Jeff Hanneman: „Ich war nur eine Stunde vom Tod entfernt“
Autor: Urban Bolta
Slayer-Gitarrist Jeff Hanneman, der sich im Januar mit einer schweren Bakterieninfektion angesteckt hatte, sprach kürzlich in einem Interview für Classic Rock über das grauenhafte Erlebnis, das ihn fast das Leben gekostet hätte.
Jeff Hanneman, einer der Gründer der Thrash-Giganten Slayer, steckte sich mit einer seltenen Bakterieninfektion an, die angeblich durch einen Spinnenbiss ausgelöst wurde. Die Infektion hat seine Hand vollständig entstellt, weshalb er die Gitarre für eine Weile in die Ecke stellen musste; seitdem hat er einige Operationen, Hauttransplantationen und Physiotherapie hinter sich. Die letzten Berichte aus dem Slayer-Lager sind ermutigend, denn Hanneman greift bereits wieder zur Gitarre. Da Hanneman so den Großteil des Jahres 2011 praktisch Stammgast auf dem OP-Tisch war, wurde er auf Tourneen von Gary Holt (Exodus) vertreten.
Hanneman hatte sich an jenem Tag nach ein paar Bieren ein heißes Bad gegönnt, als er bemerkte, dass ihn eine Spinne in die Hand gebissen hatte. In einem Interview für die Printausgabe des Classic Rock Magazins sagte er:
„Anfangs hab ich gar nichts gespürt. Aber schon eine Stunde später war mir klar, dass was nicht stimmt. Auf dem Weg ins Krankenhaus fing ich an, Halluzinationen zu haben. Die Hand brannte vor Fieber. Sie nahmen mich in der Notaufnahme auf, und Gott sei Dank wusste die Krankenschwester sofort, worum es ging. Obwohl solche Bisse sehr selten vorkommen, reagierte sie schnell und rettete mich. In diesem Moment war ich nur etwa eine Stunde vom Tod entfernt“.
„Fast unglaublich — der Arzt, der meinen Fall betreute, war ein Slayer-Fan. Das Erste, was er mir sagte, war: ‚Zuerst rette ich dir das Leben. Dann rette ich dir die Hand. Und dann noch deine Karriere‘.
Es folgten zahlreiche Operationen, bei denen abgestorbenes Gewebe durch lebendes ersetzt wurde; die größten Kopfschmerzen bereitete den Ärzten die große offene Wunde. Trotzdem kam Hanneman glimpflich davon, denn er hatte das Glück im Unglück, dass die Muskeln nahezu unversehrt geblieben waren.
„Ich musste das Gehen neu lernen. Mehr als einen Monat lang stand ich überhaupt nicht auf eigenen Beinen, von allem anderen mal abgesehen. Die Muskeln waren völlig taub. Ich hatte Glück, dass das medizinische Personal im ersten Moment so reagiert hat wie es reagiert hat — sonst wäre es noch übler für mich ausgegangen“.