Start The Fire

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Künstler: RPWL
Label: Inside Out Records
Veröffentlichung: 2005
Bewertung: 4/5

Die ambitionierten RPWL, oder auch „der deutsche Pink Floyd für das neue Jahrhundert“, kommen nach gerade mal ihrem dritten Studioalbum jetzt schon mit ihrer ersten „Live“ CD um die Ecke. Die Band, die anfangs davon lebte, auf den Bühnen Pink-Floyd-Coverversionen zu spielen, hat mit dem dritten Studioalbum „World Through My Eyes“ (2005) endlich einen spürbaren Schwenk weg vom Floyd-Nachahmen hingelegt. Schade nur, dass sie nicht noch ein, zwei Studioalben abgewartet haben, die stilistisch komplett anders als die Floyds klingen – aber jetzt liegt eben das „Live“-Album in seiner ganzen makellosen Pracht vor, so wie es nun mal ist. Und das Spannende: Das Album ist richtig, richtig schön. Wenn du die Band nicht kennst, steig mit diesem „Live“-Album bei ihr ein.

Die Gründe? Das Zusammenspiel ist erstklassig, der Sound ist ausgezeichnet und RPWL sind einfach RPWL. Ein Gig aus einem Guss mit durchgehend transzendenter Stimmung, die Instrumente klanglich ideal platziert und im perfekten Austausch, der Gesang warm, weich wie Samt und im Zentrum, stellenweise umgeben von Gesangsharmonien, die auf wirklich hohem Niveau auf ihn abgestimmt sind. Dass RPWL eine geschätzte Band sind,  beweist auch der Gastmusiker und Sänger Ray Wilson (ex-Stiltskin, ex-Genesis),  der zwei Songs gemeinsam mit der Band auf der Bühne gesungen hat, nämlich das Genesis-Original Not About Us und das wunderschöne Liebesklagelied Roses. RPWL haben auch Sinn für Humor und überraschen, indem sie Verse des Genesis-Originals I Know What I Like (in Your Wardrobe) in den Song Day On My Pillow einbauen.

Die beiden Scheiben lassen sich gut auseinanderhalten:  Auf der ersten gibt es „kürzere“ Nummern, die erste Scheibe hat mehr Wumms, und trotzdem schafft es die Band , darauf eine hohe Stimmungsdichte aufzubauen – und RPWL gehen dabei richtig auf. CD 1 enthält die meisten Songs vom aktuellen Studioalbum „World Through My Eyes“. Anders als die erste ist die zweite deutlich stärker von Weltraumvibes, Psychedelik und geschmackvollen, schönen Experimentierverzierungen der Band durchzogen. Die Songs darauf sind entsprechend ausgewählt. Z. B. ist der Song World Through My Eyes bewusst in die Länge gezogen und hat ein über 5-minütiges, hochatmosphärisches instrumentales Intro einer experimentellen Reise! Cymbaline ist ein Song, der RPWLs Besessenheit von Pink Floyd direkt offenbart, und seine Präsenz stört wegen  der Ähnlichkeit mit Pink Floyd undankbarerweise! Dient aber als ideale Einstimmung bzw. „Warm-up“ auf die danach perfekt gespielte Pink-Floyd-Coverversion Welcome to the Machine.

„Start the Fire“ ist natürlich ein richtig gutes „Live“-Album, es hat alles, was ein solches Album haben muss. Die hohe, für die Band typische Atmosphäre, die die Jungs überzeugend entfalten, dazu ein hohes Maß an Eingespieltheit, starker Gesang und eine genau richtige Songauswahl, die einen tollen Einstieg in die Welt der Band bietet, falls du zufällig noch kein Album von ihr hast. Wie gesagt, das Material und sein Sound sind erstklassig präsentiert und bestätigen damit nur: Mit RPWL ist nicht zu spaßen. 

Besetzung

Yogi Lang – Gesang, Keyboards
Karlheinz Wallner – Gitarre
Stephan Ebner – Bass
Manfred Müller – Schlagzeug

GASTMUSIKER:
Ray Wilson – Gesang auf CD 1. (Songs Nr. 5. und 6.)
Markus Jehle – Keyboards

Produktion

Udi Koomran

Tracklist

CD 1.:
1. Sleep (10:09)
2. Start The Fire (4:51)
3. Who Do You Think We Are (4:29)
4. Day On My Pillow (6:19)
5. Roses (6:50)
6. Not About Us (5:00)
7. The Gentle Art Of Swimming (8:47)
8. Wasted Land (5:42)
9. Crazy Lane (4:19)
10. Trying To Kiss The Sun (5:00)

CD 2.:
1. World Through My Eyes (11:29)
2. Opel (5:51)
3. Cymbaline (14:56)
4. Welcome To The Machine (7:17)
5. I Don’t Know (4:19)
6. Hole In The Sky (10:32)
7. New Stars Are Born (Studio – Full Version) (12:40)

Laufzeit des Albums: 128:30

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