Back To Where You’ve Never Been

0 8

Autor: Primož Novak

Künstler: Hacride
Label: Indie Recordings
Erscheinung: year_month
Laufzeit: 41:22
Bewertung: 4/5

Bei der französischen Band Hacride könnte man behaupten, sie sei nur eine weitere typische moderne französische Band. Das bedeutet: technisch versierte Musik, die sich an heutigen Extremen à la Meshuggah und natürlich Death Metal orientiert. Hacride sind allerdings keine Pioniere des französischen Extremismus. Das waren eher Scarve, Yyrkoon und natürlich Gojira.

Mit früheren Alben haben Hacride ihr Potenzial unter Beweis gestellt, trotz Vorwürfen, sie hielten sich zu sehr an Nu-Metal-Rhythmen – hatten aber deutlich mehr Gespür für Groove. Mit dem Vorgänger Lazarus wollten Hacride ihren komplexen Groove in Richtung atmosphärisch und ambient gefärbter Musik à la Tool lenken. Solche Versuche sind jedoch ziemlich riskant und scheitern in den meisten Fällen. Und auch bei Hacride lässt sich sagen, dass der Versuch nicht sonderlich erfolgreich war.

Mit Back To Where You’ve Never Been beweisen Hacride, was sie auf ihre Art am besten können. Sie bleiben »groovy« und komplex, ohne dabei zu übertreiben. Seit dem letzten Album sind vier Jahre vergangen, in denen sowohl Sänger als auch Schlagzeuger ausgetauscht wurden. An den Sänger muss man sich erst etwas gewöhnen – der Klang seines Cleangangesangs erinnert an eine typische adoleszente Alternative-Metal-Band, wie sie vor allem MTV promotet hat. Andererseits wollen die ruhigeren Parts mit Cleangesang zu sehr wie Tool klingen. Zum Glück sorgt der raue Gesang dafür, dass der bittere Nachgeschmack des Cleangangesangs in den Hintergrund rückt – und macht Hacride dadurch deutlich attraktiver.

Das Highlight des Albums ist die Rhythmussektion. Man merkt der Band deutlich an, dass sie den Schlagzeuger gewechselt hat. Es handelt sich um Florent Marcadet, der auch in der Post-Metal-Band Klone spielt. Ein vielseitigerer Drummer hat nämlich zu mehr Dynamik beigetragen. Als Beispiel sei der Track Eridification of the Fall genannt, der auch einer der interessantesten und ausgefeiltesten Songs des Albums ist.

Das 4. Studiowerk von Hacride ist zweifellos einen Blick wert. Die harten Parts stechen heraus, nur die verträumteren Passagen kommen nicht ganz ans Ziel. In knapp 41 Minuten begeistern die Franzosen ohne Frage. Auch die Produktion selbst ist solide, der Sound ist modern, nur wirken manche Songs etwas gestreckt. Man muss Hacride zugute halten, dass sie sich nicht verausgabt haben. Mit diesem Album beweisen sie, dass sie noch das ein oder andere Ass im Ärmel haben.

Besetzung

Florent Marcadet – Schlagzeug
Benoist Danneville – Bass
Luiss Roux – Gesang
Adrien Grousset – Gitarren

Produktion

Frank Hueso

Trackliste

01. Introversion
02. Strive Ever To More
03. Synesthesia
04. Overcome
05. Edification Of The Fall
06. To Numb The Pain
07. Ghosts Of The Modern World
08. Requiem For A Lullaby
Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies