Sabaton haben sich in Slowenien verliebt (2007)
Autor: Rok Klemše
Datum des Interviews: 30.01.2007
Die schwedischen Power-Metaller Sabaton haben am 31.01. als Support für die deutschen Grave Digger und ihre Landsleute Therion zum ersten Mal bei uns gespielt. Mit ihrem kompromisslosen Power Metal und den großartigen Kriegstexten haben sie das slowenische Publikum begeistert. Nach dem Konzert habe ich mich mit Bassist Pär und Keyboarder Daniel unterhalten. Pär war ein sehr angenehmer Gesprächspartner, Daniel dagegen ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, hörte dem Interview mehr oder weniger nur zu und schlürfte in aller Ruhe sein Bier 🙂
Rockline: Servus, ihr zwei! Zuerst mal Glückwunsch zu einem richtig starken Auftritt. Diesmal wart ihr zum ersten Mal in Slowenien. Wie sind eure ersten Eindrücke?
Pär: Vielen Dank! Die Eindrücke sind fantastisch! Slowenien ist ein wunderschönes Land, und mit so einer Reaktion haben wir ehrlich gesagt nicht gerechnet. Bei euch haben wir keinen Vertrieb und wussten gar nicht, ob uns hier überhaupt jemand kennt. Gestern war ich in einem Metal-Laden, und die haben nicht eine einzige Platte von uns. Ich glaube, wir müssen mal mit unserem Label reden (lacht).
Rockline: Wie kommt es, dass sich eure Texte um Kriegsthemen drehen? Im Power Metal dominieren sonst Themen wie Prinzessinnen, Drachen und Ritter, an Kriege wagt sich dagegen kaum jemand ran.
Pär: Eigentlich ist das eine Frage für unseren Sänger Joakim, der den Großteil unserer Texte schreibt. Aber die Texte sind ganz spontan entstanden. Wir waren gerade im Studio und haben das Album Primo Victoria aufgenommen, für das es noch keine Texte gab. Direkt im Studio haben wir uns den Film Der Soldat James Ryan angeschaut, und die Texte sind einfach so aus uns herausgesprudelt. Deshalb haben wir uns auch entschieden, aus Primo Victoria ein Konzeptalbum über den Zweiten Weltkrieg zu machen.
Rockline: Eure Texte sind wirklich fantastisch und ein echter Leckerbissen für alle, die sich für Kriegsgeschichte interessieren. Reizen euch selbst diese dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte auch?
Pär: Ja, auf jeden Fall. Krieg ist leider etwas, das uns täglich umgibt und das wir akzeptieren müssen, ob positiv oder negativ. Es ist wirklich schade, dass sich die heutige Welt darum dreht, aber so ist es nun mal. Kriege lassen sich einfach nicht ignorieren, und deshalb haben wir beschlossen, sie in unsere Musik einzubauen, zumal uns Kriegsgeschichte selbst sehr interessiert. Und nicht nur der Zweite Weltkrieg. Auf dem Album Attero Dominatus gibt es sogar einen Text über den Kampf um die Falklandinseln.
Rockline: Sänger Joakim hat sich auf der Bühne gewundert, dass ihr deutsches Bier bekommen habt, obwohl unser Union doch hervorragend ist. Gefällt es euch wirklich?
Pär: (lacht) Ja ja, ist super! Wir haben nichts gegen deutsches Bier, es ist echt gut, aber ich finde, ihr hättet ruhig euer eigenes Bier ausschenken können, weil es wirklich gut ist. Gestern, als wir in einem Gasthaus gegessen haben, haben wir auch noch ein anderes Bier probiert … ich komme nicht auf den Namen …
Rockline: Laško?
Pär: Genau. Auch das Bier war richtig gut, und das Essen war ebenfalls super. Ganz ehrlich, wir sind total begeistert von Slowenien. Ich hoffe, wir können wiederkommen, wir würden unbedingt dieses Jahr auf dem Metalcamp spielen. Und vor allem waren wir begeistert von den slowenischen Mädels … Fantastisch! (lacht).
Rockline: Dieses Jahr wird es euch endlich gelingen, euer erstes Album Metalizer zu veröffentlichen, was mit eurem ersten Label nicht geklappt hat. Seid ihr zufrieden?
Pär: An das frühere Label erinnere ich mich lieber nicht … kein Kommentar (lacht). Ehrlich gesagt sind wir sogar froh, dass es damals nicht zur Veröffentlichung kam. Wenn ich jetzt zurückblicke, waren wir mit der ersten Version von Metalizer nicht zufrieden. Jetzt haben wir alle Songs des Albums neu aufgenommen, und sie klingen richtig gut. Zusätzlich zum ersten Album bekommt ihr im Paket auch noch unser erstes Demo, Fist For Fight, das wir ebenfalls neu aufgenommen haben. Mit unserem Label Black Lodge sind wir sehr zufrieden und freuen uns, dass unser erstes Album endlich erscheint … auch wenn wir es inzwischen eher als unser drittes betrachten.
Rockline: Und wie seid ihr auf die unglaublich witzigen Texte zu Metal Machine und Metal Crue gekommen (der Text besteht größtenteils aus Namen von Metal-Bands, Anm. d. Verf.)?
Pär: Hehe, darum rankt sich eigentlich eine ziemlich lustige Geschichte. Die beiden Songs haben wir vor allem deshalb aufs Album gepackt, weil wir nicht wie eine todernste Band rüberkommen wollten. Ja, die meisten Texte sind ernst und drehen sich um Kriegsthemen, aber wir sind trotzdem eine Band, die gern Spaß hat, und so sind auch diese beiden Texte entstanden. Als wir im Studio aufgenommen haben, war das komplette Album Primo Victoria eigentlich schon fertig. Eines Tages musste Joakim dann mal ganz dringend, und kurz darauf kam er aus dem Klo gestürmt, mit einer Rolle Klopapier, auf der der erste Teil des Textes zu Metal Machine stand (lacht). Offenbar war die Kloschüssel seine Inspiration, und den Text hat er auch gleich auf dem Klo auf demselben Klopapier zu Ende geschrieben. Ich glaube, das Originalblatt haben wir irgendwo noch aufbewahrt (lacht). Mit dem Text zu Metal Crue lief es ähnlich, nur dass er ihn auf einen leeren Bierkarton geschrieben hat.
Rockline: Vielen Dank für das Interview, und ich hoffe wirklich, dass wir uns mal wiedersehen.
Pär: Danke dir! Ich hoffe auch, dass wir uns wiedersehen, und wenn du sonst noch was brauchst, kannst du mich per E-Mail kontaktieren. Und ich möchte mich noch beim slowenischen Publikum für die großartige Unterstützung bedanken. Von Herzen vielen Dank!
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