John McLaughlin & 4th Dimension, Dienstag, 11.11.2014, Ljubljana (CUK Kino Šiška)!
Autor: Aleš Podbrežnik
wer: John McLaughlin & 4th Dimension
wo: Ljubljana, CUK Kino Šiška
wann: Dienstag, 11.11.2014, um 21:00 Uhr
Ticketpreise: 32,00€ (Vorverkauf) / 34,00€ (Abendkasse) / 25,00€ (Schüler, Studenten, Rentner)
Tickets gibt es HIER!
Kino Šiška präsentiert das Konzert der vierten Dimension in Zusammenarbeit mit Brane Rončel. Nach dem akustischen Treffen mit Johns Shakti im Cankarjev dom letzten November freuen wir uns, erstmals auf heimischer Bühne auch den ‘high energy’-elektrischen Auftritt dieses Gitarrengiganten zu erleben. Dieses Event ist aber auch deshalb bedeutsam, weil wir sein neues Meisterwerk, das aktuelle Album “The Boston Record”, live erleben werden.
John McLaughlin – Gitarre
Etienne Mbappe – Bass
Gary Husband – Schlagzeug, Keyboards
RANJIT Barot – Schlagzeug
Mahavishnu John McLaughlin, der in England geborene Musiker, ist einer der zentralen und bedeutendsten Jazz-Gitarristen der Gegenwart. Sein erstes Soloalbum “Extrapolation” erschien 1969; kurz darauf zog er in die USA, wo er dem Jazz-Rock-Trio Tony Williams Lifetime und dem Ensemble des legendären Trompeters Miles Davis beitrat. Mit ihm wirkte er an wichtigen Jazz-Fusion-Produktionen mit, darunter “In A Silenty Way”, “Bitches Brew”, “A Tribute To Jack Johnson”, “On The Corner” und “Live-Evil”. Sein elektrisches Ensemble – und eines der ersten Fusion-Ensembles überhaupt – Mahavishnu Orchestra (Jerry Goodman/Violine, Jan Hammer/E- und Akustikklavier, Keyboards/Rick Laird/Bass, Billy Cobham/Schlagzeug) war am produktivsten zwischen 1971 und 1973, als sie für Columbia drei hochintensive Alben einspielten: ‘The Inner Mounting Flame’, ‘Birds of Fire’, ‘Between Nothingness & Eternity’. Mahavishnu Orchestra führte einen völlig neuen Stil in die Musikwelt ein, der elektrischen Jazz und Rock mit östlichen und indischen Einflüssen verband. 1975 löste sie sich auf – nach einigen Personalwechseln und wegen McLaughlins wachsender Zuneigung zu östlichen Religionen (Sri Chinmoy) –, und auch der Versuch einer Wiederbelebung zehn Jahre später schlug fehl. John McLaughlin tauchte immer tiefer in östliche Spiritualität und Mystik ein und entwickelte entsprechend neue musikalische Interessen. 1975 gründete er Shakti, mit dem er Jazz und indische Musik verwebte. Damit trat er 1977 erstmals in Slowenien in der Hala Tivoli auf. In seiner langen Karriere hat John McLaughlin unter anderem mit Carla Bley, Gil Evans, Miroslav Vitouš, Wayne Shorter, den Rolling Stones und vielen anderen zusammengearbeitet. 1979 bildete er zusammen mit Schlagzeuger Tony Williams und Bassist Jaco Pastorius das kurzlebige Trio Of Doom. Im selben Jahr trat er mit Larry Coryell und Al Di Meola in der Hala Tivoli in Ljubljana auf. Die Achtziger waren für ihn ziemlich abwechslungsreich. Er arbeitete mit vielen Musikern zusammen, unter anderem mit dem indischen Perkussionisten Trilok Gurtu, der mit Johns Trio seinen ersten Auftritt in Slowenien hatte (Cankarjev dom 1991, Bassist war Kai Eckhardt). 1996 tat John McLaughlin sich wieder mit seinen Kollegen Paco de Lucía und Al Di Meola zusammen. The Guitar Trio vereinte sich für eine Welttournee und veröffentlichte ein gleichnamiges Album.
2007 gründete John ein neues Jazz-Fusion-Quartett namens 4th Dimension. Im März dieses Jahres erschien das Album “The Boston Record” – nicht ihr erstes, aber das erste mit der neu besetzten Lineup. Drummer Mark Mondesir wurde durch den Virtuosen Ranjit Barot (Uttar Pradesh/Indien) ersetzt – Filmkomponist, musikalischer Direktor, Arrangeur und Sänger. Bassist Hadrien Feraud wurde durch den beeindruckenden Etienne Mbappe ersetzt, als einziger blieb Keyboarder und Schlagzeuger Gary Husband. McLaughlin hat Aladins Teppich wieder gegen hochoktanigen Sprit eingetauscht, und mit dem letzten Werk zeichnen sich wieder die Linien ab, die zu einer kohäsiven musikalischen Form führen. Man sagt, McLaughlin ist mit 72 Jahren auf dem Höhepunkt seines Schaffens, und das letzte Album ist der Beweis, dass er in der Musikindustrie nach wie vor so bedeutend ist wie vor 50 Jahren. Nach dem akustischen Shakti-Abend letzten November im Cankarjev dom freuen wir uns also, erstmals auf heimischer Bühne auch den ‘high energy’-elektrischen Auftritt dieses Gitarrengiganten zu erleben. Dieses Event ist aber auch deshalb bedeutsam, weil wir sein neues Meisterwerk, das aktuelle Album “The Boston Record”, live erleben werden.
Chick Corea:
‘…was John McLaughlin mit der E-Gitarre gemacht hat, hat die Musikwelt verändert. Bis dahin hatte noch niemand einen solchen Sound aus einer E-Gitarre gehört, und das hat mich tief inspiriert. Noch mehr als die Erfahrung mit Miles hat mich Johns Ensemble dazu gebracht, alles zu geben und Musik zu schreiben, die dramatischer ist und einem die Gänsehaut über den Rücken jagt’.
Pat Metheny: ‘McLaughlin hat die Entwicklung der Gitarre in verschiedenen Phasen seiner Karriere verändert’.
Frank Zappa (1977):
‘Man müsste ein Idiot sein, wenn man McLaughlins Technik nicht zu schätzen weiß. Er hat einen Weg gefunden, die Gitarre wie eine Maschinenpistole einzusetzen. Ich bin aber nicht immer begeistert davon, wie er das in seiner Musik anwendet. Das kann ich ihm nicht verdenken, denn er hat viel Zeit und Mühe dareingesteckt, schnell zu spielen. Jeder, der so schnell spielt, ist brillant. Und ich bin überzeugt, dass 90 Prozent der Teenager in den USA dem zustimmen, denn der Trend in der Musik lautet schon seit einer Weile ‘schneller ist besser’.
John McLaughlin:
‘Als ich nach New York kam, war ich 27 Jahre alt, und das Spielen mit Tony und Khalid (Larry Young) war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Ende der 60er waren die Zeiten wild, und die Musik war es auch. Außerdem hatte ich das Glück, schon einen Tag nach meiner Ankunft in New York mit Miles im Studio zu stehen und In a Silent Way aufzunehmen. Miles‘ Einfluss auf mich überwog damals alles, und ich schöpfte das Beste aus allen musikalischen Welten: Ich spielte und nahm auf mit Tony und Lifetime sowie mit Miles Davis’. ’Miles hat mich durch die Schlichtheit, Direktheit und Autorität seiner Musik beeinflusst – rhythmisch, harmonisch und melodisch. Sein Konzeptdenken erschien mir revolutionär. Alles, was ich in Miles sah, hat mich berührt’. McLaughlin fand Freiheit auch in Miles‘ allgemeinen, ja geradezu enigmatischen Anweisungen: ‘Mit ihm zu arbeiten ist wunderbar, weil er nie sagt ‘das will ich nicht’, er sagt nur ‘spiel lang’ oder ‘spiel kurz’. Einmal sagte er mir: ‘Spiel so, als könntest du keine Gitarre spielen.’ So ist Miles, und daran hältst du dich eben’.