Deck Janiels feierten die Veröffentlichung ihres neuen Albums im Orto bar (2016)!

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Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Jerneja Jerak

Ort: Ljubljana / Orto bar / Slowenien
Konzertdatum: 17.03.2016
Besucherzahl: 80
Kartenpreis: 4,00€

Deck Janiels sind eine slowenische Hard-Rock-Band – man kann sie getrost als die bezeichnen, die das Erbe der alten Schule von Bands wie AC/DC, Rose Tatoo und sogar Motörhead am Leben erhält. Schon mit dem Debüt »On the Rocks« (2013) haben sie bewiesen, dass hier eine mutige Truppe am Werk ist, die genau weiß, was sie will, was sie tut – und die das Wesen von echtem Rock’n’Roll versteht. Dass die Atmosphäre in der Band mehr als gut ist, beweist ihre Kreativität. Das neue Originalmaterial, das sich in gut zwei Jahren angesammelt hatte, brachte nämlich das neue (und zweite) Studioalbum hervor, treffend betitelt als »II«.  So kam der 17. März 2016, der Orto bar und natürlich die Konzertsause der Band, die mit dem Auftritt die Veröffentlichung der neuen Platte feierte.

Als Vorband an diesem Abend auf den Bühnen des Orto bar fanden sich unsere altbekannten Freunde Tomcat wieder, die in letzter  Minute ins Programm gesprungen waren, da Partija ihren ursprünglich angekündigten Auftritt wegen Krankheit in der Band absagen mussten. Ein Jahr war vergangen, seit wir die Band als Vorgruppe von Lordi im Ljubljaner CUK Kino Šiška gesehen hatten, wo sie sich in komplett neuer Besetzung präsentiert hatten – im vergangenen Jahr krönten die Jungs das mit einigen weiteren Auftritten, bei denen sie die neue Chemie festigten und das neue Originalmaterial ausprobierten, das die neue Crew geschrieben hatte. Dementsprechend eröffneten sie auch ihren Auftritt. Dominiert hat die Darbietung des neuen Materials, das auf dem kommenden Studioalbum viel guten Hard Rock verspricht. Die Band hat sich, nicht nur optisch, sondern auch stilistisch, dem Spiel der alten Guns‘ N Roses angenähert, und das neue Material wirkt kompositorisch überzeugend und zündend. Genauso die Darbietung. Alles lief also auch diesmal völlig normal für Tomcat. Zumindest bis zum Song Adrenalin, als die Band mitten in technische Probleme geriet (ein ernsthafter Defekt an einer der beiden Gitarren), was nicht zu überhören war – zugleich wirkte die unangenehme und unerwartete Wendung auf die Jungs stressig und folglich äußerst störend, weshalb sie ihren Auftritt etwas verkürzten. Naja. An diesem Abend hatte sie das Pech erwischt, aber wie gesagt. Die Band wächst, und das neue Material verspricht viel – deshalb warten wir natürlich schon ungeduldig auf das neue Studioalbum der Gruppe.

Deck Janiels haben seit den naiven Anfängen vor Jahren, als sie noch den Song mit slowenischen Texten Zapeljivka spielten, einen enormen Entwicklungsschritt nach vorne gemacht. Das bestätigte nicht nur das spätere Originalmaterial, sondern erneut auch der außergewöhnlich eingespielte, sorgfältig kalibrierte und einstudierte Bühnenauftritt der Band, bei dem das Quintett aus fünf aufgedrehten Hengsten beide Studioalben hintereinander in voller Länge spielte. Das alte und das neue.  Was ist so ansteckend an Deck Janiels? Sie haben schlicht und einfach die Essenz des Rock’n’Roll begriffen. Sie spielen und schreiben simpel, ohne Schnörkel, aber sofort zündend. Eine treffende Beschreibung wäre sogar, dass Deck Janiels eigentlich die Band sind, die die besten Songs zusammengebracht haben, die AC/DC nie schreiben werden.  Die Band ist außerdem hervorragend aufeinander eingespielt, weshalb auch die Bühnendarbietung des Materials sofort mitreißend und überzeugend wirkt. Das komplette Quintett. Vom rasenden Mitja an der Gibson SG bis zur unglaublich präzisen Rhythmussektion, dem erfahrenen Bandchef Gregor mit dem Gibson Explorer, der die Dinge unter Kontrolle hielt, und der starken Vokal-Performance des frechen Sängers Tine, der das Publikum überzeugend bei sich hielt – auch mit der richtigen Dosis Gags auf Kosten seiner selbst, der Band und natürlich des Publikums.

Die Jungs rollten Song für Song raus, und obwohl sich im Schlussteil des Konzerts einige Leute verabschiedeten, hielten sie mit ihrer außerordentlich mitreißenden, lebhaften und dynamischen Show durchgehend eine hervorragende Club-Rock’n’Roll-Energie in den oberen Räumen des Orto bar aufrecht. Das bestätigte auch das Publikum, das mit der treibenden rhythmischen Kinetik und den ins Gesicht tretenden Gitarrenriffs Schritt hielt, mit denen die Band an diesem Abend wahrlich nicht gegeizt hatte.

Naja. Deck Janiels sind gereift. Sie haben exakt gerafft, was der Witz des Rock’n’Roll ist. Simpel, riff-treibend, genau richtig melodisch und ohne Komplikationen. Geradeheraus gesagt, dosiert mit der richtigen Portion Humor, mit gelungenen Texten auf Englisch, bei denen die Wahl der Vokalmelodien metrisch bestens mit der Schlagkraft der Riffs verzahnt ist und diese noch zusätzlich »anfacht«. Deck Janiels sind also zu einer Band geworden, die zu 100% für eine ordentliche Dosis lupenreinen Rock-Exzesses sorgt. Bei solcher Form und Begeisterung ist eines sicher. Auf der Bühne können und wollen sie nicht enttäuschen. Jetzt dreh ich mir schnell noch eine Runde des Albums »II« rein. Bravo, Jungs! 

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