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Autor: Rok Klemše
Film: Deathgasm
Label: Eigenveröffentlichung
Erschienen: year_month
Laufzeit: 1:26
Wertung: 4/5
Diesmal etwas anderes, nicht zwingend rein musikalisch, aber gleichzeitig untrennbar mit Metal verbunden! (Film-)Horror und Metal sind schon immer Hand in Hand gegangen, seit den frühen Achtzigern mit wohl dem bekanntesten Film, der Metal und Horror vereinte, Trick Or Treat (mit Ozzy und Gene Simmons), dann Shock ‚Em Dead, The Gate und zahlreichen anderen größtenteils mehr oder weniger geglückten Versuchen. Noch nie zuvor aber haben Filmkunst und Metal so wirkungsvoll und überzeugend zusammengespielt wie im Fall des Langfilmdebüts des neuseeländischen Regisseurs Jason Lei Howden, Deathgasm.
Howden, der auch das Drehbuch zu Deathgasm schrieb und überzeugter Metal-Fan ist (zu seinen Lieblingsbands zählen Emperor und Cannibal Corpse), war vor seinem Regiedebüt als Meister der visuellen Effekte bekannt. Er wirkte an großen Produktionen wie Avengers, Prometheus und Der Hobbit mit, und in Deathgasm vereinte er auf der Leinwand seine Liebe zu Metal und Splatstick-Blutereien, allen voran mit den Meisterwerken Peter Jacksons, dem Kultfilm Bad Taste und BrainDead, sowie Raimis Evil Dead-Trilogie.
Die Handlung von Deathgasm ist zwar durch und durch klischeehaft – Metaller entdecken eine uralte Partitur der Schwarzen Hymne der Kultband Hexan Sword, und als sie diese spielen, entfesseln sie natürlich die dämonische Apokalypse. Auch die Figuren wirken anfangs klischeehaft: Metaller als gesellschaftliche Außenseiter, die obligatorischen Schulschläger und eine heiße Blondine, die zum Begehrungsobjekt der Hauptfigur Brodie wird, der nach der Einweisung seiner Mutter zu seinem religiös wahnsinnigen Onkel und seiner Tante ziehen muss. Die beiden verstehen sein teuflisches Lärmen natürlich nicht, der Onkel versucht ihn sogar im Schlaf zu taufen, und Brodie findet schnell einen Verbündeten in Zakk, zwischen den beiden entwickelt sich rasch eine überzeugende Bromance. Schwarz-Weiß-Charaktere würden in einem anderen Umfeld billig wirken, hier tragen sie aber zum Charme des Films bei, da Howden sie dadurch aufwertet, dass er sie in ein durch und durch metallisches Umfeld katapultiert. Brodie und Zakk zünden einen geilen Soundtrack mit Bands wie Nunslaughter, Axeslasher, Midnight, Emperor, Elm Street und vielen anderen, ihre Band dreht Clips à la Immortal – Call of the Wintermoon, und Zakk verarscht Brodie dafür, dass er Trivium hört.
Genauso überzeugend schlägt sich Deathgasm im Horrorbereich. Howden hat es trotz minimalem Budget geschafft, eine respektvolle Hommage an Klassiker wie Evil Dead (eine offensichtliche Hommage an Raimis Kamera) und BrainDead zu schaffen und dem Genre gleichzeitig frischen Wind einzuhauchen. Blut, Gedärme, Zerstückelungen und alles, was dazugehört, werden aus einer komischen Perspektive behandelt, die Spezialeffekte sind für einen Film dieser Größenordnung schlicht exzellent, und man merkt, dass Howden auf diesem Gebiet enorme Erfahrung hat. Auch die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut. Milo Cawthorne als Brodie ist zwar kein Bruce Campbell, aber gegen Ende des Films erledigt er Dämonen genauso effektiv wie Ash, und die Methoden, mit denen sie dabei vorgehen, waren schon lange nicht mehr so abgefahren und unterhaltsam.
Als Erstlingswerk hat Deathgasm ein paar kleinere Schwächen, vor allem verliert er stellenweise den roten Faden, Nebenfiguren bleiben ungenutzt, allen voran die Kultisten und die streberhaften »Sidekicks«, und auch das Drehbuch hinkt teilweise, aber all das kann Howden in Deathgasm 2: Goremageddon korrigieren, das bereits angekündigt ist. Fuck yeah! Deathgasm setzt die Tradition des neuseeländischen schwarzhumorigen Ekels wunderbar fort, dessen Flaggenträger in den letzten Jahren vor allem Black Sheep und What We Do In the Shadows waren, und wird mit Sicherheit zum unverzichtbaren Halloween-Menage-à-trois mit BrainDead und Evil Dead (natürlich Bier und Pizza in der Hand). Zwei abgefahrene Daumen hoch!
Deathgasm könnt ihr morgen, am Freitag, den 25.3.2016, im Kino Dvor sehen!
Produktion
Jason Lei Howden (Regie)