Der 18. Rock Otočec ist Geschichte

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Autor: Urban Bolta

Der 18. Rock Otočec liegt hinter uns – er fand vom 27. 6. 2012 bis 1. 7. 2012 auf der Wiese beim Schloss Otočec statt. In diesen Tagen – und bereits am Tag davor, dem 26. 6. 2012 – gab es großartige Veranstaltungen zu erleben, die das Programm ordentlich durchlüfteten und dabei dennoch den Geist der Vorjahre bewahrten.

Franci Kek dazu: »Neben den Favoriten, den international etablierten Acts wie Gogol Bordello und New Young Pony Club, hatten die Besucher die Gelegenheit herauszufinden, warum die Veranstalter die schwedische Band Movits!, Kiril Džajkovski, die Italiener Passogogante und die in den USA beheimateten Kultur Shock eingeladen haben. Nach Einschätzung vieler Musikkenner, die beim Rock Otočec dabei waren, liegt für sie noch eine glänzende musikalische Zukunft vor sich. Mit ihren Auftritten haben beide Vorrundensieger Eight Bomb und El kachon die Einladung auf die Hauptbühne gerechtfertigt, ebenso die vielversprechend-spritzigen Happy Ol’McWeasel und natürlich das Newcomer-Phänomen auf der slowenischen Musikszene, Manouche. Trotzdem war der größte Zuspruch des breiten Publikums bei den etablierten, seit Jahren aktiven Bands – wie Vlado Kreslin z Malimi bogovi, MI 2, Hladno pivo, Bajaga & Instruktori und Orlek. Besondere Aufmerksamkeit galt Danilo Kocjančič, der gemeinsam mit Mef in den letzten 40 Jahren eine riesige Zahl slowenischer Hits geschrieben hat. Eine besondere Anerkennung sprach ihm der (unter anderem für Kultur zuständige) Minister Dr. Žiga Turk mit der Verleihung des Ehren-Rajski list aus.«

Für echte Begeisterung sorgte auch die de-tonacija ČlovekA z bombami, produziert von APT und inszeniert von Matjaž Berger – ein Ereignis, das im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Maribor 2012 entstand.

»Im Bewusstsein der Zeiten, die nicht gerade ideal für die Organisation eines sechstägigen Festivals sind, haben wir in diesem Jahr zwei Festivaltage dem Höhepunkt im Jahr der slowenischen Kulturhauptstadt Europas gewidmet: dem spektakulären Stück ČlovekA z bombami. Trotz der inhaltlichen Ansprüche der de-tonacija, wie Matjaž Berger das Werk nennt, äußerten sich auch die sonstigen Rock-Otočec-Besucher darüber in den höchsten Tönen. Ein Festival, das so viele Tage dauert, bringt naturgemäß weniger Besucher an festivaluntypischen Tagen wie Dienstag, Mittwoch und Donnerstag mit sich. In der Gesamtbilanz war die Besucherzahl dennoch höher als im Vorjahr. Allerdings haben sich mehr davon nur eine Tageskarte gegönnt.«, sagte Franci Kek.

Natürlich spielte dem Festival und allen Teilnehmern auch das Wetter in die Karten. Kek sagte: »Die Folgen der für den Rock Otočec ungewöhnlichen Verhältnisse – die Sonne heizte das Festivalgelände an allen Tagen stark auf – zeigten sich vor allem in der regen Nutzung der Abkühlungsmöglichkeiten, die der Fluss Krka bietet. Die meisten Besucher gönnten sich ein Sitzen und Liegen am plätschernden Wehr.«

Wie jedes Jahr gab es auch beim diesjährigen Rock Otočec ein reichhaltiges Rahmenprogramm für die Besucher.

Es gab eine Weinstraße. In einem eigenen Zelt konnte man gemeinsam himmlische Luft einatmen, und AXE-Engel sorgten für paradiesisches Styling und Dufterlebnisse. Eine Festivalzeitung war erhältlich, und die Besucher konnten das Festivalradio Terminal verfolgen. Außerdem wurden zahlreiche Sport- und andere Spiele sowie Workshops angeboten. Jede Nacht wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Das Geschehen auf der Insel war wie jedes Jahr reich an Abwechslung: Täglich gab es morgendliches Turnen, Stand-up-Comedians sorgten für Unterhaltung, und Bands, die an den Vorrunden für den Rock Otočec teilgenommen hatten, heizten die Stimmung an.

Darüber hinaus fand am Samstag, dem 30. 6. 2012, das Alde-Podiumsgespräch zum Thema „Wie reguliert man die Regulierung des Internets?“ statt. Franci Kek diskutierte dabei mit dem Europaparlamentarier Ivo Vajgl, dem ordentlichen Professor Dr. József Györkös, dem Blogger Roni Kordiš und dem Kommunikationswissenschaftler Domen Savič. Die Gäste verurteilten allesamt das ACTA-Abkommen, über das in dieser Woche abgestimmt werden sollte, und wiesen auf den wachsenden kommerziellen Druck auf die Regulierung der Online-Kommunikation hin. Ivo Vajgl betonte, dass er dem ACTA-Abkommen von Anfang an ablehnend gegenübergestanden habe und bei der Parlamentsabstimmung dagegen stimmen werde. Er machte auf die rasante Entwicklung der Online-Kommunikationswege aufmerksam, die neue regulatorische Herausforderungen aufwerfen. Dr. József Györkös hob die zunehmende Sammlung persönlicher Daten durch verschiedene Online-Akteure hervor sowie das fehlende Kontrollrecht des Einzelnen über den Austausch seiner Daten im Netz.

Fest steht: Im nächsten Jahr wartet der Rock Otočec 2013! Wie Franci Kek sagte: »Und weil sich der Rock Otočec nicht mindestens einmal im Monat veranstalten lässt, wie ein Besucher vorschlug, findet der nächste Rock Otočec nächstes Jahr vom 5. bis 7. Juli statt.«

Mehr auf der Website: www.rock-otocec.com

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