Living Colour, 01.10.2008, Ljubljana, Cvetličarna MediaPark!
Am Mittwoch, den 1. Oktober 2008 um 21.00 Uhr erleben wir in der Cvetličarna im Rahmen der Limited Edition-Konzerte einen echten Leckerbissen aus der New Yorker Musikszene – denn die legendäre Rock-Funk-Psychedelic-Band Living Colour wird auftreten. Sie gehören zu den Bands der Achtziger mit einem eklektischen Mix aus Rock, Heavy Metal, Funk, Free Jazz, Hardcore Punk und Hip Hop und reihen sich ein in die Riege jener Bands, die in den Achtzigern einen neuen Geist in die Musik brachten: Fishbone, Jane’s Addiction, Red Hot Chilli Peppers, Faith No More und Primus. Living Colour sprengten in den Achtzigern die Monotonie und Vorhersehbarkeit des Rocks und reihten sich mit ihrer Spielweise neben die Legenden der Rockmusik wie Jimi Hendrix, Sly & The Family Stone und Santana, die in den späten Sechzigern und Siebzigern regierten. 1989 gewannen sie einen Grammy für die beste Hard-Rock-Performance, wurden regelmäßig auf MTV gespielt – wo sie 1989 zur besten neuen Band gekürt wurden – und mit den Songs „Cult of Personality“ und „Type“ stürmten sie die Spitzen der weltweiten Rock- und Hard-Rock-Charts.
Die Band Living Colour wurde 1983 in New York gegründet. Sie bestand aus vier Mitgliedern: Sänger Corey Glover, Gitarrist Vernon Reid, Bassist Muzz Skillings und Schlagzeuger Will Calhoun. Reid war das einzige Mitglied, das bereits Erfahrung im Bandspiel hatte. Er war Mitglied bei Ronald Shannon Jackson & The Decoding Society, wo er die Gelegenheit hatte, mit Bands wie Defunkt und Public Enemy aufzunehmen. 1984 nahm Reid ein Solo-Album mit Bill Frisells Band unter dem Titel „Smash & Scatteration“ auf.
Es dauerte einige Jahre, bis es ihnen gelang, ihren Sound und ihre Bühnenperformance zu schleifen. Sie härteten sich im legendären New Yorker CBGB ab. Es gelang ihnen, Mick Jagger zu begeistern, der sie unter seine Fittiche nahm, ein Demo für das Quartett produzierte und ihnen half, einen Vertrag mit dem Label Epic zu unterzeichnen. Für eine Verzögerung im Aufstieg der Band sorgte Glover, der die Gruppe kurzzeitig verließ, nachdem er eine Rolle in Oliver Stones epischem Vietnamfilm „Platoon“ bekommen hatte.
Living Colour veröffentlichten im Sommer 1988 ihr Debütalbum „Vivid“, das einige Monate auf seinen Durchbruch warten musste – bis zum Winter desselben Jahres, als das Video zu „Cult of Personality“ regelmäßig auf MTV lief, was „Vivid“ an die Spitzen der Charts katapultierte und dem Album Platinstatus einbrachte. Living Colour erhielten zu dieser Zeit auch ihren ersten Grammy für die beste Hard-Rock-Performance, genauer gesagt im Jahr 1989. Das alles ermöglichte es ihnen, im Herbst 1989 als Vorband auf der US-Tournee der Rolling Stones aufzutreten – der ersten Nordamerika-Tournee der Stones nach acht Jahren Pause.
Im folgenden Jahr fand sich die Band erneut zusammen und erarbeitete das Album „Time`s Up“, das zwar eine respektable Chartplatzierung erzielte, aber nicht die Erwartungen erfüllte, die auf dem Erfolg des Debütalbums lasteten.
Ihr Auftritt beim Lollapalooza, die Tournee in den Sommermonaten 1991 und das Album „Biscuits“ ermöglichten der Band, den Kontakt zu Fans und Öffentlichkeit aufrechtzuerhalten. Doch bald verließ Bassist Skillings die Gruppe. Ersetzt wurde er durch Studio-Veteran Dug Wimbish. So veröffentlichten sie mit dem neuen Bassisten 1993 ihr bis dahin dunklestes und anspruchsvollstes Album „Stain“. Obwohl es sich nicht so gut verkaufte wie die beiden Vorgänger, behielt die Band ihre große Fangemeinde und begab sich in eine völlig neue Phase ihrer musikalischen Karriere. Erste Unstimmigkeiten entstanden, als sie mit der Arbeit am vierten Album begannen, was zu Spannungen und letztlich zur Auflösung der Band Anfang 1995 führte; im selben Jahr erschien auch ihr letztes Album „Pride“.
Während die Band nicht mehr existierte, widmeten sich alle ehemaligen Mitglieder ihren eigenen Projekten. Reid veröffentlichte 1996 das Solo-Album „Mistaken Identity“ und wirkte als Gastmusiker bei verschiedenen Projekten mit. Glover versuchte sich als Solokünstler zu etablieren und veröffentlichte 1998 das Album „Hymns“, das von der Öffentlichkeit jedoch weitgehend ignoriert wurde. Eine Zeit lang war er als VJ auf dem Musikkanal VH1 tätig und spielte 1996 im Film „Loose Women“ mit. Calhoun und Wimbish blieben zusammen und veröffentlichten 1997 „Jungle Funk“, ein Album, das stark unter dem Einfluss von Drum’n’Bass-Rhythmen stand (Wimbish veröffentlichte 1999 sein Solo-Album „Trippy Notes for Bass“).
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts schlossen sich Calhoun und Wimbish erneut zusammen und luden auch Glover zur Mitarbeit ein. Sie nannten sich Headfake und spielten regelmäßig in der Umgebung von New York. Kurz vor Silvester 2000 gaben sie ein Konzert im CBGB, bei dem sich auch Reid auf der Bühne zu ihnen gesellte – was sofort Gerüchte über eine Reunion von Living Colour auslöste. Das erwies sich als wahr: Living Colour gingen in den Sommermonaten 2001 (nach sechs Jahren) wieder auf Tournee.
Die Mitglieder von Living Colour unterzeichneten 2003 einen Vertrag mit dem Label Sanctuary und veröffentlichten das bis dahin experimentellste Album „Collideosope“.
Es folgten die Alben: „Instant Live: Avalon – Boston, MA“ (2004), zwei Jahre später die Sammlung „What´s Your Favorite Colour? (Remixes, B-Sides & Rarities)“; dann folgte das Album „Live at CBGB’s“ und 2006 „Every Thing Is Possible: The Very Best od Living Colour“.
Mit dem Album „Vivid“, den weiteren Alben sowie Songs wie „Open Letter to a Landlord“ und „Funny Vibe“ bewiesen Living Colour, dass ihr Rock nach wie vor eine starke Botschaft trägt. Mit ihrer Spielweise ebneten sie den Weg für spätere Rockbands wie etwa Rage Against The Machine und Sevendust.
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