Full Metal Garage: The Songs That Drove Metallica

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Interpret: Metallica
Label: Castle Communications
Erschienen: 2006

Heutzutage inspiriert Metallica andere, die sie nie erreichen werden, geschweige denn übertreffen. Aber was hat Metallica in den frühen Jahren inspiriert – und was inspiriert sie bis heute? Und welche der Legenden haben sie erreicht und übertroffen?!

Metallica ist eine dieser Bands, die in all den Jahren ihrer reichen, 25 Jahre währenden Karriere für Aufmerksamkeit sorgt. In der Blütezeit des Glam Metal haben sie sich entschieden, Thrash Metal zu spielen. Das Debüt wollten sie ‚Metal Up Your Ass!?‘ nennen, beugten sich aber den Forderungen des Labels und betitelten die Platte mit dem „netteren ‚Kill ‚em All‘. Dann haben sie den problematischen Gitarristen Dave Mustaine rausgeworfen und mit den nächsten beiden Platten das Fundament des Heavy Metal gelegt. Es folgte die Tragödie – bei einem Verkehrsunfall auf Tour stirbt Bassist Cliff Burton und Jason Newsted stößt zur Band. In dieser Phase nimmt die Band die erste „problematische“ Platte ihrer Karriere auf – ‚…And Justice For All‘, das erste Video zu ‚One‘ und widmet sich erstmals dem Garagenputz. Eine Art Hommage an die Vorbilder! Geben wir’s zu – Metallica klangen großartig! Dann folgte noch ein „Ausverkauf“ mit dem Album ‚Metallica‘, zermürbende Touren, ein neuer Look und ein neuer Musikstil – ‚Load‘ und ‚Reload‘ sind bis heute keine beliebten Platten, obwohl Metallica sich als hervorragende Band bewiesen haben, die nicht blind in irgendwelchen Genre-Schubladen festgepflockt blieb. Und dann kamen kurz hintereinander zwei Sammlungen – auf ‚S&M‘ spielten sie einen üppigen Strauß an Hits mit Sinfonieorchester, auf ‚Garage Inc.‘ sammelten sie Songs von den ‚Garage Days‘-EPs und nahmen obendrauf noch eine ganze Platte mit neuem, spannendem Material auf – Coverversionen, versteht sich. Und um uns nicht mit dem aktuellen Geschehen in der Band herumzuschlagen (Bassistenwechsel, Reha von James Hetfield, das nahende Bandende, die Reinigungsplatte ‚St. Anger‘, die Doku über die Hölle innerhalb der Band ‚Some Kind Of Monster‘, 20. Jubiläum und die ihm gewidmete ‚Master Of Puppets‘-Tour, eine Videosammlung und das ungeduldige Warten auf ein neues Album), bleiben wir hier stehen.

Die Platten ‚Garage Inc.‘ und ‚Full Metal Garage‘ sind sich sehr ähnlich. Auf der ersten sind Songs versammelt, die Metallica inspiriert haben und es noch immer tun, in Versionen, die den Originalen mehr oder weniger ähneln. Wie und wie sehr sie den Originalen ähneln, hörst du auf der Zusammenstellung ‚Full Metal Garage‘, auch wenn ein paar Songs fehlen – es gibt kein ‚Stone Cold Crazy‘ von Queen und auch nicht alle Songs von Motorhead. Und natürlich – schon auf ‚Garage Inc.‘ findet sich zum Beispiel kein einziger Song von Iron Maiden und keiner von AC/DC. Zu Letzteren hat Kirk Hammett mal gesagt, sie hätten keine Covers machen wollen, weil all deren Songs sowieso schon perfekt seien!

Auf der ersten Platte finden wir so unter anderem Diamond Head (‚It’s Electric‘, zu der sich auf der zweiten noch ‚Helpless‘ und die kultige ‚Am I Evil?‘, ‚The Prince‘ und ‚Sucking my Love‘ gesellen), die man mit ihren tollen Gitarrenriff-Intros, Übergängen und Soloeinlagen sowie der generellen Komposition der Songs locker zu den Bands zählen kann, die den Sound von Metallica mitgeprägt haben. Dass auch Black Sabbath (‚Sabbra Cadabra‘) und Mercyful Fate (‚Curse of the Pharaohs‘ und ‚Evil‘) zu den einflussreichsten gehörten, steht außer Frage, aber dann darf man schon mal ein bisschen nachdenken.. The Misfits? Der verstorbene Cliff Burton war ein großer Fan – der Kultstatus der Band, dazu ein sehr lauter und dreckiger Sound (besonders vom Bass), sonst aber zu eintönig, als dass ich genug interessante Parallelen finden würde… Metallica und Discharge kann man für die Zeit des ‚Kill ‚em All‘-Albums verbinden – kratzig, laut, eben thrashig, aber mit außergewöhnlichen Riffs und virtuosen Gitarren. Nick Cave bleibt ein Rätsel, obwohl seine Dramatik und Unberechenbarkeit die Grenzen des Normalen sprengt, ebenso der akustische Lynyrd Skynyrd, die sonst äußerst interessanten Blue Oyster Cult, die mit ihrem Gesang aber den außergewöhnlichen instrumentalen Aufbau des Songs killen, und auch Thin Lizzy fallen in die Kategorie des Unbekannten… gitarrentechnisch außergewöhnlich, gesanglich so là là, aber sehr voll, nur ohne besondere Berührungspunkte.

Auf der zweiten kommen wir neben den schon erwähnten Diamond Head keinesfalls vorbei an der komplex aufgebauten ‚The Small Hours‘ von Holocaust, den knalligen Riffs der sonst furchtbar gesungenen ‚The Wait‘ von Killing Joke, der knalligen und vollen ‚Blitzkrieg‘ von Blitzkrieg (mit dem Hören einer Live-Version von Metallica begann meine Bekanntschaft mit Metallica), der riffigen ‚Breadfan‘ von Budgie, wo eigentlich eine Frau singt und mit der Metallica das Konzert in Ljubljana eröffnet haben, der verspielten ‚So What‘ von Anti Nowhere League, der virtuosen und unglaublich schneeeellen ‚Killing Time‘ von Sweet Savage, dazu den dröhnenden Klassikern ‚Overkill‘ und ‚Too late, too late‘ von Motorhead; die Gitarren in ‚Let it Loose‘ und auch ‚Dirty Money‘ von Savage erinnern wieder an ‚Kill ‚em all‘ und überhaupt an Burtons Metallica-Ära.

Klar ist, dass auch auf ‚Garage Inc.‘ die zweite Platte jene Songs präsentierte (mit Ausnahme der Motorhead-Covers, die Lemmy und seinem Abraham zu Ehren gespielt wurden) und jene Bands, die Metallica und ihren Sound wirklich direkt beeinflusst haben, während die erste Platte damals schon auf das Schwinden der damaligen Besetzung und kreative Zerwürfnisse in der Band hindeutete. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss man auch zugeben, dass Metallica den Großteil der Songs besser gespielt haben als die Originale, aber das ist wegen der Entwicklung sowohl der Band als auch der Studiotechnik eigentlich nicht schwer. Und wenn wir ehrlich sind – es ist immer leichter, ein Cover von etwas zu machen, das schon geschaffen ist und das auf jeden Fall überdurchschnittlich bzw. hervorragend ist.

Für Metallica-Fans dürfte die Zusammenstellung nichts Besonderes oder Spannendes sein, denn darauf sind Bands bzw. Songs versammelt, die einen unvermeidlichen Teil der Klassiker der britischen bzw. amerikanischen Heavy-Metal-Welle darstellen und in den Sammlungen jedes aufrichtigen und rechtgläubigen Metalheads natürlich nicht fehlen. Für alle aber, denen entweder Metallica oder britischer / amerikanischer Heavy Metal gefällt und die nicht wissen, wo sie anfangen sollen… ein hervorragender Kauf!

Tracklist

CD1.:
1. Free Speech For The Dumb – Discharge
2. It’s Electric – Diamond Head
3. Sabbra Cadabra – Black Sabbath
4. Turn The Page – Seger, Bob
5. Die Die My Darling – Misfits (1)
6. Loverman – Cave, Nick
7. Curse Of The Pharoah’s – Mercyful Fate
8. Evil – Mercyful Fate
9. Astronomy – Blue Oyster Cult
10. Whiskey In The Jar – Blue Oyster Cult
11. Tuesday’s Gone – Lynyrd Skynyrd
12. More I See – Discharge

CD2.:
1. Helpless – Diamond Head
2. Small Hours – Holocaust
3. Wait – Killing Joke
4. Crash Course In Brain Surgery – Budgie
5. Am I Evil – Diamond Head
6. Blitzkreig – Blitzkrieg
7. Breadfan – Budgie
8. Prince – Diamond Head
9. So What – Anti-Nowhere League
10. Killing Time – Sweet Savage
11. Overkill – Motorhead
12. Too Late Too Late – Motorhead
13. Let It Loose – Savage (1)
14. Sucking My Love – Diamond Head
15. Dirty Money – Savage (1)
16. Stormchild – Jaguar (1)

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