Mac DeMarco, Sean Nicholas Savage, Freitag, 03.05.2013, Ljubljana (Kino Šiška)

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Als Mac DeMarco im Frühjahr 2012 – damals 21 Jahre alt – seinen 12” Erstling Rock and Roll Night Club veröffentlichte, begleitete er ihn mit einer Flut bizarr komischer Promo-Videos, wild enthemmter Liveauftritte und allerlei nicht gerade diskreter Promo-Fotos. Und genau darin lag der Witz des Glam-Looks, nämlich künstlich erschaffener Bilder zum Spaß, mit denen er in die steife und schubladendenkerische Welt des Indie-Musikjournalismus etwas Verwirrung bringen wollte. Trotzdem war es kein reines Veralbern, denn das Debüt enthielt ein breites Stilspektrum, das latent in der unglaublichen Kassettensammlung steckte, die der frühere Frontmann von Makeout Videotape bis dahin veröffentlicht hatte. Der aufrichtige und herzliche Mac, der Only You singt, ist gleichzeitig auch der aufgedonnerte Schmierling, der Baby’s Wearing Blue Jeans nuschelt – was weder ihn noch die Hörer auch nur im Geringsten gestört hat.

Und dann, kaum sechs Monate später, meldete sich Mac mit seinem ersten Longplayer zurück: Mac DeMarco 2. Anders als der Vorgänger ist dieses Album das Ergebnis von Macs entschlossenem Bestreben, ein rundes Werk aufzunehmen, mit dem er seine kompositorischen, gesanglichen und produzentischen Fähigkeiten unter Beweis stellen wollte. Dank neuer Aufnahmeausrüstung ist die Präzision der Aufnahmen deutlich besser, ohne dass dabei die Unmittelbarkeit und organische Qualität gelitten hätten, die seine früheren Veröffentlichungen unter verschiedenen Namen auszeichneten. Die entstandenen Songs, von der warmen Cooking Up Something Good bis zur gefühlvollen My Kind of Woman, begeistern auf Anhieb.

Als Vorband tritt der Montrealer Musiker Sean Nicholas Savage auf. 2011 veröffentlichte er bei Arbutus Records drei Alben – Flamingo, Won-Ton Jazz und Trippple Midnight Karma –, von denen jedes einen neuen Pop-Geschmack mitbringt, obwohl alle fließend und wirkungsvoll sind und dabei Dunkelheit und die Tiefe des echten Lebens in sich tragen. Savage, eine moderne Inkarnation von Sängern wie Elvis oder Madonna, verbindet die universellen Themen Liebe und Schmerz mit virtuosem Basssynthesizer-Spiel, satten Harmonien und hypnotischen Rhythmen. Als wäre jeder Song eine Episode in einem philosophischen Drama, widmet sich Savage stets einer bestimmten Theorie oder einem Gedanken und erreicht mit seinen Kompositionen zumindest einen annähernden Abschluss. Seine Melodien, die mühelos eine begeisternde Strophe nach der anderen tragen, sind frei und voller Inspiration, dabei aber auch weise und verantwortungsvoll. Savage, der als Schlüsselelement der Montrealer Afterpartys gilt, ist für seine mitreißenden und inspirierenden Auftritte bekannt – und keine zwei davon sind gleich.

Mac DeMarco – Ode to Viceroy:

Heute hat Mac DeMarco auch ein neues Video zur Single My Kind Of Woman veröffentlicht:

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