Vor 51 Jahren: Die Beatles beim Vorsprechen bei Decca
Autor: Urban Bolta
1962 war für die Beatles aufgrund ihrer steil ansteigenden Popularität ein sehr erfolgreiches Jahr, auch wenn es mit der Ablehnung beim Vorsprechen beim Label Decca nicht gerade gut angefangen hatte.
Es war der 1. Januar 1962. Die Beatles reisten aus Liverpool nach London und richteten sich im Studio des Labels Decca ein, wo sie bei einem mehrstündigen Vorsprechen rund 15 Songs mit dem unverwechselbaren Sound jener Zeit spielten: eine Mischung aus Rock, R&B und Pop-Standards.
Leider (oder zum Glück?) hinterließ das Liverpooler Quartett beim Label-Manager Dick Rowe keinen großen Eindruck, und so schickte er den Manager und Freund der Beatles, Brian Epstein, mit den heute legendären Worten heim, dass »Gitarrenbands so oder so auf dem Weg zum Aussterben sind«. Fünf Monate später unterzeichneten die Beatles einen Vertrag mit George Martin bzw. dem Label Parlophone (einer Tochtergesellschaft des viel größeren Labels EMI), womit die fruchtbarste Zusammenarbeit in der Geschichte der Musik begann. Die Ablehnung der Beatles durch Decca gilt bis heute als der größte Fehler der Musikindustrie.
Die Haupt-Songwriter McCartney und Lennon erinnerten sich später daran, dass sie bei jenem Vorsprechen bei Decca wohl wirklich nicht geglänzt hatten. »Wenn ich mir diese Aufnahmen heute anhöre, ist mir alles klar«, sagte Paul McCartney. »Wir haben nicht gut gespielt, obwohl wir ein paar interessante und originelle Einfälle hatten«. »Ich hätte uns damals nicht abgelehnt«, widersprach John Lennon seinem Kollegen. »Ich finde, wir klangen ganz ordentlich. Decca hat wahrscheinlich erwartet, dass wir mehr Schliff hätten, aber wir haben einfach für ein Demo gespielt. Sie haben unser Potenzial nicht erkannt«.