The Company We Keep

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Künstler: Caesars Rome
Label: Superball Music
Erschienen: 2010
Laufzeit: 41:06
Bewertung: 1/5

Noch eine fröhliche Jungs-„Boyband“ in Instant-Verpackung, von Kopf bis Fuß mit der vorgefertigten Garantie auf MTV-Tauglichkeit und gutem Verkaufspotenzial ausgestattet. Ja. Man muss das Offensichtliche nicht länger aufdecken, dass uns die kurzsichtige Gier nach einer Handvoll Geld an den Rand des gesunden Verstands gebracht hat – auch beim Ausdruck von Musikern durch den Fakt des Rocks.

Ceasars Rome ist ein Name, der eine Parodie auf Kings Of Leon und ähnliches verspricht. Die Jungs, die vielleicht beim Knuspern von Kellogg’s-Cornflakes und Age Of Empire-Spielen aufgewachsen sind und dabei von Caesar und Rom erfahren haben, werden euch garantiert reinen Wein einschenken und zeigen, wer in der Rockmusik wirklich die Nummer ist. Denn wir alle glauben todernst daran, dass irgendwo hinter neun Bergen und neun Gewässern, nahe traumhafter Alpenwiesen, das Murmeltier immer noch gerne Schokolade einwickelt.

Magst du Coldplay? Dann bist du auch in Caesars Rome zu Hause. Eingängige Pop-Emo-Nummern mit leichter Punk-Dissonanz, aber betonter, kontrastreicher Produktion, die clean klingt und dynamisch durch das Album atmet. Unglaublich, wie einfach man jeden kleinen Frühchen-Typen in die Maske der Unverwundbarkeit kleiden kann. Die Produktion trägt alles. Den fetten Bass-Tritt, einen warmen „Drive“ und das lebhafte Zusammenspiel der einzelnen Elemente, die den Sound des Albums The Company We Keep aufbauen. Der Gesang ist sauber, zieht Vokale sehr gerne in die Länge und formt damit Melodien – was als erster U2-Vorzeige-Rübe Bono „Boner“ Vox massenhaft auf dem Planeten Erde vorgemacht hat. Wo Coldplay sind, ist U2 sowieso nicht weit – besser wäre es eigentlich, die Reihenfolge umzukehren.

Die jungen emotionalen Heulsuse sind bei diesem Debütalbum so makellos aufgestellt, dass wahrscheinlich sogar ihre Fürze nach Vanille-Backpulver riechen. So oder ähnlich kann der Witz beim ersten Zusammentreffen mit dieser Musik ausfallen. Das gefühlvolle „Bambi-hafte“ Schluchzen ist buchstäblich durch alle Refrains kopiert, und deshalb klingen alle Songs wie ein Ei dem anderen. Melodie ist vorhanden. Auf jeden Fall. Aber andererseits: Ist es nicht traurig, wenn man Musik als eine Mischung aus emotionalem Pop-Punk-Gewäsch beschreiben kann? Wo sind wir mit dem Wegfegen des Punk gelandet? Und wo mit dem Durchdrücken des Pop? Grauenhaft. Aber das ist die neue Ära. Modern. Gemacht für Massenfestivals, wo unter der Bühne eine Horde Achtjähriger auf ihre erste Periode wartet..

In der Musik von Caesars Rome ist kein Funken Greifbares zu spüren, der rechtfertigen würde, dass man sich als Vertreter der jungen Generation, auf deren Schultern bald die Welt ruhen soll, dem Rock als Mittel des Aufstands und des Demonstrierens allgemeinen Ungehorsams durch die musikalische Predigt des eigenen künstlerischen Wesens zuwendet. The Company We Keep ist ein allzu schön „verpacktes“ Album. Deshalb ist es trivial, schon wenn man das Booklet aufschlägt – noch bevor man sich dem musikalischen Inhalt widmet. Jimmy Eat World- und Brand New-„Freaks“ wissen das nicht. Und müssen es auch nicht. Solange sie die Schönheit mindestens eines Bandmitglieds vermarkten können, an dem sich Dreizehnjährige heimlich „reiben“, wird es laufen. Wenn die Generation über sie hinauswächst, werden sie vergessen sein wie Frühlingsschnee.

Auch in den Momenten, wo ein vielversprechenderer Riff zu hören ist (Goodbye Country Road, Finding Waves), überdeckt der Gesang diese Verheißung auf „meisterhafte“ Weise mit seiner pathetischen Heulerei. Aber Achtung: Die Musik lebt größtenteils von Dur-Griffen! Am lustigsten ist es, wenn man den Songtitel Awake & Armed liest und der Gesang einem dann eine fröhliche, triumphierende Melodie serviert, die bei Bedarf etwas „quietscht“. Caesars Rome! Rock und ein halbes. Damit würde man nicht mal ein Zweijähriges erschrecken. Solche Musik kann nur eine Clique unreifer, halbwüchsiger und talentloser Kumpane erschaffen. Dazu kommt die traurige Tatsache, dass der Musikmarkt die Massen fast ein ganzes Jahrzehnt lang mit ein und derselben „Elite“ fünftklassiger sogenannter Musiker vergewaltigt. Mit einer vorab kalkulierten kommerziellen Masche. Der Rest zählt nicht. Lady GaGa verdient einen neuen Tribut, denn sie bleibt die wahre Königin bei dieser ulkigen The Company We Keep-Platte!

Besetzung

Jonathan Hopkins – Gesang, Gitarre
Kyle Smith – Gitarre, Hintergrundgesang
Ashley Cocco – Bassgitarre
Richard Berry – Schlagzeug

Produktion

Romesh Dodangoda

Trackliste

1. Vegas & Its Nightlife (4:05)
2. High On The Nines (4:05)
3. Awake & Armed (3:31)
4. Let’s Wish (3:42)
5. Oceans (3:44)
6. The After Dark Soundtrack (4:14)
7. Goodbye Country Road (3:59)
8. Kicking Down Castles (4:46)
9. Finding Waves (3:08)
10. O’Captain (5:47)

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