Berüchtigte Musik-Duette, die es besser nie gegeben hätte
Musiker sind nun mal Sonderlinge, und deshalb packt es sie alle paar Jahre, etwas auf ihre ganz eigene Art zu machen. Zum Beispiel Duette. Fast jeden von ihnen hat es schon mal gepackt, es auch mit einem Duett zu versuchen. Alles schön und gut, nur müssen wir diese Marotte mit ihnen teilen. Also, auf geht’s zu ein paar der absurdesten Paarungsversuche, bei denen wir uns am Kopf gekratzt und uns die Ohren zugehalten haben.
1) STATUS QUO und FC MANCHESTER UNITED: Francis Rossi und Rick Parfitt haben sich nie sonderlich um ihre Glaubwürdigkeit geschert, aber 1994 haben sie sich selbst übertroffen, als sie erlaubten, dass M.U. FC ihren Hit von 1989, Burning Bridges, mit Stollenschuhen „zertrampelt“. Rossi, Parfitt und die Jungs mit den muskulösen Oberschenkeln haben den Song umgebaut und in Come On You Reds! umgetauft.
2) ANN und NANCY WILSON und MARGE SIMPSON: Oft gut gemeint, am Ende aber lächerlich – auch die Wilson-Schwestern (Heart) gönnten sich ein Duett. Und zwar mit niemand Geringerem als einer Zeichentrickfigur, denn die Coverversion von Sisters are Doing It For Themselves sangen sie zusammen mit Homer Simpsons heiserer Gattin. Es folgten jede Menge Beschwerden, wie sie so etwas tun konnten – Marge Simpson..
3) METALLICA und THE SAN FRANCISCO SIMPHONY ORCHESTRA: Zwei Jahrzehnte lang benahmen sich die Jungs wie… na ja, eben wie die Jungs von Metallica. Also: Ein Sinfonieorchester würden sie fressen, sich mit dem Taktstock die Zähne säubern und dazu noch ein Stück Geiger hinter dem Zahnfleisch hervorpulen. Doch James Hetfield legte die Kehrtwende aller Kehrtwenden hin, als er 1999 beschloss, dem Gedanken nachzugeben, wie One an der Spitze aussehen würde. Das Ergebnis: zwei Konzerte, ein Album und Horden tätowierter Metaller auf dem Weg in die Oper!
4) OZZY OSBOURNE und MISS PIGGY: Ozzy kann sich wirklich mit ein paar verrückten Dingen in seinem Leben brüsten, aber hier würde man sich trauen zu sagen: zum Abkotzen! Wer um Himmels willen hat ihm eingeflüstert, ein Duett mit einem Schwein wäre eine gute Idee?! Offiziell können wir bestätigen, dass es sich um Ozzys bizarrste Zusammenarbeit handelt. Falls es dich interessiert: Der Song Born To Be Wild erschien 1994 auf der Muppets-Compilation.
5) HAWKWIND und SAMANTHA FOX: Als die Hawkwind-Fans 2000 zu deren Reunion-Auftritt in die Brixton Academy kamen, waren sie irgendwann mitten im Konzert schwer verblüfft. Denn als sie die ehemalige Pop-„Königin“ des englischen Busens auf der Bühne erblickten, dachten sie, das sei ein Scherz. Die liebe Sammy kreischte und tobte wie verrückt über die Bühne, als sie Lemmy beim Song „Silver Machine“ aushalf. Das Publikum bzw. die Ex-Hippies, heutigen Rocker und der ganze Rest wussten nicht, wessen Droge stärker war: ihre oder die von Hawkwind.
6) BRIAN MAY und FIVE: Auch diese Sache ist seltsam. Was Brian May geritten hat, mit einer kin(d)ischen „Boy Band“ zusammenzuarbeiten, werden wir wohl nie erfahren. Die adretten Jungs haben mit Brians Hilfe den Kultsong WeWill Rock you zu einer Hip-Hop/Dance-Version umgebaut und damit die Spitze der britischen Charts erreicht, das Original war einen Platz schlechter (was nicht selten vorkommt…). Angeblich dreht sich Freddie Mercury deswegen noch immer im Grab um…
7) SEX PISTOLS und RONNIE BIGGS: Als Johnny Rotten 1978 Sex Pistols verließ und „Public Image Ltd“ gründete, zögerten Gitarrist Steve Jones und Schlagzeuger Paul Cook nicht lange bei der Wahl eines neuen Sängers. Daran ist natürlich nichts auszusetzen, aber trotzdem…Wahrscheinlich hatten sie was Besseres zur Auswahl als den „Great Train Robber“ Ronnie Gibbs! Sprich: Der Typ hat gern Züge ausgeräumt. Oder pardon – der Kerl hat aus einem Postzug 2,6 Millionen Pfund der Queen eingesackt und genoss kurz darauf Asyl in Brasilien (1963)! Biggs nahm den Song No One Is Innocent (wie praktisch!) zusammen mit Cook und Jones auf und machte sich wieder auf zur sonnigen Küste der Copacabana.
8) MOTORHEAD und THE NOLANS: The Nolans hieß ein Quintett junger irischer Schwestern, die sich in den 70ern mit dem Singen von Pop-Balladen in diversen TV-Shows über Wasser hielten. Motorhead waren, sind und bleiben – zumindest hat sie jemand so beschrieben – alkoholisierte Langhaarige, deren Mundgeruch Tapeten von den Wänden reißen würde! Jedenfalls sind die Typen purer Rock’n’Roll, keine irische Ballade. Einem klar denkenden Menschen wäre nie in den Sinn gekommen, was sie getan haben, nämlich sich ein Studio zu teilen. Das Unglaubliche geschah 1981. Als Lemmy und die sommersprossigen Mädels sich trafen und gemeinsam ins Mikro Don’t do That sangen, dachte man genau das. Lemmys Kommentar: „Das haben wir gemacht, weil es komisch war!“ Stimmt.
9) REM und SESAMSTRASSE: Michael Stipe, Sänger und Boss von REM, brauchte fast 20 Jahre, um sich mit der Band den Ruf der Intellektuellen unter den Bands zu erarbeiten, und exakt 3 Minuten und ein paar Zerquetschte, bis alles den Bach runterging, als sie als Gäste in der Kindersendung Sesamstraße auftauchten. Umgeben von Puppen machten sie 1999 aus dem Song Shiny Happy People „Shiny Happy Monsters“. Der Text:“Monsters having fun/ Happy, happy/ See them jump and run/ Happy,happy“. Stipe färbte sich später den Kopf blau und setzte eine noch ernstere Miene auf.
10) JUDAS PRIEST und PETE WATERMAN: Was genau Rob Halford an Waterman gesehen hat, ist nicht ganz klar. Waterman war einer von dreien (neben Stock und Aitken), die Popsternchen „züchteten und sammelten“, wie Kylie Minogue und Jason Donovan in den 80ern und 90ern, später wurde er auch Juror in der britischen Version von Pop Idol. Künftige Stars „spuckte“ er wie am Fließband „aus“ und war deshalb wirklich kein Kandidat dafür, Songs für wilde Jungs zu schreiben, geschweige denn für die Jungs von Judas Priest. Trotzdem trafen sich die Jungs 1989 mit dem Herrn und nahmen gemeinsam drei Songs auf – doch keiner erblickte das Licht der Welt.