Lačni Franz über den Wunsch nach einem Comeback und die Pläne für die Zukunft (2016)

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Autor: Aleš Podbrežnik

Ort: CUK / Kino Šiška
Datum des Interviews: 22.10.2016

Lačni Franz sind eine Kult-Rockband aus Slowenien, die 1979 in Maribor von Zoran Predin und Oto Rimele gegründet wurde. Hinter sich haben sie die Geschichte von 15 Platten, das aktuellste davon mit dem Titel Ladja norcev erschien in diesem Jahr in einer größtenteils verjüngten Besetzung. Die Band beschloss nämlich 1997, die Arbeit einzustellen, wurde aber 2014 vom Schlüsselmitglied Zoran Predin wiederbelebt, der junge Musiker um sich scharte: Anej Kočevar am Bass, Boštjan Artiček an den Keyboards, Luka Čadež am Schlagzeug und Tine Čas an der Gitarre. Für ein kurzes Interview haben wir sie vor dem Konzert im  Urbanem kulturnem centru Kinu Šiška erwischt, wo sie auch Magnifica und Melanija Larisa Fabčič zu Gast hatten.

 

Rockline: Zunächst einmal vielen Dank, dass sich die komplette Band vor dem anspruchsvollen Konzert Zeit für das Interview genommen hat. Erzählt uns – wie kam es nach so vielen Jahren zur erneuten Wiedergeburt dieser kultigen slowenischen Band? Woher kommt diese Lust, dieser Drang danach?

Zoran: Ich glaube, ich hab das schon ein paar Mal erklärt – die Zeiten wiederholen sich einfach. Leider wiederholt sich die Geschichte auf eine Art, dass Texte, die ich Anfang der Achtziger geschrieben habe, heute genauso aktuell sind wie damals. Das zweite ist, dass neue Musik wieder Botschaften braucht. Und die Marke Lačni Franz ist genau jene, die das freie Wort und eine unbegrenzte musikalische Form zulässt.

Rockline: Wir haben bemerkt, dass die neue Platte keine Abstriche beim Stil macht. Ihr seid irgendwie den Wurzeln treu geblieben, den Vorgängeralben aus den Achtzigern und Neunzigern. Was meint ihr dazu, dass das den meisten slowenischen Bands irgendwie nicht gelingt und sie sich oft an Stilveränderungen versuchen und dabei nicht beim ursprünglichen Stil bleiben?

Zoran: Ich muss zugeben, dass ich einen wirklich großen Bogen darum machen muss, meine Kollegen zu kommentieren. Ich geh sowieso schon drei Viertel Sloweniens auf die Nerven. Ich weiß nicht, warum ihnen das nicht gelingt, aber ich wünsch ihnen nur das Beste und gleichzeitig, dass sie es schaffen.

Rockline: Eine Frage an den jüngeren Teil der Besetzung. Wie habt ihr die slowenische Musiklegende unter euch aufgenommen?

Anej: Ich kann zum Beispiel aus erster Hand sagen, dass ich, als ich in die Band kam, nicht wusste, was mich erwartet. Erst später, als wir uns getroffen haben und eine Setliste in die Hände bekamen – was wir einspielen sollen, weil irgendwo muss man ja anfangen –, hab ich erst mal ziemlich groß geschaut. Ich hab mir gedacht, das sind so “verrückte” alte Knacker. Da waren progressive Arrangements dabei, die ich selbst nie gemacht hätte und auch nicht mache. Und ich glaube, genau hier finden wir uns zusammen – dass die Jungen den Erfahrenen und Älteren etwas beisteuern. Damals hat man Musik halt anders gemacht, und so entsteht jetzt ein interessantes Gesamtwerk, eine Art Symbiose, die wir beim Arbeiten gefunden haben.

Rockline: Und noch eine ähnliche Frage an Zoran. Wie findest du dich unter den jüngeren Bandmitgliedern zurecht?

Zoran: Ich muss zugeben, ich war wirklich aufgeregt. Stell dir vor, du musst mit dem Alten im selben Kombi zur Party. Was machst du jetzt – vor dem Alten Bier trinken und fluchen? Geht irgendwie nicht. Es ist peinlich. Aber das hat sich ziemlich schnell geregelt. Wir haben uns besser kennengelernt und festgestellt, dass wir gut miteinander auskommen und voneinander lernen. In diesen zwei Jahren sind wir zu vollkommen gleichwertigen Bandmitgliedern geworden und machen die Dinge gemeinsam. Die Atmosphäre, die wir in der Band haben, ist eine ziemlich seltene Kostbarkeit. Das passiert nicht in jeder Band. Ich lerne mit großem Löffel von ihnen. Und wenn mich manchmal die Nostalgie packt und ich ihnen schon zum fünften Mal denselben Witz erzähle, sehen sie durch die Finger und sagen:”Ach, lass ihn halt”.

Rockline: Band-Reunions sind gerade sehr im Trend. Glaubt ihr, dass es eine Möglichkeit gibt, dass die heilige Dreifaltigkeit (Predin, Kreslin, Lovšin) mit ihren Bands Lačni Franz, Martin Krpan und Pankrti irgendwann bei einem gemeinsamen Konzert oder vielleicht sogar einer Tour zusammenfindet?

Zoran: Warum nicht? Natürlich lassen wir die Möglichkeit offen.

Anej: Zoran hat so ein altes, gestapoartiges schwarzes Telefon mit Wählscheibe. Wir haben gemeinsam festgestellt, dass dieses Telefon dafür da ist, dass Zoran Vlado oder Pero anrufen kann. Leider hat es bisher noch kein Signal gegeben, aber wenn dieses Telefon dann mal läuft, werden sich alle drei garantiert zusammenfinden.

Rockline: Zum Abschluss kommen wir an einer Klischeefrage nicht vorbei. Was können wir in Zukunft von Lačni Franz erwarten? Eine Live-Aufnahme? Vielleicht schon eine neue Platte in Arbeit?

Zoran: Ich glaube, bevor die neue Platte kommt, werden wir mindestens eine Verlobung, eine Hochzeit und einige Versuche der Vaterschaft erleben. Jetzt müssen wir erstmal diese Platte unter Dach und Fach bringen. Im Frühling treten wir bei Jure Longyki in izštekanih auf. Für diesen Auftritt werden wir ein paar neue Sachen vorbereiten, ansonsten muss man diesen Raum des ehemaligen Jugoslawiens konzertmäßig abarbeiten, also erwartet uns nächstes Jahr einiges an Arbeit. Außerdem müssen wir noch ein ordentliches Grillfest bei mir veranstalten. Anej ist ein ausgezeichneter Grillmeister. Wenn er in die Metzgerei geht, schreien die Fleischstücke hinter ihm her, weil sie gerne von ihm gegrillt werden würden. Und zum Spaß reden wir auch darüber, dass wir vielleicht gemeinsam anfangen könnten, Französisch zu lernen – vor allem Anej ist total begeistert davon. Aber das ist natürlich ein interner Witz.

Rockline: Vielen Dank für eure Zeit und wir wünschen euch eine erfolgreiche musikalische Präsentation der Platte auf den Bühnen.

Text: Klemen Udovč

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