Scheidewege mit Zaria im Orto bar (2017)

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Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Ort: Ljubljana / Orto bar / Slowenien
Konzertdatum: 02.03.2017
Besucherzahl: 100
Eintrittspreis: 5,00€

Das offiziell letzte Konzert mit der Sängerin und Flötistin Inez Osina feierten die slowenischen Folk-Metaller Zaria im Orto bar bei einem Konzertabend, bei dem sie auch ihre italienischen Freunde ähnlicher Genre-Ausrichtung, M.A.I.M., zu Gast hatten.

Den Konzertabend eröffneten die slowenischen Zaria. Das Sextett präsentierte überwiegend eigenes Material, unterstützt von rund hundert treuen Fans, die ihnen im Publikum Gesellschaft leisteten. Durchweg souverän und würdevoll – wenngleich Zaria in musikalischer Hinsicht keine Revolution und keinen Fortschritt bringen. Folk Metal, entschieden untermauert von einer Wand aus Gitarren-Riffs zweier Gitarren und hoher Musikalität, die musikalische Lösungen von trivialer Vorhersehbarkeit aneinanderreihte. Die Blicke richteten sich größtenteils auf die charismatische Inez, die sich einmal mehr als herausragende Sängerin und auch als sehr gute Flötistin präsentierte, während die Band als Ganzes – im Bewusstsein, dass sie an diesem Abend eigentlich zum letzten Mal mit der Sängerin auftrat, die vor ihrem Beitritt zu Zaria mit der Band Brezno zusammengearbeitet hatte – Heiterkeit und gute Stimmung ausstrahlte. Ein sympathischer, souveräner und zufriedenstellender Auftritt. Potenzielle Kandidaten, denen Folk Metal mit slowenischen Texten am Herzen liegt – was der Besetzung Zaria glücklicherweise ein eigenständiges Profil verleiht –, seid herzlich eingeladen, mit der Band Kontakt aufzunehmen und euch ihr als Hauptsängerin oder Hauptsänger anzuschließen.

M.A.I.M., die italienischen Folk-Metaller, betraten die Bühne nach Zaria, wodurch es dort noch enger wurde, denn M.A.I.M. sind ein Septett. Leider stießen die wackeren Italiener, die extreme Begeisterung ausstrahlten und die Anwesenden voller Elan und Freude zur Mitmachbereitschaft animierten, nicht auf ebensolche Unterstützung und Resonanz, denn das Publikum hatte sich mindestens halbiert. Trotzdem hielten M.A.I.M. die genannte Begeisterung aufrecht. Die Band wird ihre musikalische Vision in Zukunft noch weiter ausfeilen müssen. Auch wenn sie mit Gesichtsbemalungen durchaus unterhaltsam wirkten, müssen sie sich entscheiden, ob sie an einem Gesang festhalten wollen, der nicht wirklich mit dem sonstigen Charakter der Kompositionen kompatibel ist. Der Vokalist ist ein echtes Rätsel. Gekleidet wie ein echter Biker mit einem Motörhead-Shirt und einer »räuberischen« Mütze tief über den Kopf gezogen – und wie gesagt mit einem Gesang, der eher nervig als ansprechend wirkte – ist er womöglich nicht die beste Lösung für die Gruppe in der Zukunft. M.A.I.M. sind definitiv noch auf der Suche nach sich selbst, weshalb ihr Auftritt nicht so souverän und überzeugend wirkte wie der von Zaria, die in entwicklungsmäßiger und visionärer Hinsicht bei der Gestaltung ihres musikalischen Profils schlicht schon einige Stufen höher stehen. Auch sonst wirkten die Italiener etwas unstimmiger, leisteten sich einige Patzer, und die Gitarren klangen gegen Ende beide verstimmt – doch die gute Energie versiegte keineswegs, was im Gesamtergebnis natürlich zählte.

Summa summarum: ein Abend, der wie gemacht war für Liebhaber von symphonischem Folk Metal. Während Nightwish, Epica und Delain für Veranstalter in Slowenien nur Verluste und graue Haare bedeuten, brachten Zaria ein kleines Pflaster auf die Herzen jener Fans, die für Nightwish ins Ausland reisen müssen. Gleichzeitig wünscht auch die Redaktion unseres Mediums Inez alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg – und dem Team der Band Zaria weiterhin erfolgreiches Wachstum und musikalische Entwicklung!  

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