Demolition Group: »Wenn die Musen sterben, herrscht totaler Krieg« (2012)

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Autor: Sandi Sadar Šoba

Ort: Menza pri koritu / AKC Metelkova / Ljubljana / Slowenien
Interviewdatum: 01.12.2012

Samstag. Die Straßen von Ljubljana pulsieren in seltsamem Tempo, und in der Luft liegt ein Gefühl elektrisch aufgeladener Spannung. Am Tag zuvor hatte es auf den Straßen der Stadt wieder Zusammenstöße zwischen Randalierern und der Polizei gegeben. Das Volk aber, das friedlich und mit Nelken in der Hand gekommen war, um sein Missfallen über den Zustand des Geistes und die Politik der selbstherrlichen Oligarchen auszudrücken, die über unsere immer grauere Heimat herrschen, wurde vom Pfeifen der Raketen, von Knallkörpern, Tränengas und dem Stampfen der Kordons gepanzerter Polizeieinheiten übertönt. Als Gegenpol zur Tyrannei des Augenblicks fand auf der anderen Seite, im Herzen des alternativen Tempels der Kultur und der Revolte, auf der Metelkova in Ljubljana, ein Konzert der Altmeister des slowenischen Alternative Rock statt: Demolition Group aus Brežice. Sie stehen für die totale Kraft und verbindende Wirkung des Rock’n’Roll und sind, allen Jahren zum Trotz, ein vitaler Generator, der das Bewusstsein junger und jung gebliebener Menschen aufwirbelt. Nach einem Jahr Präsenz hat sich jeder einzelne Moment der Platte Planet starcev über die Ohren direkt ins Herz unzähliger Leute eingenistet. Es ist eine Abrechnung mit den Negativitäten der Gegenwart. Über Botschaft, Mission und Sinn von Demolition Group hat uns in der Celica vor dem Konzert der charismatische Sänger, Poet und Wortschmied des Herzstücks der Band Auskunft gegeben – der großartige Goran Šalamon, den Freunde und Bekannte auch als Friški kennen.

Rockline: Der heutige Abend braucht eigentlich keine großen Einleitungen, aber es ist mir eine große Ehre und Freude, dass wir uns nach gut einem Jahr, seit sich Planet starcev zum ersten Mal im Kino Šiška in Ljubljana vorgestellt hat, wiedersehen. Die Präsentationstour geht langsam zu Ende. Planet starcev hat nach 16 Jahren Warten wieder Neuland umgepflügt und bei den Leuten erneut Gefühle aufgewühlt und einen Einblick gegeben, wofür die wiedergeborene Demolition Group heute steht. Sag mir, wie war dieses Jahr wirklich, und welche Rückblicke haben du und die Crew? Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Goran Šalamon – Friški: Ich kann nur sagen, die Gefühle sind gut, und gut waren sie im Prinzip schon von Anfang an, seit wir an Planet starcev gearbeitet haben. Die ganze Zeit hat uns das Gefühl begleitet, dass das gutes, hochwertiges Material ist, das sich gut umsetzen und präsentieren lässt, musikalisch genau in dem Segment, das die Mitglieder von Demolition Group voll zufriedenstellt. Das ist eine unserer Seiten: Von der ersten Note, die gesetzt wurde, bis zum Schluss war die Stimmung in der Band ausgesprochen positiv, und ich glaube, das spiegelt sich auch im Endprodukt wider. Wir sind zufrieden mit dem fertigen Studioprodukt und mit dem, was Ajax gestalterisch mit dem Cover und allem Drumherum gemacht hat (na ja, ein bisschen haben wir im grafischen Sinn auch mitgemischt, aber bei den Gesprächen, Besprechungen und Philosophiererei über das Konzept und die Botschaft des Covers waren wir die ganze Zeit dabei. Das i-Tüpfelchen hat dann aber Ajax gesetzt …). Als alles unter Dach und Fach war, wurden die Gefühle noch besser, und nach der Promotion und der Konzertpremiere im Kino Šiška waren sie noch mal deutlich besser. Die Qualität und Güte der Gefühle ist mit diesen Promokonzerten einfach linear gewachsen. Die Platte hat immer besser geatmet und die Stimmung bei den Konzerten verbessert, und so haben wir am Ende beschlossen, dass wir diese Stimmung auf Tonträger einfangen und das Livealbum Na živo aufnehmen. Das ist so etwas wie die letzte Phase der Bestätigung und, sagen wir mal so, der Abschluss der Arbeit an Planet starcev.

Rockline: Demolition Group wart schon von eurem ersten Tag an eine Konzertband – eine Band, die den Löwenanteil ihrer Energie in die Live-Arbeit gesteckt hat, und deswegen verlieben sich die Leute auch in den DG-Sound und die Idee, für die ihr steht. Wie kommt es, dass es 30 Jahre Bedenkzeit brauchte, und dann eine Platte, die in den Achtzigern oder Neunzigern des letzten Jahrhunderts, als das alle gemacht haben, etwas ganz »Natürliches« gewesen wäre, heute aber, in diesem Format, das euch absolut auf den Leib geschneidert ist, ein ziemliches Risiko und Experiment darstellt? Die Leute kaufen ja kaum noch Platten …

Friški: Alles, was du aufgezählt hast, stimmt, aber Konzerte sind für uns und für diese Art von Musik der Kern und die Seele des Rock’n’Roll. Rock’n’Roll lebt und existiert nicht wegen Platten – okay, lassen wir den kommerziellen Aspekt mal beiseite, es gibt ja tatsächlich Platten, die Musik verkaufen. Gerade deshalb, weil wir die ganze Zeit einen ausgeprägten und großen Respekt vor Konzerten hatten und diese Heiligkeit nicht entweihen wollten, indem wir sie aufnehmen. Ein Tonmitschnitt oder auch eine Videoaufnahme liefert zwar eine gewisse Dosis an Informationen, aber das Gefühl bei einem Konzert gibt erst die körperliche Anwesenheit, und diese körperlichen, organischen Empfindungen lassen sich mit keinem Medium vollständig einfangen. Vielleicht wird das irgendwann möglich sein, aber heute ist es noch nicht so … Und gerade deshalb – ich kann nur für mich sprechen –, das, was nach einem Konzert in der Erinnerung bleibt, diese Empfindungen sind, verglichen mit dem Anhören einer Aufnahme, gegenüber den Erfahrungen, die du kennst und in dir trägst, deutlich reicher und üppiger. Nach dieser gekünstelten Jagd nach dem Konzerttraum kann man dann auch enttäuscht und unglücklich sein. Aus großem Respekt vor Konzerten und vor allem, was dazugehört, haben wir solche Liveaufnahmen vermieden, so gut es eben ging.

Rockline: Die Platte Na živo ist ein Tondokument, der Mitschnitt eines Konzerts, das im ŠTUK in Maribor stattgefunden hat. Das ŠTUK ist ein Laden, in dem viele Musiker, die dort auf die Bühne kommen, entweder brillieren und sich wirklich auszeichnen, dank der Reaktion des Publikums, oder aber unter dem großen Erwartungsdruck (den eigenen und dem des Publikums) auch mal untergehen. Eine Verschlechterung des Sounds und Enttäuschung wären auch an dem Tag möglich gewesen, an dem ihr das Konzert aufnehmen wolltet. Hattet ihr einen Plan B, falls sich der Plan in Maribor für den Tag X nicht als zufriedenstellend erwiesen hätte?

Friški: Schau, ich würde dieses ŠTUK nicht groß in den Himmel loben, aber es stimmt, dass bei uns alles zusammengepasst hat, denn das ŠTUK war das Abschlusskonzert dieser Tour. Weit gefehlt: Alle Achtung vor dem ŠTUK und vor Maribor, aber nicht das ŠTUK ist der Kern der Live-Platte Na živo – der Kern der Live-Platte ist, dass wir den letzten Schritt, den letzten Akt und den Abschluss der Promotion für Planet starcev festgehalten haben. Dass uns als Band ein zu großes Maß an Erwartungen oder eine Enttäuschung hätte schaden können – übrigens: Das Konzert im ŠTUK war nicht ausverkauft, und der Laden war auch nicht übermäßig voll … Was uns da vor Ort widerfahren ist – ich spreche in der Wir-Form, weil ich finde, dass wir alle beteiligt waren, Publikum und Band –, wir waren alle nur deshalb dort, um gemeinsam diesen letzten Schritt zu machen und DG die Promotion der Platte, die uns am Herzen liegt, konkret und mit voller Hingabe abschließen zu lassen. Nach so vielen Jahren Erfahrung – ich weiß nicht, ob es im Rock’n’Roll-Geschäft außer in Ausnahmefällen längere Erfahrung geben kann und ob konkrete Arbeit nach dieser Zeit überhaupt noch möglich ist …; das ist ein Maximum, das man in diesem Geschäft erreichen kann –, können uns irgendwelche Erwartungen nicht mehr aus der Bahn werfen.

Rockline: Die Zeit formt die Menschen, und du bist von den ersten Anfängen und den ersten Schritten an Teil der DG-Geschichte. In der Frühphase von Demolition Group gab es so viele Erwartungen, und darauf folgten auch Taten – zum Beispiel eure Anmeldung und euer Auftritt beim San Remo Festival …

Friški: Wir haben uns nicht für das Festival angemeldet, unser Auftritt dort war nur das Ergebnis der Bemühungen des italienischen Labels, mit dem wir damals zusammengearbeitet haben, und über seine Kanäle ist dieser Gig zustande gekommen …

Rockline: Ich hatte vor euch immer einen gewissen Respekt, weil ihr mit dem Qualitätsniveau, das ihr nach Slowenien gebracht habt, die Standards der Alternative-Szene sehr angehoben habt, und das haltet ihr, Gott sei Dank, auch in der neuen, wiedergeborenen Besetzung. Jetzt geht das Jahr 2012 langsam zu Ende, und damit folgt die Rekapitulation aller Konzerte von Planet starcev. Wird schon neues Material vorbereitet, und bekommen wir bald eine Fortsetzung von Planet starcev? Folgt der Start in eine andere Galaxie?

Friški: Dass das nächste Album eine Fortsetzung von Planet starcev wird – das würde ich so nicht anlegen, und das, was wir gerade machen, beweist das auch. Wir sind nach all den Jahren tatsächlich zu der Erkenntnis gekommen, dass schreckliches Planen und riesige Erwartungen nicht zu maximalen Ergebnissen führen. Wir arbeiten zwar nicht chaotisch, aber wir überlassen uns den Momenten, die uns beeinflussen. Wir suchen und warten geduldig auf die richtigen Momente, die zum besten Ergebnis führen. Was wir vorbereiten, wird keine Fortsetzung der bisherigen Arbeit sein, sondern etwas Frisches.

Rockline: Mir wurde anvertraut, dass es schon erste Konturen gibt – wie Joco gesagt hat, sind es schon acht Songs, die sich langsam schematisch abzeichnen. Spinnen sich in deinem Kopf schon neue Verse, Textfetzen, Ideen, nach denen die neue Erzählung geschrieben wird?

Friški: Noch nicht, bis zu diesem Moment und Umschwung ist es noch nicht gekommen. Ich glaube, was sich wie ein roter Faden durch das Konzept und die Texte von Planet starcev zieht, ist ein Andeuten und Ausmalen all dessen, was der Neoliberalismus mit sich bringt, dieser Lebensstil, dieses Prinzip und diese Doktrin, die uns mit dem großen Löffel und, ich fürchte, mit viel Gewalt aufgedrängt werden. Was jetzt los ist, ist uns, finden wir, allen mehr oder weniger klar. Wenn nicht, ist das traurig, denn es ist glasklar, wie alles aussieht, wohin alles führt und was passiert … Demolition Group über irgendwelche Parolen auf die Situation, die gerade abläuft, auf den konkreten Zustand zu übertragen, der allen klar ist, das hat uns nie wirklich interessiert. Die neue Platte wird deshalb wahrscheinlich in eine andere Richtung gehen – ob sie eher romantisch und liebesgetränkt wird oder … – wer weiß schon, was uns der morgige Tag bringt? Vielleicht drehen sich die Dinge in der Gesellschaft selbst wieder in eine Richtung, in der man wieder etwas erahnen kann, das nicht offen sichtbar ist und auch für uns interessant sein wird.

Rockline: Ihr wart aber immer eine Band, die viel Wert auf den Bezug zur Aktualität gelegt hat. Als Erste habt ihr der Occupy-Bewegung vor der Börse in Ljubljana mit einem Auftritt für die Protestierenden eure Unterstützung und euer Gewicht gegeben. Mit eurer Präsenz und Energie habt ihr dem Aufbegehren der Massen zusätzlichen Wert verliehen …

Friški: Das würde ich nicht in den Kontext einer hohen Bedeutung unserer Tat stellen. Die Leute vor der Börse waren die Einzigen, die wichtig waren, und die Einzigen, denen alles zu verdanken ist, was dort getan und erreicht wurde. Wir haben mit dem Konzert nur signalisiert, dass wir bei ihnen sind und dass wir finden, dass das, was sie tun, die richtige Tat und die richtige Reaktion ist.

Rockline: Nach Maribor, Ljubljana und Celje steht auch in Brežice eine Kundgebung gegen die Fäulnis von Politik und System an. Ihr in Brežice werdet also auch selbst euer Missfallen über die Situation in unserem Ländchen ausdrücken können, das in eine Sackgasse geraten ist …

Friški: Mich beschleichen Ahnungen, dass die ganze Sache mit diesen Protesten nicht so ist, wie sie sein sollte. Die erste Protestwelle in Maribor, dieser erste Schock für das System, die war genau richtig, und zwar nicht, weil es Maribor ist oder weil die Leute aus Maribor so anders wären als die anderen. Ich glaube, die Obrigkeit war auf das, was kommt, auf die Zukunft, deutlich besser vorbereitet als wir anderen, das Volk. Und so ist es nach dem ersten Protest in Maribor dazu gekommen, dass die Politiker, unsere staatlichen Machthaber, begonnen haben, Wasser auf ihre Mühlen zu leiten. Die Ausschreitungen am Freitag in Ljubljana sind nur der Beweis. Ihr eigentliches Ziel ist, diese Proteste, die anfangs friedlich waren, so zurechtzubiegen und darzustellen, als wären sie ein Kanal für gewalttätige Hooligan-Ausbrüche der Wut. Das machen sie mit Hilfe ihrer Provokateure. Die Dinge gehen in so eine Richtung – der Obrigkeit ist es bisher gelungen, all diese gesellschaftlichen Organisationen und Bewegungen gegeneinander aufzubringen –, dass die Gewerkschaft und die Arbeiter in der Produktion die Beschäftigten im öffentlichen Sektor nicht mehr ertragen. Es ist also wieder ein Erfolg der Machtpolitik, denn Gespaltene und Zerstrittene lassen sich leichter regieren. Diejenigen gegeneinander aufbringen und entzweien, die zusammen der Motor des Wandels sein könnten. Auch diese Proteste sind so total zersplittert, und die Protestkraft haben sie so umgelenkt, dass wir alle in unseren Städten gegen unsere kleinen Bürgermeister protestieren werden, uns aber nicht gegen die Doktrin des Neoliberalismus stellen werden, die diese Regierung aufdrängt und die in Wirklichkeit der Kern dessen ist, was heute passiert. Ich behaupte nicht, dass es okay ist, wenn ein Bürgermeister klaut, betrügt und das Geklaute in die eigene Tasche steckt – natürlich ist das falsch! Aber wir müssen wissen und sehen, dass sich dahinter deutlich größere Dinge abspielen und verbergen.

Rockline: Was wären denn gesunde Alternativen – auch aus deiner kreativen Perspektive, aus der Perspektive von dir als Künstler, als Bürger und als aktives Glied der Gesellschaft, in der wir leben?

Friški: Das kann ich schwer sagen, denn diese neoliberale Doktrin mit ihrer totalen Annullierung von Solidarität, Zusammenarbeit und Verständnis unter den Menschen, dieses Aufhetzen der Einzelnen, dass jeder für sich etwas Besonderes ist und dass sich jeder nur für sich und gegen alle anderen behaupten muss – das hat mir nie auch nur annähernd entsprochen! Wie wird man dieses Gefühl los? Ich weiß es einfach nicht und könnte keine Antwort geben, gleichzeitig kann ich überhaupt nicht begreifen, dass die Mehrheit, die Masse der Leute so sein kann, dass sie keinerlei Solidarität, Zugehörigkeitsgefühl und Mitgefühl empfindet. Schon Bakterien leben in Kolonien, um zu überleben – Menschen werden nicht überleben, wenn sie nicht zusammenhalten und wenigstens auf einer Stammesebene miteinander kooperieren und wenn jeder für sich Schlachten mit allen um sich herum schlägt. Wenn es tatsächlich so kommt, ist das eine Katastrophe!

Rockline: In solch schweren Momenten brauchen wir Menschen ein Pflaster für die Seele, und DG seid dieses Pflaster. Gestern habt ihr zweieinhalb Stunden Konzert gespielt, und heute folgt schon die Wiederholung und das Schreiben einer eigenen Geschichte. Was erwartest du dir vom heutigen Konzert?

Friški: Ich hoffe – und da gibt es keinen Unterschied zwischen dem heutigen, dem gestrigen oder irgendeinem anderen Konzert –, dass diese Musik, die wir von Demolition Group machen, eine Masse, ein Teig, ein Kleber ist, der in den Leuten einen solidarischen, verbindenden Geist der Zugehörigkeit hervorbringen und wecken kann, das Gefühl, dass wir alle eine große Familie oder ein großer Stamm sind und dass wir zusammen eins sind – wir auf der Bühne und die Leute davor –, dass jeder Mensch für sich und alle gemeinsam eine Zugehörigkeit, Solidarität und Verbundenheit spüren. Wichtig ist das Gefühl von Gutem und Freundlichem gegenüber den Mitmenschen: Das ist das Wichtigste und das Einzige, das es wert ist, hervorgehoben und täglich im Leben umgesetzt zu werden.

Rockline: Lass uns das heutige Gespräch mit einem eigenen Gedanken von dir abschließen, mit dem du unsere Leser ansprichst. Du hast schon viele positive Leitlinien genannt, ich stimme dir nämlich zu, dass man eine gemeinsame Grundlage finden muss, mit der wir gemeinsam in dieselbe Richtung streben und ein besseres Morgen bauen können. Wie lautet dein Gedanken-Haiku, das du uns mitgibst?

Friški: Ich bin kein Rhetoriker, der auf Zuruf hypnotisch reagieren könnte, ich müsste mir also selbst Zeit für einen gewichtigen Gedanken und eine Widmung nehmen und vor dem Aussprechen der Worte durchatmen. In diesen schweren Zeiten sind wir (DG) eine beruhigende Substanz für die Seele. Die Musik ist ein Teil davon, aber ich glaube, da ist noch etwas anderes und Größeres. Wie ich neulich in einer Kolumne von Tanja Lesničar Pučko gelesen habe, gibt es etwas Wichtigeres: Wenn die Musen sterben, bedeutet das, dass wir im Krieg sind. Solange wir spielen und solange es Rock’n’Roll gibt, besteht die Möglichkeit, dass wir im Einklang leben und dass ein mitfühlender Umgang mit den Mitmenschen möglich ist. Wenn wir keine Musik mehr hören, keine Bücher lesen und  nicht mehr ins Kino gehen, dann herrscht totaler Krieg untereinander.

Rockline: Ich würde mir nur einen Teil deines Textes ausleihen: »Zucco is not dead!« – und ich hoffe, dass das noch viele Jahre so bleibt!

Friški: So ist es. Danke und viele Grüße an euch alle.

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