Morningwood
Izvajalec: Morningwood
Založba: EMI Records
Izid: 2006
Ocena: 2/5
Morningwood sind eine junge amerikanische Band, eigentlich ein Duo, die mit ihrem selbstbetitelten Album ihr Debüt veröffentlicht hat. Genau genommen wäre es ziemlich merkwürdig, wenn es wirklich ein Duo wäre, denn das Herz der Band bilden Bassist und Sängerin. Wie würde ein Album nur mit Bassist und Sängerin klingen? Klar, das könnte glatt als Avantgarde durchgehen, aber die Musik von Morningwood hat andere Ziele, eher mainstreamige. Genau deshalb gibt es in der Besetzung ein paar mehr oder weniger feste Gäste an Drums, Gitarre und Backing Vocals, die dem Duo bei seiner Vision (bzw. dem Mangel daran) helfen.
Man muss zugeben, dass Morningwood ziemlich melodisch sind, für mich manchmal sogar zu sehr. Alles ist nach denselben Prinzipien und denselben Rhythmen gebaut, und es fehlen einfach die richtigen Ideen. Man spürt viele Punk- und New-Wave-Einflüsse, aber Morningwood erreichen nicht mal ansatzweise die Höhen der besten Acts aus diesen Genres. Sie sind zu generisch, zu allgemein und zu alltäglich. Würde ich sie im Radio oder im Fernsehen hören, würde ich nicht unbedingt umschalten, aber sie würden mich auch nicht packen. Ihre Musik ist ohnehin extrem oberflächlich, fast ohne jeden Inhalt, als würde man eine Puppe im Schaufenster anschauen. Die kann schöner angezogen sein als jeder Mensch, der an ihr vorbeiläuft, aber innen ist sie leer, ganz ähnlich wie die Musik von Morningwood.
Auch die Texte sind so flach wie nur möglich, damit man nicht groß nachdenken muss und sich dem Strom bescheuerter Ideen hingeben kann, die einen auf belebende Weise verblöden lassen. Sowohl die Musik als auch die Texte werden vor allem den coolsten Schülern gefallen, die sich an dem Gedanken hochziehen können, dass sie zur Abwechslung mal etwas tatsächlich verstehen, im Gegensatz zu der dämlichen Poesie, die man in der Schule pauken muss.
Wenn euch Musik gefällt, die die ganze Zeit ungefähr dasselbe Tempo und denselben Rhythmus hat, mit Texten, die für das neue Jahrtausend gemacht sind, wo wichtiger ist, was du anhast, als das, was du im Kopf hast, dann ist dieses Album wie für euch gemacht. Wenn ihr aber auch nur einen Funken Selbstachtung und Respekt vor der Musik habt, dann meidet dieses Album wie die Pest, damit es euch nicht zufällig mit seinen Botschaften überzeugt – auch wenn ich glaube, dass sich jemand mit einem Hauch von intellektuellem Potenzial davor nicht fürchten muss. Das ist Musik, die ein schlechtes Licht auf Amerika wirft, denn sie wirkt, als wäre sie dafür gemacht, ihre dümmsten Schüler zu erziehen. Obwohl viel Punk-Einfluss drinsteckt, wäre es eine Beleidigung für den Punk, diese Band in dieses Genre einzuordnen. Ich weiß nicht genau, in welche Spielart des Pop-Rock diese Musik gehört, aber ich weiß, dass ich damit nichts zu tun haben will.
Zasedba
Chantal Claret – Gesang
Pedro Yanowitz – Bass, Gesang
Gäste: Japa Keenon – Drums, zusätzlicher Gesang, Richard Steel – Gitarre, zusätzlicher Gesang, Jonny Clagg – zusätzlicher Gesang bei Nth Degree
Produkcija
Gil Norton
Seznam skladb
1. Nü Rock
2. Televisor
3. Nth Degree
4. Jetsetter
5. Take Off Your Clothes
6. Body 21
7. Easy
8. Babysitter
9. New York Girls
10. Everybody Rules
11. Ride The Lights