Der König der Flamenco-Gitarre PACO DE LUCIA ,1. 7. 2006, Arena, Pula, Kroatien
Wir informieren dich, dass das erste Konzert im Rahmen des 7. internationalen Histria Festivals am 1. Juli 2006 in der Arena von Pula stattfindet, und zwar mit einem der größten Gitarristen der Welt, Paco de Lucia.
BIOGRAFIE
Paco de Lucia, einer der größten lebenden Gitarristen der Welt, wurde am 21. Dezember 1947 in Francisco Sanchez Gomez geboren, einem Provinzstädtchen in der Provinz Cadiz im Süden Spaniens. Sein Künstlername ist seiner Mutter gewidmet, Lucia Gomez.
Sein Vater, Antonio Sanchez, spielte spätabends Gitarre und verdiente sich damit etwas dazu für die Familie. Genau er, Pacos älterer Bruder Ramnon de Algeciras und der Flamenco-Meister Nico Ricardo prägten Pacos Spielstil nachhaltig.
Seinen ersten Auftritt hatte er 1958 im Radio Algeciras. Die Brüder Ramon und Pepe (Sänger) sowie Paco bilden heute die Hälfte des Paco-de-Lucia-Sextetts.
De Lucia sagte einmal: „Flamenco lernst du von den Leuten, die du siehst, mit denen du spielst, du lernst ihn in der Familie, auf Festen. Danach feilst du an der Technik. Gitarristen brauchen kein Studium. Die großen Meister unterrichten die jüngeren, talentierten Instrumentalisten. Das Zigeunerleben aber ist anarchisch. Genau deshalb ist Flamenco eine Lebensweise ohne Disziplin. Du lebst einfach und lernst aus der Musik selbst.“
Die Wurzeln des Wortes „Flamenco“ sind nicht ganz geklärt. Manche behaupten, das Wort gehe auf das Volk der Flamen zurück, das nach Spanien kam, und bedeute „fremd“ beziehungsweise „nicht-spanisch“. Andere vermuten, der Ausdruck stamme von der arabischen Wendung „falah mengu“, was so viel heißt wie „glücklich im Jahr“.
Unbestreitbar ist aber, dass Flamenco eine Mischung vieler Kulturen ist – der Roma, der Muslime, der Juden – und dass er sich im spanischen Andalusien festgesetzt hat. Ihre Einflüsse sind deutlich zu hören: in der Emotionalität des Gesangs, in den Rhythmen, in den langsamen harmonischen Linien der Gitarre.
Flamenco ist – wie der Blues, mit dem er oft verglichen wird – die Musik einer armen und stolzen Minderheit. Er ist aber auch eine komplexe Kunst, die Gitarrenspiel, Gesang, Tanz sowie ruhige und explosive Rhythmen verbindet. Paco de Lucia verstand es schon in jungen Jahren, all diese Qualitäten zu vereinen.
1958 hatte der elfjährige de Lucia seinen ersten öffentlichen Auftritt, ein Jahr später bekam er einen Sonderpreis bei einem Flamenco-Wettbewerb in Jerez. Mit vierzehn ging er mit dem Flamenco-Tänzer Jose Greco auf Tour. Drei Saisons lang arbeitete er mit ihm zusammen.
Während der Amerika-Tour mit Greco lernte Paco den großen Sabicas kennen, einen einflussreichen Gitarristen, dessen Name in den USA ein Synonym für Flamenco war. Der ermutigte ihn, seinen eigenen Stil zu suchen. Paco folgte seinem Rat, und das zeigte sich mehr als deutlich 1970, als er als Musiker sein Debüt in der legendären Carnegie Hall gab.
„Ein Flamenco-Gitarrist darf dem Sänger nie im Weg stehen“, erklärte de Lucia einmal. „Es ist ein Dialog. Der Sänger singt Worte, von denen es im Flamenco nicht viele gibt. Der Gitarrist folgt dann dem Ruf des Sängers. Es geht um Unterstützung und nicht darum, sein Talent zur Schau zu stellen.“
Zurück in Spanien trat Paco beim Festival Flamenco Gitano auf und nahm mit achtzehn sein erstes Album auf.
Mit dem Album „La Fabulosa Guitarra de Paco de Lucia“, das er 1967 veröffentlichte, begann sich Paco vom damaligen Einfluss großer Meister wie Mario und Riacardo Escuadero zu lösen, und 1969 definierte er mit der Platte „Fantasia Flamenca“ seinen Stil.
1968 lernte er Camaron de la Isla kennen, einen der besten Flamenco-Sänger. Ihre Zusammenarbeit brachte über zehn aufgenommene Platten hervor. Ihr Album „Potro de Rabia y Miel“ (1991) war das letzte, denn Camaron starb 1992.
Der neue Stil von Paco de Lucia wurde auf der Platte „El Duende Flamenco“ (1972) deutlicher. Es folgten die Alben „Fuente Y Caudal“ (1973), „Almoraima“ (1976), das viele als wahres Meisterwerk bezeichnen, „Paco de Lucia Interpreta a Manuel de Falla“ (1980), gewidmet dem klassischen Komponisten, der ein Fan der Flamenco-Musik war, und 1981 das Album „Solo Quiero Caminar“.
Eingefleischte Flamenco-Anhänger kritisierten seine Ausflüge in andere Musikstile – in seinem Sextett sitzen ein Bassist, ein Schlagzeuger und ein Saxofonist – und seine Kollaborationen, besonders mit Jazzmusikern, allen voran mit dem Pianisten Chick Corea und den Gitarristen John McLaughlin und Al Di Meola. Die atemberaubenden Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind auf den Alben des Gitarrentrios dokumentiert: „Castro Marin“ (1979), „Passion Grace and Fire“ (1982) und „Friday Night in San Francisco „(1981).
Er nahm auch Musik für die Filme „Carmen“, „La Sabina“ und „Balet Los Tarantos“ auf, der im renommierten Teatro de la Zarzuela in Madrid aufgeführt wurde.
Wie auch immer, Paco kehrte mit dem spektakulären Album „Siroco“ (1987) zum reinen Flamenco zurück und wandte sich dann mit der Platte „Zyryab“ (1990), auf der auch der berühmte Chick Corea zu Gast war, wieder der klanglichen Fusion zu.
De Lucia weist die Vorwürfe, er habe seine Wurzeln verloren oder den Sinn des Flamenco verraten, geschickt zurück. „Ich habe nie die Wurzeln meiner Musik verloren, denn dann hätte ich mich selbst verloren“ , sagte er. „Ich wollte erreichen, dass die Tradition der Suche nach neuen, innovativen Ideen die Hand reicht und sie in den Flamenco aufnimmt.“
„Früher hatte ich Angst, mich selbst zu verlieren“, fügte er hinzu, „inzwischen weiß ich aber, dass ich, selbst wenn ich wollte, nichts anderes spielen könnte. Ich bin ein Flamenco-Gitarrist. Würde ich irgendetwas anderes spielen, würde es trotzdem nach Flamenco klingen.“
(Zusammengefasst nach: Fernando Gonzales)
Das komplette Programm des 7. internationalen Sommer-Histria-Festivals sowie Infos zum Kartenvorverkauf in Slowenien (AUSGEWÄHLTE KOMPAS-FILIALEN) kannst du dir hier auf der Webseite ansehen: http://www.histriafestival.com/Program2006.htm
Besonders ans Herz legen wir dir:
7. 7. 2006 FESTLICHE ERÖFFNUNG des 7. internationalen Histria Festivals, Galakonzert
JOSE CARERRAS
HRT-Sinfonieorchester, Gast: Sopranistin Inva Mula, Dirigent Maestro David Gimenez, Arena, Pula
27. 7. 2006
P. I. Tschaikowski
„SCHWANENSEE“, aufgeführt vom Nationaltheater aus Riga, Arena, Pula
30. 7. 2006
EROS RAMAZZOTTI Stadion Kantrida, Rijeka
8. 8. 2006
JOVANOTTI Arena, Pula