Marezige im Zeichen des 10. Festivals MareziJazz

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Autor: Urban Bolta

Unter der Schirmherrschaft des Jugendvereins Marezige (MAD) und des Öffentlichen Fonds der Republik Slowenien für kulturelle Aktivitäten (JSKD) ist in der vergangenen Nacht in Marezige bei Koper das 10. internationale Big-Band-Festival MareziJazz zu Ende gegangen, das erneut zahlreiche Lobeshymnen von Besuchern und Teilnehmern geerntet hat. 14 hervorragende Big Bands und musikalische Begleitformationen entführten die Besucher in die programmatisch vielseitige Welt des Jazz, Swing, Latin, Fusion, Funk und Rock, was Liebhaber guter Musik auch in diesem Jahr über einen Live-Stream im Internet mitverfolgen konnten. Unter der Leitung anerkannter Mentoren fand bereits zum 4. Mal in Folge das Jazz-Seminar Zgrabi zvok statt.

Anlässlich des diesjährigen runden Jubiläums wurde besonderes Augenmerk auf die Präsentation von Originalmusik und Arrangements gelegt, da man mit dem Festival vor allem einheimische Jazzorchester zur eigenen Kreativität motivieren und damit zur Bereicherung der slowenischen Musikbibliothek beitragen möchte. »MareziJazz ist auch eine wichtige Promotion Sloweniens im Ausland,« betonte Denis Beganović – Kaykay, Dirigent der heimischen Big Band Hrošči, deren Mitglieder das engagierte Organisationskomitee bilden und für ein abwechslungsreiches und hochwertiges Festival verantwortlich zeichnen.

Die Veranstaltung eröffnete am Freitag, dem 4. Juli, die Jazz Punt Big Band aus Tolmin, für steigende Feststimmung sorgten anschließend Big Band gveriLLaz, die sich beim MareziJazz erstmals auf der Bühne präsentierte, und Big Band Hrošči. Mit lautem Applaus begleitete das Publikum auch die Big Band Akademije za glasbo Univerze v Ljubljani sowie das Jazz Orchestra Praškega konservatorija, das unter dem Taktstock des renommierten Milan Svoboda überwiegend Eigenkompositionen spielt und mit seiner erneuten Teilnahme den Wunsch nach einer Rückkehr zum Festival nach zwei Jahren erfüllte. Als letzte unter den Jazzorchestern präsentierten sich Big Band VOX aus Velenje und Big Band Krško, den ersten Festivalabend beschloss schließlich mit seinem Auftritt das frische Mihael Hrustelj trio.

Am Samstag, dem 5. Juli, brachte die multikulturelle Formation Vivaracha das versammelte Publikum mit ihren Latino-Rhythmen auf die Beine, die Big-Band-Farben vertraten Big Band Vrhnika, Big Band Cerknica – BBC und die Gruppe Sax-Huit aus dem benachbarten Italien, deren Besonderheit in der überwiegenden Anzahl an Saxofonisten liegt. Mit großer Begeisterung nahmen die Besucher erneut den Auftritt von Big’O’Banda aus Tschechien auf, die sich mit ihrem Konzert beim letztjährigen Festival zum ersten Mal außerhalb der Grenzen ihres Landes präsentiert hatten. »Es ist uns eine Ehre, Teil einer so großen musikalischen Geschichte zu sein,« vertraute uns ihr Dirigent Marek Ottl an.

Während die anderen Big Bands mit moderneren Musikstilen und Rhythmen liebäugelten, sorgte das italienische Trieste Early Jazz Orchestra – TEJO für eine Reise in die »Roaring Twenties« des 20. Jahrhunderts und beschwor mit seinem Sound die Atmosphäre des legendären New Yorker Cotton Club herauf: »Ich habe mich der Erforschung der frühesten Beispiele des orchestralen Jazz gewidmet. Die Stücke, die wir aufführen, werden in ihrer Originalfassung präsentiert, die äußerst schwer aufzufinden waren, und unsere Formation ist ein Beispiel für einen Vorläufer der Big Bands, wie wir sie heute kennen,« erklärte Livio Laurenti, Leiter der Triester Gruppe.

Das 10. Festivalsjubiläum krönten Big Band Grosuplje und die Küstenformation Robert Vatovec Big Band, auf der Afterparty tanzten die Ausdauerndsten zur Musik des international anerkannten Produzenten und DJs JK Soul.

Die Veranstaltung, die mit ihrer Einzigartigkeit und Anziehungskraft bei Liebhabern und professionellen Interpreten des orchestralen Jazz ein besonderes Ansehen genießt, erfüllt so seit vielen Jahren ihren ursprünglichen Zweck: die Verbreitung dieser Musikkultur hierzulande. Dem Veranstalter des Festivals ist es in seiner kurzen Geschichte gelungen, seine ursprünglichen Wünsche weit zu übertreffen, daher hat man sich zum Jubiläum ein neues Ziel gesetzt: das führende Festival im Bereich der Big-Band-Musik in Europa zu werden.

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