#aveš

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: Los Ventilos
Label: Eigenveröffentlichung
Erscheinung: 2017
Laufzeit: 44:25
Bewertung: 3.5/5

Los Ventilos veröffentlichen ihr viertes Album nach gut fünfzehn Jahren Bandgeschichte. Auf dem vierten stellen sie einen neuen Sänger vor. Mal wieder. Den vierten in Folge. Er heißt Urban Sever, und mit neun neuen Eigenkompositionen und vier aufgefrischten »Klassikern« aus dem eigenen eisernen Repertoire bleiben sie nach wie vor die Band, die unverhohlen auf die Pole-Position des slowenischen Pop- und Rock-Mainstreams zielt – mit dem Wunsch, über die Wellen der slowenischen Radiosender möglichst viele Musikhörer für sich zu gewinnen. Schon der Albumtitel allein, dazu das Cover, das den breitschultrigen, gut aussehenden und verführerisch lächelnden Urban in den Vordergrund rückt, sowie die griffige Aussagekraft ansteckender Liedchen (zum Glück) mit optimierter Spielzeit und nicht zuletzt der prominente Ruf der Gastmusiker (Grega Skočir, Tokac, Tomi Meglič, Omar Naber) deuten darauf hin, dass die Band vor allem die Gunst des weiblichen Publikumsteils anpeilt.

Los Ventilos lassen sich mit ihren Alben zwar Zeit, aber die Jungs scheren sich kein bisschen darum. Was sie tun, tun sie unter dem Markenzeichen des Perfektionismus – wie lange es dauert, bis das gewünschte Ziel erreicht ist, spielt dabei keine Rolle. Das Album »#aveš« zielt also schnurstracks (und wieder einmal) auf den slowenischen Musik-Mainstream, daran gibt’s keinen Zweifel. In der Klanglandschaft, die sie den Zuhörern bieten, stehen die Jungs nach wie vor auf Gitarren, denen sie in der Produktion entsprechend mehr Raum geben. Das Rockelement ist also betont, und die Mannen sorgen dabei mit Eifer für ein hohes Maß an Musikalität, die beim Ausfeilen der kompositorischen Gestalt der Songs in sofort ansteckender Eingängigkeit mündet. Die zieht einen also direkt rein!

Also. Summa summarum bleibt die Tendenz von Los Ventilos dieselbe wie eh und je. Der Unterschied liegt darin, dass die Jungs auf der neuen Platte reifer und um so manche Erfahrung reicher auftreten, zu der dich der Weg des Trotzes führt.  Deshalb präsentieren sich Los Ventilos auf der neuen Platte als Komponisten, die die Schritte des Komponierens weiser und konziser abmessen als je zuvor – das gilt auch für die Suche nach den konzeptionell optimal harmonierenden Lösungen, was ihnen vier Asse in die Hand gibt, die die kompositorische Kompaktheit nicht nur der neun neuen Eigenkompositionen, sondern des Albums als Ganzes sicherstellen. Wir reden also davon, eine hohe kompositorische Verträglichkeit in der Verbindung Strophe – Refrain (mit optionalem Vorrefrain) zu erreichen. Musikalisch simpel gelöst also – was diesmal wieder auch die weniger anspruchsvollen Hörer, die Mehrheit eben, in seinen Bann zieht.

Damit das Publikum aber nicht vergisst, wer Los Ventilos sind, hat die Band ans Ende des Albums vier neu aufgenommene Songs aus ihrem eisernen Repertoire gehängt, auf denen die bereits erwähnten Vokal-Asse von Big Foot Mama, Dan D, Siddharta sowie Omar Naber Urban Gesellschaft leisten. Frisch aufgepeppt, wirkungsvoll, zündet sofort. Im neuen Gewand: Med vdihom in izdihom, Ne gledam nazaj, Vanilija und Odpri ventile – mit dem Produktions- und Interpretationsgewand der neuen Schaffensperiode der Band. Im Einklang mit ihrer evolutionären Entwicklung. Der Abdruck ihrer Essenz für das Jahr 2017.  

Mission erfüllt. Die Qualität, die das allgemeine Pop-Rock-Spektrum der slowenischen Musikszene verlangt, ist grundsätzlich garantiert. Das neue Album bewahrt die Glaubwürdigkeit, die die ersten drei der Band eingebracht haben. In frischer Besetzung, in neuen Zeiten mit neuer kreativer Kraft des Schöpfer-Ichs und dem nötigen Charisma. Reif und einmal mehr wirkungsvoll. Die Rhetorik des Albums »#aveš« ist so beschaffen, dass sie die slowenische Musiköffentlichkeit begeistern sollte – auch durch die Reaktivierung der Erinnerungen all jener nostalgischen Bandfans, die die Gruppe von früher bestens kennen, denn der neue Stoff wird ihnen wie auf den Leib geschneidert sein.

Los Ventilos – Pod črto (offizielles Musikvideo):

Besetzung

Urban Sever – Gesang
Boštjan Gradišek – Gitarre
Martin Lunder – Gitarre
Nace Jordan – Bassgitarre
Gašper Gradišek – Schlagzeug 

Produktion

Los Ventilos

Trackliste

1. Čas
2. Pod črto
3. Svet na rami
4. Drevo bo vedelo
5. Tobogan greha
6. Prenaglas
7. Punca
8. Kako naj dokažem 
9. Naj gre mimo
10. Med vdihom in izdihom (feat. Omar Naber)
11. Ne gledam nazaj (feat. Tokac)
12. Vanilija (feat. Tomi Meglič)
13. Odri ventile (feat. Grega Skočir) 

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