Auch Sabaium verirrten sich in die Todesräucherkammer des Iltisses (2013)

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Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Nina Grad

Ort: Ljubljana / Orto bar / Slowenien
Konzertdatum: 07.03.2013
Besucherzahl: 35
Eintrittspreis: 4,00€

Sabaium kommen! In die »Todesräucherkammer des Iltisses«! In Ljubljanas bekannter Musikszene, die als Treffpunkt und Zuflucht für Bands gilt, bringen die steirischen Extremzündler der Metal-»Komödie« nach langer Zeit wieder eine willkommene Abwechslung in das ohnehin bunte musikalische Mosaik, das das Clubkonzertangebot unserer Hauptstadt zu bieten hat.

Die Band, die bald ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern wird, hat mit dem Album »Connection Lost« im Jahr 2010 bewiesen, dass sie den Reifetest bestanden hat. Das Album ist ein Qualitätszeugnis eigenwilliger Ansätze, die in einer gelungenen Kollision die Genregrenzen zwischen melodischem Death Metal und gotischen Elementen – ja, sogar Doom-Elementen – überbrücken (guten Morgen, Freunde von Paradise Lost).

Obwohl die Band höflich bis halb elf wartete, versammelten sich im Obergeschoss des Orto Bar nicht mehr als dreißig Neugierige und Enthusiasten, die mit ihren harten Schädeln in den rasenden Strudel des Death-Metal-Tornados eintauchen wollten. Hand aufs Herz: Viel Headbanging war an diesem Abend wirklich nicht zu sehen. Aber nicht etwa wegen einer zufälligen »Blutarmut« der Band – das musste man nicht befürchten –, sondern schlicht und einfach deshalb, weil der Andrang an diesem Abend wieder einmal mager war. Und so war beim Konzert, egal wie sehr sich die Band auch mühte, ihr letztes Energiequant herauszupressen, kein echter Energiefluss zwischen Publikum und Band zu spüren.

Jedenfalls tritt das Sextett auf die Bühne und bietet zum Auftakt einen Dreierpack Tracks vom aktuellen Studioalbum »Connection Lost« (2010). Das Klangbild war nicht gerade das Gelbe vom Ei. Wer näher an der Bühne stand, hat wirklich den Kürzeren gezogen, und auch die Leere im Raum forderte ihren Tribut: Ohne echte Schallabsorption dröhnte vor der Bühne alles verdammt nochmal wie verrückt! Die Gitarren waren zu leise eingestellt, weshalb die Harmonien in den melodischen Passagen kaum herauszuhören waren. Die Keys waren so gut wie gar nicht zu vernehmen – ausgenommen in den Passagen, wo die Gitarren auf »Clean«-Picking umschalteten. Auch Milkos Klargesang wurde von dem Getöse begraben. Entscheidend ist aber, dass Sabaium mit ihrer Bühnenpräsenz, Agilität, Kinetik und Dynamik bewiesen haben, dass erfahrene Musiker sich von so einer Situation keinesfalls aus der Bahn werfen lassen. Das brutale Growling-Wechselspiel zwischen den beiden Gitarristen und dem Rückkehrer Milko Krener (der in erster Linie für den melodischen Klargesang zuständig ist) sowie das engagierte Spiel des Sextetts, zusammengepfercht auf der schmalen, aber stets gastfreundlichen Bühne des Orto Bar, funktionierte über die gesamte Konzertdauer einwandfrei.

Die Band präsentierte hauptsächlich das Album »Connection Lost«, überraschte mit dem Umstand, dass sie kein einziges Stück vom Album »Gravtiy Divine« ins Repertoire aufnahm, und machte dieses schmerzlose Manko wett durch die Aufnahme des neuen Tracks »Hollow Man«, der signalisiert, dass im Hintergrund bereits an einem neuen Album gearbeitet wird. Sabaium lockerten das Repertoire auch mit älteren Klassikern vom Album »Beyond« auf (»Serpent«, »Tiha pesem«, »Through Eternity«, »Promised Paradise«); für besondere Abwechslung des Abends sorgte »Zadnja danitev«, eine Bearbeitung von »Last Offer« vom Debütalbum »Embraced With Silence« (1999), das im Repertoire ebenfalls durch »Black Heart« vertreten war.

Mit ihrem Auftritt im Orto Bar haben Sabaium bewiesen, dass sie sich zu einer gefestigten und souveränen Bühnen- und Kreativeinheit entwickelt haben, die den richtigen kreativen Schwung, die nötige Stabilität und die richtige Betriebstemperatur gefunden hat. Diesmal keine allzu faszinierende Erfahrung – doch dafür konnte die Band selbst nicht viel. Umso gespannter darf man auf die nächsten künstlerischen Schritte der Truppe warten: Der neue Track »Hollow Man« deutet auf eine weitere Vertiefung der Entwicklungsrichtungen des aktuellen Studiowerks »Connection Lost« hin.

Setlist

1. Infected
2. Scars
3. Nothingness
4. Serpent
5. Connection Lost
6. Hollow Man
7. Invisible
8. Edge Of Darkness
9. Zadnja danitev
10. Through Eternity
11. Tiha pesem
12. Promised Paradise
13. Black Heart
14. Control Domain

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