Adi im Herzen zwischen den Wassern (2013)

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Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Ort: Medvode / MC Jedro / Slowenien
Konzertdatum: 23.03.2013
Besucherzahl: 100
Kartenpreis: 7,00€

Wenn Adi Smolar auf Konzertbühnen angekündigt wird, es Samstag ist und der Auftrittsort nahe am eigenen Wohnort liegt – da teufel noch mal geht man hin, um sich das Wochenende aufzupeppen! Der Medvoder Club MC Jedro war an diesem Abend Gastgeber zweier Acts, die musikalisch kaum mehr gemein haben könnten. Sogar unterschiedlichen Geschlechts waren sie. Hellcats auf der einen Seite und Adi Smolar mit seinen Mestni postopači auf der anderen. Eine Kombination, die in jedem Fall für guten Besuch sorgen sollte.

Kurz nach halb zehn Uhr abends fegten die heißen Katzen auf die Bühne, um die hübsch in Schneetreiben gehüllte Stadt zwischen Sora und Sava aufzuwärmen. Erwartungsgemäß. Stecker rein – Vollgas vom ersten Ball an und sofort den Teufel auf den Spieß. Die Mädels haben ihre Aufgabe erwartungsgemäß erledigt. Die Shows kommen ihnen zugute, denn sie wärmen die neue Sängerin Ajda warm, die der Gruppe eine schöne Bereicherung bringt! Das Wichtigste ist, dass Ajda die Band so schnell wie möglich in voller Stärke spürt und die Bindung zur Gruppe so schnell wie möglich festigt, was Hellcats beim Wachsen nach oben helfen wird. Wieder das klassische Vierergespann mit Eigenkompositionen Steelrider, Heavy Metal, Vladar noči und Hellcats, Beweglichkeit bei der Nutzung des verfügbaren Bühnenraums – und den Mädels gelang es ohne größere Mühe, rund 60 Zuschauer zu unterhalten. Hand aufs Herz: Hellcats bleiben eine Attraktion. In jedem Fall. Wir warten auf das erste Studiowerk. Mindestens eine EP. Es wäre längst an der Zeit.

Adi Smolar ist eine andere Geschichte. Der Mann, der für seine Breite, Tiefe und sein angeborenes Gespür bekannt ist, mit seiner zugespitzten Predigt so dankbar, fast unbewusst ins Herz des kleinen Mannes zu schleichen – er traf auf eine etwas undankbare Situation. Der Besuch war nicht gerade berauschend. Adi eröffnete die Show zusammen mit dem Mundharmonikaspieler der Mestni postopači, Damir Jazbec, und zwar mit einer der schönsten Nummern des Repertoires: „Daleč daleč je za naju pomlad“. Mit dem Ziel, das Publikum aufzuwecken und näher zur Bühne zu holen… Ein ausgezeichneter Zug. Den ersten Teil des Konzerts bestritt er ganz allein auf der Bühne. Im Stile echten Songwritertums. Es folgten unter anderem Na travniku, Svinja pijana, Rolica… Außergewöhnliche Ausstrahlung, eine wunderschöne, tiefe, warm streichelnde Stimme, in der eine starke tragende Note aus Entschlossenheit und Selbstbewusstsein mitschwingt. Alles im Glanz positiver Schwingungen. In den Ansagen – also in den Pausen – verwandelt sich Adi gerne in einen Prediger, der Ratschläge verteilt und auf die Fallstricke des Lebens hinweist. Er geht das auf eine Art an, die einen hypnotisch in die Welt seiner Gedanken und Assoziationen hineinzieht, als würde man sich in einem parallelen erzählerischen Varieté eines gewandten Geschichtenerzählers wiederfinden.

Der Auftritt sprang auf ein höheres Level, als die Mestni postopači die Bühne betraten. Adi hob das Publikum im letzten Drittel des Konzerts ohne größere Mühe auf die Beine, und das rastete aus beim Mitsingen der Klassiker Jaz sem nor, Bog ne daj, Je treba delat, Tagada, Jean Claude Van Damme, Zlo počas, Neprilagojen, Povšetova. Im Repertoire fehlten auch Ko te prime, Prostitutka, Gospa natakar’ca nicht sowie Stücke vom aktuellen Studioalbum „Se počasi daleč pride“ (2011): Prijateljstvo, Opozicija, Če te ona noče, te pa druga hoče, Bav, bav, Življenje se konča, Kako je bit sam, Dnevi so kratki (Noči pa dolge), Ne gre, ne gre.

Adi bleibt Adi. Der Mann, der am 25.03.2013 stolze 54 Jahre alt wurde, ist immun gegen den Zahn der Zeit. Vielleicht nagt der Zahn der Zeit gelegentlich ein bisschen an ihm, aber er kommt ihm nicht wirklich zu Leibe! Ein brillanter und einzigartiger Interpret, der in all dem Grau bleierner Zeiten die Nöte des kleinen Mannes versteht, der es schafft, dich aufzurichten, aus der Verzweiflung herauszutragen und den Sinn des Aufbegehrens zu entdecken. Ohne Schönrederei und Weichspüler! Wie so manches Konzert von Adi Smolar hat auch das in Medvode die Erwartungen erfüllt. Es hat uns mit Energie aufgeladen. Konzerte von Adi Smolar gelten eben als Energiegenerator! Sein Konzert ist ein Ereignis, das dir Flügel verleiht, dich hebt, dich mit Optimismus erfüllt. Im Kern der einzigartigen Interpretation des Mannes fehlte das vollfühlige Vermitteln der starken Aussagekraft der Poesie des Künstlers natürlich zu keiner Zeit. Alles Gute zum 54. Geburtstag, Adi!

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