Driven By Hate
Künstler: Eight Of Spades
Label: Manitou Records
Erscheinung: 2010
Spielzeit: 32:01
Wertung: 2.5/5
Eight Of Space sind Franzosen, die 2004 gegründet wurden. Power, Krach, Rock n‘ Roll! Füg dazu noch eine bewusste Verstimmtheit hinzu, und du merkst: „Verdammt, das ist doch punk!“ Es gibt zwei Sänger, die sich in den Strophen abwechseln und sich gelegentlich verdoppeln. Der erste erinnert an einen gewalttätigen Alkoholiker, ist rau und grob, was definitiv zur ganzen röhrenden Angelegenheit beiträgt, der zweite ist höher angesetzt, aber nicht schreierisch, dennoch sehr „noisy“ und kratzt ordentlich an den Gehörrezeptoren. Da die Riffs kräftig aufgedreht sind und obligatorisch ein Doublebass-Pedal eingesetzt wird, auf dem Eight Of Spades rollen, ist es nicht schwer, die Anleihen bei Heavy-Metal-Elementen zu erkennen. Also Hardcore-Punk, bestückt mit dem Rock-n‘-Roll-Exzess à la Motorhead, dem Motorhead der ersten Hälfte der Neunziger, mit dem eher metallischen Gesicht, aber mit deutlich lauwärmerer Produktion und weniger vernichtender Wirkung.
Das Problem ist der Akzent. Man schafft es noch herauszufinden, dass es englische Texte sind – wer aber wenigstens noch zwei aufeinanderfolgende Zeilen entziffert, die da genuschelt werden, der gehört zu den Genies vom Kaliber Einstein. Natürlich wird dieser Mangel beim Singen auf Englisch durch das Dröhnen und Feuern verdeckt, das durchaus qualitativ klingt. Performativ qualitativ. Nur performativ.
Eine Revolution entdecken Eight Of Spades nicht, und mit so einem Ansatz werden sie das auch nie tun. Sie schöpfen eben aus den Grundlagen einer Musik aus einem anderen Zeitgeist, der heute nicht mehr aktuell ist. Eine Band, die darauf setzt, in Bierkneipen zu gefallen, kann auch nicht besonders weit kommen, was den Bekanntheitsgrad betrifft – im Gestampfe durch exzessiven Hardcore-Punk/Metal, wo die Grundgebote herrschen, die einst der Rock n‘ Roll abgesteckt hat.
Musik zum Feiern, mit so wenig Stimmigkeit wie möglich, die sich an die Konsumenten vor allem in dem Sinne wendet, dass sie versucht, sie taub zu machen. Leider rechtfertigt der Albumtitel die Energie nicht, die nicht überzeugt, dass Eight Of Spades besonders wütend wären und dass sie allein die nackte Wut über das Antlitz der Erde vorantreibt. Interessant ist auch, dass die Band für gelegentliche harmonische Passagen sorgt. Ein paar Töne, einstimmig natürlich, quietschend durch die Verzerrung gequetscht, was das Erscheinungsbild und den Sound der Band zwar „weicher“ macht, aber dankenswerterweise die Gefahr bannt, dass das ganze Ding in Monotonie versinkt.
Eight Of Spades und ihr Album Driven To Hate werden alle mit Freude konsumieren, die unempfindlich gegenüber Kleinigkeiten sind und sich ausschließlich dem Lärm und Brummen unterwerfen, was auch immer davon ihre Wahrnehmung erreicht. Der Rest bleibt lieber bei Motorhead, Rob Zombie und dem guten alten NYHC-Sound.
Besetzung
J Pouille – Gesang, Gitarre
Cedrico – Schlagzeug
Jeff – Gitarre
Peter – Bassgitarre, Begleitgesang
Produktion
Eight Of Spades
Tracklist
01. March of the lamb
02. Revolt
03. Come with Me
04. Destroy
05. Ride
06. Take it
07. Survive
08. Driven by Hate
09. Hey You
10. High Speed Rock ’ N ’Roll
11. Eight of Spades