Ike Turner ist gestorben!
Im Alter von 76 Jahren ist in seinem Zuhause in San Diego einer der Pioniere des Rock & Roll gestorben: Ike Turner. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt!
Turners Manager Scott Hanover teilte mit, dass der Musiker gestern gestorben ist. Ike Turner, der in den 60ern und 70ern die Charts anführte, als er zusammen mit seiner Ex-Frau Tina Turner einen Hit nach dem anderen landete, war im Februar dieses Jahres nach Jahren der Funkstille zurück auf die Musikbühne gekehrt und hatte nach 35 Jahren einen Grammy für das beste traditionelle Blues-Album abgeräumt: Risin‘ with the Blues. Außerdem hatte er begonnen, mit dem Produzenten Danger Mouse zusammenzuarbeiten, der eine Hälfte des Pop-Soul-Duos Gnarls Barkley ist.
Ein Sprecher von Tina Turner, die sich aus der Musik zurückgezogen hat und in Europa lebt, sagte, die Sängerin habe von seinem Tod erfahren, und fügte hinzu, dass sie seit mehr als 30 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm hatte. Zu seinem Tod will sie sich nicht äußern.
Pionier des Rock ’n‘ Roll
Viele sahen in Turner einen Pionier und sogar den Erfinder des Rock ’n‘ Roll sowie eine Legende der Soul-Musik – dafür sollen das Album Rocket 88 von 1951 und spätere Hits wie Proud Mary, River Deep Mountain High und A Fool In Love verantwortlich gewesen sein, die er im Duett mit Tina Turner sang. Für ihre Coverversion von Proud Mary bekamen die beiden 1972 einen Grammy.
Ike Turner, mit bürgerlichem Namen Izear Luster Turner, kam 1931 in Clarksdale im US-Bundesstaat Mississippi zur Welt. Als Kind lernte er Klavier spielen und war DJ bei einem lokalen Radiosender. Seine erste Band Kings of Rhythm gründete er 1951 in der Highschool und war ihre treibende Kraft. Als Gitarrist und Pianist trat Turner in den 50ern mit Musiklegenden wie B. B. King, Howlin‘ Wolf, Muddy Waters und Willie Dixon auf. Die Teenagerin Tina Turner, damals noch Annie Mae Bullock, lernte er 1956 kennen, als sie sich seiner Besetzung als Backgroundsängerin anschloss. 1958 änderte sie ihren Namen in Tina, blieb für immer in der Band und heiratete später Ike.
Das wilde Leben von Ike und Tina
Ihr Leben kannte, vor allem wegen seiner Gewalttätigkeit, Höhen und Tiefen. Ike war für seine gewalttätigen Ausraster bekannt, worüber auch die Sängerin in ihren Memoiren I, Tina (Ich, Tina) sprach: Sie schrieb, er habe sie 16 Jahre lang regelmäßig geschlagen und erniedrigt, was schließlich 1986 zu ihrem Suizidversuch geführt habe. Ike bestritt ihre Vorwürfe zwar stets, doch auch andere Musiker bezeugten seine Gewalt, darunter Keith Richards, Gitarrist der Rolling Stones. Ike und Tina ließen sich 1976 scheiden, und von da an ging es für ihn nur noch bergab. Während Ike dem Kokain verfiel und in der Versenkung verschwand, gelang Tina Mitte der 80er ein großes Comeback auf der Musikbühne, vor allem mit den Hits What’s Love Got To Do With It, Better Be Good to Me und Private Dancer.
Quelle: RTV SLO