My Bloody Valentine & Werefox, 07.06.2013, Ljubljana (CUK Kino Šiška), Slowenien

0 3

Autor: Aleš Podbrežnik

Wer: My Bloody Valentine & Werefox
Wo: Ljubljana, CUK Kino Šiška (Katedrala), Slowenien
Wann: Freitag, 07. Juni 2013, um 21:00 Uhr

Die Könige des “Shoegaze”-Rock endlich bei uns – in der Katedrala des Kino Šiška – und das in dem Jahr, in dem sie mit dem phänomenalen neuen Album “m b v” zurück unter die Größten aufgestiegen sind und um die sich die wichtigsten Festivals der Welt reißen!

Eintrittspreis: 25 EUR/ 28 EUR am Veranstaltungstag

Tickets

My Bloody Valentine (MBV) ist eine der einflussreichsten und einzigartigsten Bands der alternativen Musik. Das in London ansässige Quartett, unter der Führung des musikalischen Visionärs Kevin Shields (Gitarren und Gesang), mit Schlagzeuger Colm O Ciosoig, Bassistin Debbie Googe und Bilinda Butcher (Gesang und Gitarre), wurde bekannt durch seinen revolutionären Sound, der vielschichtigen, verzerrten Gitarrenlärm mit subtilen Melodien verschmilzt. Die komplexe Textur ungewöhnlicher Klänge klassischer Rockinstrumente und überraschender Rhythmen, auch als »beauty under siege« bezeichnet, entwickeln sie mit ambitionierter Perfektion und zu ihren eigenen Bedingungen. Shields hat den kaum in Worte zu fassenden musikalischen Ausdruck von MBV als Haltung beschrieben, die gleichzeitig kompromisslose Stärke und ein zerbrechliches Gefühl der Unsicherheit vereint. Die führende Band des »Shoegaze«-Rock, die mit dem ikonischen Meisterwerk »Loveless« (1991) das Erscheinungsbild und die Wahrnehmung der Popmusik verändert hat, kehrt nach mehr als zwanzig Jahren mit dem hervorragenden neuen Studioalbum »m b v« und einer weltweiten Konzerttournee zurück, im Rahmen derer die Kultband zum ersten Mal auch bei uns auftreten wird, in der Katedrala des Kino Šiška, am Freitag, dem 7. Juni!

1983 gründeten zwei Musikenthusiasten und Jugendfreunde, Gitarrist Kevin Shields und Schlagzeuger Colm O Ciosoig, im irischen Dublin eine neue Band, die später den Namen My Bloody Valentine (MBV) erhielt, und Sänger Dave Conway stieß zu ihnen dazu. Neben den musikalischen Einflüssen von Bands wie Velvet Underground, Sonic Youth, The Birthday Party, Bauhaus und anderen, prägte die Entwicklung von MBV die Erfahrung des Squatter-Lebens und der Musikszene in den Niederlanden und in Berlin, besonders die kreative Eruption der Berliner Underground-Szene Mitte der 80er, die auch auf dem ersten Mini-Album der Band»This Is Your Bloody Valentine« (1984) nachhallt. Ernsthafter legten MBV nach dem Umzug nach London und mit der neuen Bassistin Debbie Googe los. Sie spielten viel in Clubs und veröffentlichten mehrere EPs: »Geek!« (1985), »The New Record by My Bloody Valentine« (1986), »Sunny Sudae Smile« (1987), und 1987 die aufsehenerregenderen Veröffentlichungen »Strawberry Wine« und »Ecstasy«. Die feste Besetzung formierte sich Ende 1987, als Conway aufhörte aufzutreten und Sängerin und Gitarristin Bilinda Butcher zur Band stieß. Bei einem Konzert in London begeisterten sie den Inhaber von Creation Records und unterzeichneten einen Vertrag mit dem Label.

Nach Jahren der Entwicklung hatte MBV ihren ungewöhnlichen Sound artikuliert und veröffentlichte 1988 das sensationelle Debütalbum »Isn’t Anything«. Den neu erfundenen »Noise«, die Verschmelzung von verzerrtem, vielschichtigem Gitarrenlärm mit ätherischen Melodien und überraschenden rhythmischen Abschlüssen, nahmen Musikkenner sofort mit großer Begeisterung auf und erkannten in der Platte ein Werk, das eine neue Ära der Popmusik definierte. Er weckte aber auch das Interesse des Publikums, was das Label Sire/Warner bemerkte und der Band Plattenveröffentlichungen in den USA sicherte.
1989 zogen sich MBV ins Studio zurück, um das zweite Album aufzunehmen. Shields‘ Perfektionismus führte zu einem langwierigen und kostspieligen Aufnahmeprozess, durch den sowohl das Label als auch die Band fast in den Bankrott trieben. In dieser Zeit veröffentlichten sie die von Kritikern gut aufgenommenen EPs »Feed Me With Your Kiss«, »You Made Me Realise«, »Glider« und die kommerziell erfolgreichste, »Tremolo«.
Der Ruf der Band und die Zahl der Fans wuchsen dramatisch, auch dank der berüchtigten, unkonventionellen Konzerte. Die britischen Musikmedien bezeichneten die unkommunikative, statische, introvertierte Versunkenheit der Musikerinnen und Musiker, die während der Auftritte auf den Boden starrten – auch bedingt durch den häufigen Einsatz von Effekten –, und den charakteristischen Sound des kreativen Gitarren-»Noise«, unterlegt mit zerbrechlichen Gesangsmelodien, mit dem Begriff »shoegazing«. MBV wurden als Pioniere und Bannerträger eines neuen Alt-Rock-Genres bekannt, das zur vorherrschenden Musikbewegung in Großbritannien in den frühen 90ern wurde und in den letzten Jahren wieder aktuell ist, und hatten auch einen starken Einfluss auf neue Generationen von Bands, die in den USA und anderswo auf der Welt entstanden.

1991 erschien das zweite große Studioalbum »Loveless«, das Magnum Opus der Band und der »Shoegaze«-Bewegung. Musikautoritäten und Fans feiern seine absolute Perfektion mit religiösem Vokabular. Berühmt ist die Aussage von Brian Eno, dass der wunderbare Song »Soon« eine Sensation sei, die neue Standards im Pop gesetzt habe, da es noch nie vorgekommen sei, dass so nebulöse Musik ein Hit wurde. Die klangliche und ausdrucksmäßige Qualität des Albums gilt noch heute als Maßstab; es erhob MBV zum Kult. Anerkennung, wachsende Popularität und beachtlicher kommerzieller Erfolg des Albums, eine sehr erfolgreiche Konzerttournee 1992 – alles war bereit für den großen internationalen Durchbruch. Doch MBV verschwanden auf mysteriöse Weise, um ein neues Album aufzunehmen. Medien und glühende Fans harrten über die Jahre in Erwartung aus, trotz nur gelegentlicher Auftritte der Band in der Musikszene, jahrelanger Inaktivität und späterer Auflösung. Ihre Mitglieder waren selbstständig an verschiedenen Projekten beteiligt. Googe gründete 1996 die Band Snowpony. Shields wirkte an Alben von Künstlern wie J Mascis, Primal Scream, Yo La Tengo, Dinosaur Jr. mit und schuf Musik für Filme, von denen sein »Soundtrack« für den Film »Lost in Translation« am bekanntesten ist, und versprach gelegentlich die Veröffentlichung eines neuen MBV-Albums. Der Mythos von MBV erreichte epische Ausmaße…

2007 kündigten MBV ihre Wiedervereinigung an, die sie im darauffolgenden Jahr mit einer hervorragend aufgenommenen Serie von Konzertauftritten weltweit in die Tat umsetzten. Lauter als je zuvor spielten sie mehrfach in London und auf den großen Festivals Roskilde, Bestival, All Tomorrow’s Parties, im Herbst begeisterten sie auf den Bühnen der Metropolen in den USA und 2009 beim Coachella Valley Music & Arts Festival.

Am 2. Februar dieses Jahres veröffentlichte die Band nach 22 Jahren, ohne großes Mediengetöse, auf ihrer Website das dritte Studioalbum »m b v« und übertraf die Erwartungen mit einem einstimmig gefeierten brillanten Meisterwerk, auf dem sie ihren klassischen Ausdruck verfeinerte und souverän die Erkundung neuer Klanglandschaften fortsetzte. Als sie noch eine ausgedehnte Welttournee mit Auftritten auf den größten Festivals und Solokonzerte ankündigten, war klar: MBV sind in Heldenmanier zurückgekehrt.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies