Motörcity festival 2017 – zweiter Tag!
Ort: Tolmin / Sotočje / Slowenien
Datum: 25.08.2017
Und dann kam der zweite Tag der ersten (und historischen) Ausgabe des Festivals »Motörcity« im nördlichen Küstenland – genauer gesagt an der idyllischen Lage des Zusammenflusses von Tolminka und Soča, wo sich eigentlich das Bündel der wichtigsten Festivalereignisse abspielt, die jährlich in Slowenien stattfinden, überhaupt wenn man die programmatische Glaubwürdigkeit und die (vor allem genremäßige) Konsequenz ihres musikalischen Angebots abwägt.
Um Viertel vor sieben am späten Nachmittag knallten die slowenischen Hardrocker Stray Train auf die Bühne. Eine Band, die in vergleichsweise kurzer Wirkungszeit einige außergewöhnliche Meilensteine auf dem Weg zu ihrer allgemeinen Bekanntheit gesetzt hat – im vollen Bewusstsein, dass der slowenische Markt für die Ambitionen und die Vision der Gruppe einfach viel zu klein ist. Stray Train haben sich auf dem internationalen Parkett durchgesetzt. Das Sprungbrett dafür lieferte ihr großartiges und mit Bedacht ausgefeiltes Studio-Debüt »Just ‚cause you got the monkey off your back doesn’t mean the circus has left town«, das sie letztes Jahr veröffentlichten – was sie auf, wenn ich mich nicht irre, sage und schreibe 40 gemeinsame Konzerte mit Blues Pills und Kadavar katapultierte. Die Zahl 40 klingt noch nicht wirklich »erschreckend«, bis du dir vor Augen führst, dass diese vierzig Konzerte in knapp 43 Tagen gespielt wurden. Wirklich allergrößten Respekt.
Die Band hab ich nun endlich auch zum ersten Mal live auf der Bühne erlebt. Endlich hat sich mir diese Gelegenheit geboten. Stray Train besteht aus einer Crew ausgezeichneter und erfahrener Musiker: Luka Lamut (Gesang), Jure Golobič (Gitarre), Boban Milunović (Gitarre), Niko Jug (Bass) und Luka Čadež (Schlagzeug). Diese Kompaktheit haben sie auch mit ihrem Auftritt in Tolmin unter Beweis gestellt – von der ersten bis zur letzten Sekunde. Das geforderte hohe Maß an Eingespielheit, gegenseitiger Wahrnehmung, echter Tagesbühnenchemie, dem gewünschten und geschickten Ausnutzen der Bühne sowie dem Spiel auf Stärke – wobei natürlich Luka Lamut mit seinem perfekt auf den Stil der Band zugeschnittenen Gesang die Initiative übernahm. In dieser Hinsicht muss man eingestehen, dass es in Slowenien derzeit bitterlich an Bands vom Schlag eines Stray Train mangelt. Hard Rock ist in Slowenien heute eine Angelegenheit der Minderheit. Im Fall von Stray Train handelt es sich um eine Band, die ungemein druckvolle und spitze Gitarrenriffs hinwirft, die sie mit einer gehörigen Portion Blues-Elemente durchdringt. Im Stil lassen sich tatsächlich Einflüsse legendärer Rockgruppen der Siebziger erkennen, doch Stray Train haben ihren Sound bewusst leicht modern verwischt, »zerfetzt-garagig«, auch gitarrenmäßig tiefer klingend. Luka Lamut beeindruckte mit seiner ausgefeilten Bühnenpräsenz und (für slowenische Verhältnisse und Dimensionen generell) einem außerordentlich angenehmen und ausgereiften Hardrock-Gesang, der eine schöne Portion autoritärer Melodiosität mit zugesetzter Rauheit mitbringt – und in bestimmten Momenten auch das richtige Maß an raffinierter Sensibilität. Boban und Jure steuerten in den Mid-Eight-Passagen ausgezeichnete und ausgefeilte Soli bei, wobei Jures ungeahnte, virtuose Eskapaden die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Die kompakte und groovige Rhythmussektion liefert das Tüpfelchen auf dem »i« zur vollständigen Glaubwürdigkeit und Souveränität der Bühnenauftritte der Band, die dabei auch eine ordentliche Portion Herzlichkeit und Einsatz zeigte. Die Band präsentierte auf der Bühne eine Kombination aus Songs des aktuellen und des kommenden neuen Studioalbums, das zwar bereits aufgenommen, aber erst für eine offizielle Veröffentlichung im Dezember dieses Jahres angekündigt ist. Sechzehn Songs, eine Stunde und fünfzehn Minuten kompakter und unglaublich ansteckender Show, in der folgende Eigenkompositionen gespielt wurden: Soulseller, Wish I Could Be Free, Wanderman, Electrified, Heading for the Sun, Days Gone, Green Card Paradise, Emona, Blues From Hell, Blow, My Baby’s Ride, Mad Machine, No Easy, House of Cards, Give It Away und als Abschluss Man or a Stone. Zu Konzerten von Stray Train werden wir also definitiv noch kommen. Und das mit großer Freude!
Dann folgte der Auftritt einer abgedrehten Band, die ebenfalls in kaum drei Jahren enorme Schritte beim Vordringen ins Rampenlicht des aktuellen Musikgeschehens gemacht hat – vor allem in Slowenien –, und dabei auch die Feuertaufe des Sammelns und Austauschens von Erfahrungen auf einem mehrmonatigen »Ausflug« durch die USA absolviert hat. Das sind natürlich die Prismojeni profesorji bluesa, die in der Folge die Bühne mit einer gehörigen Portion Spaßtheater zum Brennen brachten. Über die Prismojeni profesorji bluesa haben wir auf RockLine viel geschrieben, aber nie genug – denn das ist auch ihr Wesen. Sie sind ein unbeschriebenes Blatt. Wenn sie auf der Bühne stehen, weißt du nie, was der Besucher ihres Konzerts erleben wird. Sie liefern nach wie vor mit außerordentlicher Geschicklichkeit ihr bezauberndes Axiom: »Erwarte das Unerwartete!« So bat Julijan das Publikum während des Konzerts mehrmals höflich, die etwas längeren Pausen zwischen den Songs zu verstehen – die die Band für spontane Ansagen braucht –, sowie die Tatsache, dass er schlicht und einfach nicht vorhersagen kann, wohin die wilden Improvisationen die Band bei dem einen oder anderen ihrer Songs tragen werden. Jam # 32 (ich hoffe, ich habe die Nummer richtig mitgekriegt), das fast schon obligatorische, aber in einen über 20-minütigen »Solistenkarussell« verknäulte Ragin Mad vom Studio-Debüt. Bei einem der Songs rief die Band die couragierte Blasinstrumentalistin Roberta auf die Bühne, die auf einem Trichter spielen kann und dabei mit diesem selbst gebauten Requisit den Klang einer Trompete erzeugt. Roberta, die das Publikum mit ihrem Talent bereits am Vortag »aufgemischt« hatte, als Hans Theessink sie persönlich von der Bühne aufrief, weil er und Evans ein Saxofon-Solo brauchten, stürmte auf ausdrückliche Einladung der Band auf die Bühne – ansonsten »residierte« sie bei einer Familie toskanischer Pizzabäcker, die ihren Standplatz links vom Platz hatten (Blickrichtung Bühne). Die sympathische, anfangs etwas schüchterne, aber ungemein herzliche Roberta bereicherte mit ihrem Sinn für Improvisation einen der Songs des Bandauftritts auf angenehme und harmonische Weise. Die Band stellte auch neues Material vor (der Song Vigilante) und kündigte das baldige Erscheinen eines neuen Studioalbums an. In einem der Songs setzte sich der ausgezeichnete Mundharmonikaspieler Miha Erič an die Bühnenkante und nahm eine Lap-Steel-Gitarre in die Hand, deren sanftes Wimmern sich natürlich perfekt mit den übrigen Elementen des Klangbildes verband. Die Gesangsparts teilen sich hauptsächlich drei in der Band (aber auch alle vier), wobei diesmal die FTP von Miha Ribarič nicht dran war. In dieser Hinsicht ist es unglaublich, wie gut die Jungs die Aufteilung der Gesangsrollen auf Miha und Julijan Erič sowie den besonders interessanten Interpreten Zlatko Đogić erarbeitet haben – bei dem du denkst, er wäre der Nachbar irgendeines Kautabakkauers, der im hintersten Winkel des amerikanischen Bundesstaats Texas hockt. Wahnsinn. Das lässt sich nicht in Worte fassen, das muss man live sehen und erleben. Zlatko bleibt ein unglaublicher Kombinierer der Schwergewichtsklasse, wenn es darum geht, Schlagzeugspiel und außergewöhnliche Gesangsinterpretation erstklassig zu vereinen. Und das ist noch nicht alles. Die Prismojeni profesorji bluesa steigerten ihre großartige Show derart, dass sie ihren Höhepunkt genau im Schlussteil erreichte. Plötzlich sprang Miha Erič auf die Bühne, gekleidet in eine »blutverschmierte« Schürze, mit einer Maske auf dem Kopf, eine Kettensäge hoch über sich schwingend. Ein echter kleiner Chainsaw Charlie des Blues. Absolut Mihas Moment. Theatralisch und stimmlich. Die Bühne gehörte Miha Erič. An Verspieltheit mangelt es der Band nicht, und die Prismojeni profesorji bluesa wissen, dass man solche theatralischen Momente durchgehend in die Auftritte einbauen muss – denn das ist die eigentliche Garantie für die dauerhaft große Anziehungskraft ihrer Shows. Die Band reißt das Publikum mit ihrer ungemein intensiven Bühnenpräsenz ohnehin sofort mit. Dazu kommt die ansteckend sympathische Art aller vier Bandmitglieder, ihre außergewöhnliche Herzlichkeit und die Hingabe an die Magie der Musik – das ist so stark und überzeugend, dass ihnen dieses Element schlicht und einfach die Türen zu den Herzen jedes Einzelnen öffnet, der ihre Konzertauftritte erlebt. Die Band wirkt volksnah, mehr geht kaum. Beim Konzert in Tolmin haben die Prismojeni profesorji bluesa einmal mehr bewiesen, dass es sich nicht nur um einen der eigenartigsten und in der Ausführung ausgefeiltesten Bühnenkünstler handelt, der sich in diesen Elementen nach wie vor rasant weiterentwickelt, sondern auch um eine Crew, der es an ausgeprägtem Mut nicht fehlt, wenn es darum geht, mit »Extremen« zu liebäugeln und das Spaßtheater zu pflegen (Miha und sein Kettensägen-Moment). Während des Auftritts schwebte ständig die Frage in der Luft, wann Julijan das Volk wohl mit einem der Hendrix-Songs aufmischen würde. Das Zupfen auf gedämpften Saiten kündigte bald an, dass er sich für eine Interpretation von Hendrix‘ Voodoo Chile entschieden hatte. Das Finale des Konzerts bestätigte einmal mehr, dass Julijan Hendrix in allen Details studiert hat. Das hätte Jimi selbst erleben müssen, wenn ihm das Schicksal vergönnt hätte, noch auf diesem Planeten zu wandeln. Interpretatorisch. Klanglich. Sowohl stimmlich als auch in Bezug auf den gitarristischen Stil und Ansatz. Wahnsinn. Abgedreht, außergewöhnlich und ein Erlebnis, das einem den Atem verschlägt. Eine Band, die man mit einer Beschreibung in ein paar Sätzen einer Konzertreportage einfach nicht genug loben kann – und eine Band, die dich buchstäblich dazu bringt, dass du jedes Mal , wenn du anfängst, über sie zu schreiben, das Gefühl hast, als würdest du zum ersten Mal in deinem Leben über sie schreiben.
Chris Thomas King galt als Hauptzugpferd des zweiten Festivaltags. Der schwarze Multi-Instrumentalist und hoch angesehene Musiker des internationalen Parketts kam ohne seine Begleitband nach Tolmin. Er trat im »Ein-Mann«-Modus auf. Im ersten Teil spielte er hauptsächlich Stücke, bei denen ihm neben der Gesangsinterpretation eine akustische Gitarre und eine Mundharmonika Gesellschaft leisteten. In allem, was er anfasste, ließ sich eine raffinierte Mischung aus Delta-Blues, Country-Folk und Soul herausdestillieren – und es war auch nicht schwer zu erkennen, dass ein weiblicher Gospelchor sich wunderbar in Kings Melodien eingefügt hätte. Chris Thomas King setzte sich irgendwann in der Mitte der Vorstellung ans Klavier und demonstrierte sein ganzes Können an diesem Instrument – wobei er natürlich die kompakte Linie und den roten Faden der gespielten Stücke beibehielt. Während des Konzerts verteilte sich das Publikum etwas; der Mann bemerkte das und bemühte sich, die wenigen Zuschauer aufzurütteln, damit sie sich aktiver an seinem Auftritt beteiligen. In seinen Ansagen vergaß er nicht, den Wahnsinn der Taten des neuen amerikanischen Präsidenten ordentlich aufzuspießen – was wenig überrascht. Lassen wir die Politik lieber beiseite. Der Mann, der in wenigen Tagen sein schon 27. Studiomusikprojekt namens »Hotel Voodoo« aus der Taufe heben wird, gilt als eine Art Vater, der Blues und Hip-Hop (Rap) zusammengeführt hat – aber bei diesem Solokonzert ohne Begleitband kam das kaum zum Ausdruck. Im Gedächtnis geblieben ist Kings einzigartiger »Oooh-Ooooh«-Gesang, mit dem er die Übergänge zwischen den einzelnen Songs mehrfach füllte. Er spielte auch Hard Tme Killing Floor Blues, die einst von Skip James gespielt wurde, sowie I Am A Man of Constant Sorrow (von Dick Brunett). Beide Stücke sind mit dem Film »O Brother, Where Art Dou?« verbunden, in dem Chris Thomas King auch eine der Schauspielrollen übernimmt. So fehlte also auch dieser Faden nicht. Sinnlich, starke Emotionen, stimmlich nachgefühlt und einzigartig. Obwohl King eine wirklich schöne Vorstellung hingelegt hat, zeigte sich, dass er im Solo-Modus für das Publikum doch eine zu harte Nuss war. So standen vor der Bühne weniger Leute, als ein Künstler seines Kalibers verdient hätte. Hoffen wir, dass der Mann zurückkommt. Nächstes Mal in Begleitung seiner Band.
Obwohl das Programm des zweiten Tages auf der »B.B. King«-Bühne bereits zu Ende gegangen war, war das musikalische Geschehen noch nicht vorbei. Genau am Zusammenfluss von Tolminka und Soča, also am Ufer, hatten die slowenischen Art-Rocker Dan D ihr Konzert im »Tiho«-Modus angekündigt. Intim und leise also. Das Tiho-Konzept basiert auf einer vollständigen Umstrukturierung der Arrangements, mit denen Dan D einige der bekanntesten und anerkanntesten Songs ihres reichen Opus (einschließlich der Hits) angepackt haben. Die Band fertigte zu diesem Zweck selbst gebaute, das heißt »Haus«-Instrumente an und bezog neben anderen »exotischen« Instrumenten auch einige äußerst witzige und interessante handgefertigte Erfindungen mit ein, wie sie eben der Fantasie eines Musikers entspringen. Zusammengeknotete Flaschen (überraschend war die von Radenska aus der Zeit, als das noch ein slowenisches Unternehmen war) gab es diesmal deutlich weniger als in den Jahren 2012 und 2013, als die Tiho-Tournee ihren Höhepunkt erlebte. Obra ließ diesmal also die Tuba zu Hause, und in Za naju punca ersetzte er sie durch sein Kammspiel. Das bedeutet, dass Dan D Konzerte im Tiho-Modus heutzutage nur ausnahmsweise spielen – auf Wunsch des Veranstalters oder wenn ein größeres Interesse daran besteht. Auch dieses Treffen mit der Band brachte nicht weniger als einen großen Konzertgenuss für die versammelten Kenner. Nicht nur zeigten Dan D einmal mehr, wie dieses eingespieltes Quintett nach wie vor durch eine außergewöhnliche Kameradschaft zusammengehalten wird, die die Band durch die Jahre verbindet – auch das Konzert war von unglaublich heiterer und spaßiger Stimmung geprägt und bot die ausgezeichnete Tagesform dieser erfahrenen Gruppe. Die intime Atmosphäre wurde auch durch eine besondere Bühnenleuchtung verstärkt – Glühbirnen, die etwa einen Meter über dem Boden angebracht waren, wobei die Lichttechniker ihre Lichtintensität jederzeit korrigieren und anpassen konnten. Tomislav Jovanović „Tokac“ mit Bisernica und Mandoline, Marko Turk „Tučo“ mit Ukulele, Bisernica und Mandoline, Boštjan Grubar mit Melodica,Glöckchen und Vocoder, Nikola Sekulović mit Halbakustikbass ohne Bünde und Dušan Obradinović „Obra“ an Cajon, Congas, Darbuka, Becken und Kamm – sie alle nutzten dabei auch ein umfangreiches Arsenal an Requisiten aus dem obligatorischen Küchenutensilien-Fundus. Schelmisch, verspielt, funkelnd und wie immer. Mit einer gehörigen Portion positiver Vibes und Spaß. Die Leute spürten das sofort, und die Energie der Zusammenarbeit in der Beziehung Publikum-Band war ungemein kompakt. Und so haben Dan D die Songs umgestaltet. Manche so ausdrücklich, dass man sie kaum noch mit dem Original identifizieren konnte. Auch rhythmisch – wobei beispielsweise der Song Čas im Salsa-Rhythmus aufhorchen lässt. Und auch in Bezug auf die Melodie selbst, wobei beispielsweise der Song Tiho in seiner Melodie auf Momente auch »arabeskenhaft« zog. Kurz gesagt: Wer die Tiho-Tournee zufällig verpasst hatte, hat am Zusammenfluss diesmal definitiv das Versäumte nachgeholt. Für gute Energie sorgte natürlich durchgehend auch der ungemein gut aufgelegte Tokac, der zu Beginn fragte, ob jemand einen guten Joint zur Hand habe – und ihn beim Spielen dann auch bekam, wobei er es nicht vergaß, dem Mädchen aus dem Publikum, das ihn damit beschenkte, herzlich zu danken. Hausgemacht ist hausgemacht. Bessere Ware kriegst du halt nicht. Das wissen wir alle. Das sind Tatsachen.
Dan D spielten in folgender Reihenfolge dieses Repertoire: San San, Počasi, Rekli so, Plešeš, Pozitivne misli, Polna Luna, Kozlam, Moj problem, Kamn, Voda, Love Song, Čas, Tiho, Tvoje je vse, Daj mi daj, Jutranja, Za naju punca.
Die Entscheidung, Dan D in das Festivalprogramm zu integrieren, erwies sich als äußerst kluger Schachzug, der das Feiern bis in die Nacht verlängerte – die Getränkeanbieter verkauften folglich auch das ein oder andere Bier und den ein oder anderen Cocktail mehr. Das Ambiente war erstklassig für diese Art von intimer Raffinesse, wie sie das »Tiho«-Konzept mit sich bringt. Knorrige Weiden, graue Erlen, große Eschen, die sich zum Zusammenfluss beider Flüsse neigen und ihn nickend begrüßen, Nebelschwaden, die sich über die Wasseroberfläche ziehen und in eine geheimnisvolle, anmutige Mystik einladen, gehüllt in den Glanz der Strahlen des Neumonds. Und die Musik. Musik, Musik. Überall. Leise brach der Samstag an, und mit ihm der dritte Festivaltag.
Text: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik








































































































