeine Weise auch genetisch in sie eingeschrieben. Ihre Anziehungskraft spürt sie schon immer. Die Taiga steht für sie für Grenzenlosigkeit: Dort gibt es keine Gesetze, nur das Überleben – die Taiga ist zugleich unschuldig und roh, verkörpert in ihrer Reinheit eine gewisse Naivität, ist aber in ihrem Kern unerbittlich und brutal.

Nikas kreativer Prozess auf der Insel Vashon war in den meisten Fällen völlig anders als bisher. Bei früheren Alben begann sie die Musik mit einem Rhythmus oder mit Synthesizerschichten zu schreiben, die Vocals fügte sie normalerweise als letztes hinzu, doch diesmal schrieb sie die Songs zunächst vollständig a cappella. Davor hatte sie das Orchesteralbum Versions aufgenommen, das sie dazu inspirierte, ihre klassische Gesangsausbildung neu zu erkunden und das zu verfeinern, was sie in ihrer Jugend entwickelt hatte. Sie begann wieder mit ihrer ehemaligen Operngesangslehrerin zu üben und gewann dadurch mehr Selbstvertrauen und einen größeren Stimmumfang, den sie schon eine Weile nicht mehr hatte. So konnte sie den Noise und den Hall loswerden, mit dem sie ihren Gesang früher aus Angst überlagert hatte.

Nach einer Inkubationszeit von neun Monaten auf der Insel Vashon kehrte sie nach Los Angeles zurück, wo sie das Album gemeinsam mit Koproduzent Dean Hurley bearbeitete (der zuvor bereits mit David Lynch, Danger Mouse und Sparklehorse gearbeitet hatte). Hurley ermöglichte ihr zuverlässigere Aufnahmen als bei früheren Alben, die größtenteils zuhause eingespielt wurden. Taiga stellt zweifellos etwas Neues für Zola Jesus dar. Wie die Musikerin es selbst beschrieb: »Die Musik auf dieser Platte ist kraftvoll, mit starken Bläsern und Bass, mit kristallklarem Gesang.«

Taiga ist in der Gegenwart befreit und zugleich mit der Vergangenheit verbunden – das ist der Höhepunkt des Schaffens von Zola Jesus, die Kulminierung jahrelangen Grenzensprengens.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies