KNUT und MONNO, Sonntag, 30.9. um 21:30 Uhr, Menza pri koritu, LJ
KNUT (Genf/Hydra Head Records) gelten als die einfallsreichste europäische Metal-Hardcore-Band, obwohl sie in dreizehn Jahren Bandgeschichte nicht viel live gespielt und in der ganzen Zeit nur drei Alben veröffentlicht haben. Mit dem viel populäreren Metal-Hardcore der deutschen Caliban oder Heaven Shall Burn haben Knut nicht viel gemeinsam; die unkonventionelle Verbindung aus donnernden, düsteren, repetitiven Riffs liegt näher am Bostoner Sludgecore von Converge und Botch, an den Gitarrenakrobatiken von The Dillinger Escape Plan und an den erhabenen Melodien der Prog-Jungs von Mastodon. In den Momenten, in denen sich die Wut in Bitterkeit auflöst, kommt die Musik des Quartetts Knut der Ambient-Seite von Neurosis und den Drone-Experimenten von Stephen O’Malley (Sun O))), Khanate, Burning Witch) nahe.
Brutalität und Schärfe stehen Knut hervorragend, vor allem wenn man weiß, dass der Name von einem russischen Begriff für eine Lederpeitsche mit Metallhaken stammt. Von den ersten mörderischen Riffs auf dem Album /Bastardizer/ (1998) bis zum letzten Album /Terraformer/, das 2005 beim amerikanischen Label Hydra Head erschien, hat die Band Knut ihren sehr unverwechselbaren Sound bewahrt, und das vor allem dank Gitarrist Philippe Hess und dem unermüdlichen Schlagzeuger Roderic Mounir. Im Zusammenspiel mit den rauen Vocals von Didier Severin und mit Bassist Jeremy Tavernier treu an der Seite ist die Wirkung schlichtweg gnadenlos. So ist es sogar in den Noise-Kompositionen, in denen Knut mit Feedback und Samples spielen. Und genau so klingen die Remixe, die Dälek, JK Broadrick, KK Null, Spectre, Seth Svollensen, Mick Harris, Ontayso und andere Experimentalmusiker der Band auf dem Album /Alter /letztes Jahr gewidmet haben. Live ist die Wirkung erprobt und mit Genuss vervielfacht!
Besetzung: Roderic Mounir: Schlagzeug Jeremy Tavernier: Bass Philippe Hess: Gitarre Didier Severin:
Ausgewählte Diskografie: Leftovers (Snuff, 1997) Bastardiser
(Snuff/Crome St Magnus, 1998) Challenger (Hydra Head/Chrome St
Magnus, 2002) Terraformer, (Hydra Head/Conspiracy*, *2005) Alter
(Hydra Head, 2006)
MONNO (Berlin/Conspiracy Records) spielen lauten und wild zerstörerischen Noiserock. Sie sind die genreübergreifende (Doom, Thrash, Hardcore, Punk und Elektroakustik) Antwort auf Industrial, japanischen Noise, Sludge und die einzigartigen Throbbing Gristle. Sie sind das Fragezeichen, das ihre amerikanischen Zeitgenossen Wolf Eyes und Lightning Bolt hinter Rock und Noise setzen. Die Mitglieder des schweizerisch-kanadischen Quartetts aus Berlin spielen seit acht Jahren in unveränderter Besetzung, die meisten sind nebenbei solo aktiv und in Projekten unterwegs: Elektroakustik (Laptop-Improvisation in Echtzeit, Gilles Aubry), Jazz und Noise (Tenorsaxophon, das bei Monno an zwei Gitarrenverstärker mit reichlich Distortion angeschlossen ist, Antoine Chessex), vor allem aber improvisierte Musik (Derek Shirley, Bass, und Marc Fantini, Schlagzeug). Nach Auftritten im Klub Gromka (2004), in der Cvetlicarna (zusammen mit Jesu und Isis im Jahr 2005) und nach der glühend heißen ‚Wiederholung‘ im letzten Jahr im Klub Gromka versprechen Monno ein rohes, direktes und vor allem souveränes und originelles musikalisches Erlebnis. Genau diese Erinnerung an das Konzert in der Cvetlicarna hat sich auch auf dem zweiten Langspieler /Error/ (2006) erhalten, auf dem sich die Liveaufnahmen aus Ljubljana unmöglich von der Studioverwüstung unterscheiden lassen.
Besetzung: Marc Fantini: Schlagzeug Derek Shirley: Bass Gilles Aubry: Laptop Antoine Chessex: Tenorsaxophon
Diskografie:
Error (Conspiracy, 2006)
Monno (Soundimplant, 2004)
Candlelight Technology (Subdeviant, 2003)
Eintritt: 7 Eur