Erics Abend mit The morning in der Bluesiana (2013)

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Ort: Velden am Wörthersee / Bluesiana Rock Cafe / Österreich
Konzertdatum: 16.03.2013
Besucherzahl: 80
Eintritt: 22,00€ (Vorverkauf) / 26,00€ (Abendkasse) / 16,00€ (für Studenten) / 13,00€ (bis 20 Jahre).

Der Auftritt im vergangenen Jahr in der Bluesiana hat Eric Martin offenbar in positiver Erinnerung behalten, denn schon nach nur vier Monaten kehrte der Sänger in das märchenhafte Städtchen Velden im österreichischen Kärnten zurück. Und das wundert einen nicht, denn die Bluesiana, dieser wunderbare kleine Club, hinterlässt bei einem wirklich Spuren. Gute Musiker, die Clubbesitzerin Gudrun Kofler ständig auf ihre Bühne einlädt, und die angenehme, intime Atmosphäre des Clubs mit freundlichem Personal – das ist die Erfolgsformel, die in der Bluesiana nie versagt. Deshalb kehren auch wir beide immer wieder mit großer Begeisterung dorthin zurück. Ähnlich empfinden inzwischen auch eine Reihe namhafter Musiker, die ebenfalls regelmäßig zurückkehren – und zu ihnen können wir nun auch Eric Martin zählen.

Eric Martin, ein gereifter Mann mit jugendlichem Aussehen, ist Hörern guter Musik der späten Achtziger und frühen Neunziger  bestens bekannt. Zusammen mit Sheehan, Gilbert und Torpey bildet er die Band Mr. Big. Nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums What if… im Jahr 2009 und einer Welttournee beschlossen die Jungs, sich ihren Solokarrieren zu widmen. So besuchte Eric die Bluesiana erneut – diesmal wieder nur in Begleitung seiner Akustikgitarre.

Diesmal reist Eric nicht allein durch Europa – begleitet wird er vom exzellenten italienischen Duo The Morning. Es besteht aus Alessio an Gesang und Gitarre sowie Antonio am Cello. Kurz vor zehn Uhr abends erschien das italienische Duo als erstes auf der Bühne. Das Publikum begrüßte ihren Auftritt mit etwas verhaltenem, skeptischem Applaus, und auf fast allen Gesichtern war derselbe Ausdruck zu lesen: »Müssen wir wirklich die Vorband anhören??« Aber die beiden ließen sich nicht beirren, griffen zu ihren Instrumenten und legten los. Schon nach den ersten Tönen änderten sich die Mienen im Publikum, und langsam rückte man näher an die Bühne. Denn die beiden jungen Italiener machten ihre Sache mit Bravour. Die tiefen, aber zarten Klänge des Cellos verschmolzen harmonisch mit dem Schwingen der Akustikgitarren-Saiten, und das alles rundete Alessios makelloser Gesang ab. Und das in einwandfreiem Englisch ohne einen Hauch italienischen Akzents – bei unseren westlichen Nachbarn eine echte Seltenheit. So ernteten die beiden nach dem ersten gesungenen und gespielten Song aufmunternden, wohlwollenden Applaus und hatten die Aufmerksamkeit des Publikums auf ihrer Seite. Das ging noch weitere 4 Songs so weiter, dann rief Alessio auch Eric Martin auf die Bühne, der seine Akustikgitarre schnappte und gemeinsam spielten und sangen sie Take cover. Von der Nervosität, die Eric im vergangenen November noch befallen hatte, war nun keine Spur mehr. Gut gelaunt betrat Eric die Bühne, reichte seine Brille einem Mädchen in der ersten Reihe, zupfte an der Gitarre und sang. Und natürlich fehlte es ihm auch diesmal nicht an interessanten Geschichten und Anekdoten. Besonders gern nahm er sich Richie Kotzen vor, denn er erinnerte sich noch, wie dieser ihm im vergangenen November kurz auf der Bühne der Bluesiana Gesellschaft geleistet hatte – und diesmal betonte er mehrfach, dass Richie in der Bluesiana stets in unseren Gedanken ist, da so viele seiner Bilder den Club schmücken.

Das Duo The Morning verabschiedete sich vorübergehend, und Eric setzte den Auftritt allein fort. Seine Finger glitten diesmal wesentlich souveräner über die Saiten, sodass wir Paul Gilbert kein bisschen vermissten. Natürlich darf man auch Erics markante Stimme nicht vergessen, die sich souverän durch eine Reihe von Mr. Big-Hits kämpfte. Das Publikum vor der Bühne stand Eric die ganze Zeit zur Seite – sowohl mit Begleitgesang als auch mit rhythmischem Klatschen. Nach knapp einer Stunde gönnte sich Eric auch diesmal eine Pause, und wir bestellten ein frisches Bier. Nach zwanzig Minuten kehrte er auf die Bühne zurück, und gemeinsam sangen wir Shine. Eric machte weiter mit Dancing with my devils, dann rief er das Duo The morning erneut auf die Bühne. Alessio und Antonio griffen zu ihren Instrumenten, und aus allen Kehlen schallte das fast schon legendäre To be with you durch den Club. The morning blieben bis zum Ende des Auftritts mit Eric auf der Bühne und bereicherten so die Klangkulisse – was das Konzert noch besser machte, als es ohnehin gewesen wäre. Auch Eric war auf der Bühne entspannter in Gesellschaft der beiden anderen Musiker, das Zittern der Hände war verschwunden, und Eric meisterte diesmal mühelos nicht nur seinen Gesang, sondern auch sein Instrument. Bei 30 days in the hole krönte er seine gute Laune damit, dass er vor der Bühne mitten ins Publikum tanzte, und während des gesamten Auftritts feuerte er das Publikum zur Mitmacherei an – ob beim Mitsingen, beim Tanzen oder beim rhythmischen Klatschen. Aber alles Schöne hat einmal ein Ende: Eric sang mit The morning in der obligatorischen Zugabe noch Don’t stop, und gegen halb eins morgens war das Konzert zu Ende. Wir machten uns zufrieden auf den Heimweg, in der Hoffnung, nicht wieder allzu lange auf einen erneuten Besuch von Eric in der Bluesiana warten zu müssen.

Setlist

1. Take cover
2. Where do I fit in
3. Like water over the bridge
4. Superfantastic
5. Kansas
6. There goes the neighborhood
7. Woodoo kiss
8. Just take my heart
—Pause—-
9. Shine
10. Dancing with my devils
11. To be with you
12. Crossroad
13. Stranger in my life
14. My new religion
15. Wild world
16. Going where the wind blows
17. 30 days in the hole
—Zugabe—
18. Don’t Stop

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