In10sity
Autor: Rok Klemše
Künstler: Pink Cream 69
Label: Frontiers Records
Veröffentlichung: 2007
Es ist schlicht unglaublich, eine Band zu hören, die nach zwanzig Jahren noch immer so frisch klingt wie Pink Cream 69 im Jahr 2007. Mehr noch: Sie haben wahrscheinlich sogar das beste Album ihrer langen Karriere veröffentlicht, das sich problemlos mit dem Debüt Pink Cream 69 oder dessen starkem Nachfolger One Size Fits All messen kann. Ihre späteren Veröffentlichungen schwankten zwischen Durchschnitt und üblen Ausrutschern, zur alten Form fanden sie erst mit den Alben Electrified und Sonic Dynamite zurück, mit dem letzten Album Thunderdome rutschten sie leider wieder in den tiefen Durchschnitt ab. Doch die Intensität ist aufs Maximum gestiegen, und Pink Cream 69 kommen stärker zurück als je zuvor.
In10sity ist ein Album ohne einen einzigen langweiligen Moment. Offensichtlich haben sie selbst gemerkt, dass das letzte experimentelle Album nicht das Wahre war, und sie kehren zurück auf die alten Pfade des hervorragenden melodischen Metals bzw. Hard Rocks. Schon der erste Track Children of the Dawn ist ein erstklassiger „Rocker“, der sofort sitzt, dann folgt noch ein „Rocker“, und noch einer, und noch einer… Passender hätte man das Album wirklich nicht betiteln können – Intensität im wahrsten Sinne des Wortes. Und diese Intensität steigert sich durchs ganze Album.
Pink Cream 69 sind also zu einem modernen, schweren, aber zugleich melodischen und ziemlich ansteckenden Sound zurückgekehrt. Songs wie Children of the Dawn und Out of This World klingen wie echte Heavy-Metal-Abrissbirnen, während Stücke wie Crossfire oder Wanna Hear You Rock eine Rückkehr zu den Wurzeln der Band mit modernem Anstrich sind. Die besten Momente des Albums sind wirklich schwer herauszupicken, ich persönlich würde hier den starken Opener Children of the Dawn, I’m Not Afraid (mit einem so ansteckenden Refrain, dass es fast schon unheimlich ist) und My Darkest Hour nennen.
Genau hier steckt aber der einzige Makel des Albums. Natürlich ist es auch bei In10sity nicht anders – manche Songs sind besser als andere. Aber die besseren Songs sind auf diesem Album so gut, dass sie die übrigen, an sich sehr guten Songs komplett in den Schatten stellen, und die wirken dann schnell nur noch durchschnittlich.
Wenn du dir die Platte kaufen willst, greif unbedingt zur Ausgabe mit dem starken Bonustrack My Darkest Hour, der zwar den typischen Sound des Albums hat, aber mit etwas düsterer Stimmung überrascht. Lobenswert ist auch die Entscheidung der Band, die langsame und für meinen Geschmack schon zu zuckersüße Ballade Last Train to Nowhere ganz ans Ende des Albums zu setzen und so zu verhindern, dass das großartige Tempo der Platte zerhackt wird.
Was In10sity wirklich zu einem großartigen Album macht, ist der unglaubliche, fantastische Gesang von David Readman, dessen außergewöhnliche Klangfarbe und Melodik so zur Musik passen wie die Faust aufs Auge. Auch der instrumentale Teil der Band steht kaum nach, vor allem das Gitarrenduo Alfred Koffler und Uwe Reitenauer sticht hervor. Das Ganze rundet natürlich eine erstklassige, scharfe Produktion ab, dank des hervorragenden Produzenten Dennis Ward (der z. B. schon mit Angra zusammengearbeitet hat).
Gar keine Frage: Pink Cream 69 haben mit einem starken Album überrascht und sich vielleicht sogar selbst übertroffen. Fans von melodischem Metal oder Hard Rock, wie du es eben nennen willst – In10sity ist die perfekte Platte für dich!
Besetzung
David Readman – Gesang
Alfred Koffler – Gitarre
Uwe Reitenauer – Gitarre
Dennis Ward – Bass
Kosta Zafiriou – Schlagzeug
Jochen Weiher – Piano und Keyboards auf Last Train to Nowhere
Produktion
Dennis Ward
Tracklist
1. Children of the Dawn
2. No Way Out
3. Crossfire
4. I’m Not Afraid
5. A New Religion
6. The Hour of Freedom
7. Stop This Madness
8. Desert Land
9. Out of This World
10. It’s Just A State of Mind
11. Wanna Hear You Rock
12. My Darkest Hour (Europa-Bonus)
13. Last Train to Nowhere