Panikk und Big Bad Wolf greifen die Kadilnica an! (2014)
Autor: Urban Bolta
Ort: Orto bar / Ljubljana / Slowenien
Konzertdatum: 06.03.2014
Besucherzahl: 100
Kartenpreis: 4€
Nach einer Reihe von Themenabenden brachte der erste Donnerstag im März dem Orto bar wieder eine konzertbetonte Kadilnica smrti, mit der Dihurčka die ganze Saison über für eine regelmäßige Dosis lebendigen slowenischen Metals sorgen. Dieses Mal war sie von aggressiveren Rhythmen geprägt, denn das Obergeschoss des Orto bar empfing das Duo aus Dol und Ljubljana, Panikk, sowie Newcomer auf der Szene: die Band Big Bad Wolf.
Für Big Bad Wolf war der Auftritt in der Kadilnica überhaupt das erste Treffen mit einer Konzertbühne, weshalb ihre Herangehensweise an Metal bis zum Beginn des Auftritts ein völliges Rätsel war. Die Band spielt zwar schon seit mehreren Jahren zusammen, aber die Jungs hatten sich bis zu diesem Tag an die Wände ihres Proberaums geklammert und damit in der Anonymität verharrt – der Donnerstags-Auftritt war in dieser Hinsicht für Big Bad Wolf ein großer Karriereschritt nach vorne, bei dem ihnen auch die massive Unterstützung von Freunden half, die sonst eher selten bei Konzerten anzutreffen sind. Da gab es wirklich was zu sehen! Big Bad Wolf zeigten schon mit dem Eröffnungs-Cover von Motörhead Born To Raise Hell, wo es langgeht! Der aggressive Heavy-Metal-Sound, dessen Rohheit seine Verkörperung auch in frühen Aufnahmen der deutschen Thrash-Giganten Destruction oder Kreator hätte finden können, zog schnell eine Trennlinie zwischen Band und Publikum und löste auch bei den Jungs selbst, die das Auftreten nicht gewöhnt sind, die Handbremse, mit der sie unbewusst auf die Bühne marschiert waren. Das treibende Herzstück des Bühnengeschehens war Luka, ein scheinbar ganz gewöhnlicher Typ, der jedoch über ein Übermaß an vokaler Charisma verfügt – so brach während der Eigenkomposition Belgrade 41 aus seiner Kehle beinahe eine kriegerische Feuerfackel hervor! Der hohe Anteil an Eigenkompositionen bewies, dass die Band fern der Öffentlichkeit schon eine Weile kreativ am Werk ist – doch erst mehr Bühnenkilometer werden für eine geschliffenere Abstimmung und mehr Spontanität auf der Bühne sorgen, mit der, Hand aufs Herz, kaum eine Band am Anfang ihrer Laufbahn schon aufwarten kann.
Von Panikk ist schon länger bekannt, dass es sich trotz der Jugend der Band bzw. ihrer Mitglieder um ein echtes Konzertmonster handelt, was sie anlässlich der Wiederveröffentlichung ihres Debüts »Unbearable Conditions« (Rezension HIER) erneut im Orto bar unter Beweis stellten! Die für das Alter der Band beachtliche Bühnenerfahrung ist bei jedem Schritt sichtbar, und der kreative Einsatz in das eigene Werk sowie die Live-Umsetzung des eigenen Materials aus den vergangenen Jahren hat endlich festen Boden unter den Füßen gefunden. Die zentrale Bühnenfigur war natürlich der rothaarige Frontman Gapa, der mit einer Mischung aus bescheidenem, fast demütigem Auftreten auf der einen und charismatischen Gesten auf der anderen Seite echte Liebe zum Musizieren ausstrahlte. Obwohl die Gitarren nicht so klar definiert klangen wie beim Hören der Studioaufnahmen auf dem heimischen Sofa und die vier Wände des Orto bar dadurch einen Teil der Riff-Wucht schluckten, hätte den seismischen Stoß zweifellos auch das seismologische Institut auf der anderen Seite der Stadt registriert! Dem Riff-Gerüst des Duos Gapa / Nejc gaben Bassist Rok und Schlagzeuger Grega mit selbstbewussten Auftritten den nötigen Rahmen – das gegenseitige Eingespieltsein der Besetzung, die schon eine Weile in unveränderter Aufstellung durchhält, ist nämlich verantwortlich für die tight klingende, wenn auch noch rohe und ungeschliffene Darbietung. Das Eigenmaterial würzten Panikk mit einem Tribute an ihre Idole Vio-lence, und bevor wir Besucher richtig Luft holen konnten, war die Laufzeit des knapp einstündigen Auftritts schon abgelaufen. Panikk sind in ihrem Wesen fürs Auftreten geschaffen, daher ist es kein Wunder, dass wir alle mit breitem Lächeln das Konzert verließen!
Setlist
BIG BAD WOLF:
1. Born To Raise Hell
2. Belgrade 41
3. Blitzkrieg
4. Cider Hammer
5. Four Horsemen
6. Ocean Of Madness
7. Faith No More
9. Big bad Wolf
10. R ’n‘ Roll Love
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