Fünftes Metal Weekend im Zeichen von Black und Death Metal
Ort: Kranj / TrainStation / Slowenien
Datum: Samstag, 27.04.2019
Die Feiertage hatten begonnen, für manche auch die Schulferien. Der Zeitpunkt war ideal für ein ordentliches Konzert. Und genau in Kranj war das letzte Aprilwochenende für das Metal Weekend reserviert. Im zweiten Teil, der am 27. April stattfand, war die Bühne für die eher black- und death-metallischen Bands vorbehalten. Im Club Trainstation machte die Tournee Europe Under Black Death Metal Fire Station, auf der Belphegor, Suffocation, God Dethroned, Nordjevel und Darkrise unterwegs waren.
Als Erste traten die Schweizer Brutalos Darkrise auf, die soliden Death Metal präsentierten – angemessen brutal und intensiv. Klanglich ziemlich modern, doch beim Stil selbst waren Einflüsse brutaler Death-Metal-Bands aus den Neunzigern zu spüren. Darkrise zeigten in knappen dreißig Minuten, dass es sich lohnt, auch die ersten Acts zu checken. Der Band sah man an, dass sie Erfahrung hat; der eine oder andere Patzer war dabei, aber als Gesamtpaket überzeugten Darkrise. Auf jeden Fall ein sehr gutes Warm-up.
Mit der norwegischen Black-Metal-Band Nordjevel kamen Black-Metal-Fans voll auf ihre Kosten. Die junge Band, in der erfahrene Musiker spielen, machte erstmals beim letztjährigen Festival Metaldays auf sich aufmerksam, bekam dort mit ihrem frühen Slot aber nicht die richtige Resonanz. Diesmal sah die Sache schon anders aus. Anfangs wirkte es, als würden Nordjevel eine billige Version von Black Metal spielen, doch mit jeder Nummer war mehr Dynamik zu spüren. Optisch wirkten Nordjevel ziemlich klischeehaft, musikalisch überzeugten sie aber genug, um zu zeigen, dass im Black Metal noch nicht alles ausgelutscht ist.
God Dethroned sind alte Bekannte auf slowenischen Bühnen. Die Band reaktivierte sich vor einigen Jahren, nachdem Kopf Henri Sattler entschieden hatte, sie 2012 zu begraben. Doch nach ein paar Jahren erweckte Sattler God Dethroned wieder zum Leben und bestätigte das Comeback zusätzlich mit dem Album The World Ablaze, dem ersten Album der Band seit sieben Jahren. God Dethroned spielten die eine oder andere Neuigkeit, aber Sattler und seine Kumpel zogen lieber einen Querschnitt durch die Diskografie und boten eine Art Best-of-Repertoire. So konnte man unter anderem Villa Vampiria, Poison Fog, Soul Sweeper, Nihilism usw. hören. God Dethroned hatten außerdem einen sehr guten Sound, sodass man ihre Musik, die sich als melodischer Blackened Death Metal versteht, noch besser genießen konnte. Nichts zu meckern. God Dethroned sind definitiv nicht abzuschreiben. Man wünscht sich vor allem, dass sie beim nächsten Mal noch ein paar Songs mehr spielen.
Suffocation sind alte Bekannte auf slowenischen Bühnen. Die Band genießt leider nicht mehr denselben Ruf wie zu Zeiten, als Frank Mullen bei der Band am Growlen war. Damit tut sich natürlich die Frage auf, ob es sich überhaupt noch lohnt, Suffocation nach all den Umbesetzungen zu checken, von denen mit Gitarrist Terrence Hobbs und Derek Boyer nur noch zwei ältere Mitglieder übrig sind. Der Auftritt von Suffocation wirkte nicht vielversprechend. Bassist Derek Boyer kämpfte mit starken Rückenschmerzen. Boyer biss sich durch und spielte das gesamte Konzert, war aber aufgrund der Schmerzen gezwungen, den ganzen Abend auf der Stelle zu stehen. Zweifellos löblich, dass Boyer es trotz seiner Probleme bis zum Ende durchgehalten hat.
Was das Gespielte betrifft, gab es keine übermäßigen Ausreißer. Instrumental ist die Band mit ihren brutalen und technisch präzisen Gitarren nach wie vor stark. Drummer Eric Morotti ist angemessen schnell und präzise, da gibt’s am Schlagzeug nichts zu beanstanden. Der wohl größte Stolperstein könnte Sänger Ricky Myers sein. Da es sich aber nur ums Growlen handelt, ist das mehr ein Aufwärmen von warmem Wasser. Myers ist kräftig und tief, nur etwas weniger verständlich als sein Vorgänger. Beim Repertoire waren keine großen Veränderungen zu spüren. Es war der eine oder andere neuere Song vom Album …of The Dark Light dabei. Ansonsten spielte die Band die Klassiker wie Catatonia, Pierced From Within, Liege of Inveracity, Infecting The Crypts usw. Fazit: Suffocation können immer noch auf soliden Niveau liefern.
Ähnlich wie Suffocation sind auch die österreichischen Belphegor häufig in Slowenien zu Gast. Die Fanbasis ist so groß, dass der Krainer Trainstation bis in den letzten Winkel gefüllt war. Belphegor gingen die Sache souverän, aggressiv und hinreichend finster an, was bei der Band ja seit jeher bekannt ist. Vor allem in den letzten Jahren überzeugen sie ein bisschen mehr mit extrem schnellen Drummern, die Belphegor aus der Masse herausheben. Der aktuelle Drummer, der den Spitznamen Ravager trägt, hielt die restlichen Mitglieder während des gesamten Konzerts in exaktem Tempo und Rhythmus. Für Belphegor ist das entscheidend, wenn sie in der Flut an Extrembands herausstechen wollen.
Belphegor setzten mit ihrem Repertoire den Schwerpunkt auf neueres Material, ließen aber natürlich auch ältere Sachen wie Stigma Diabolical, Lucifer Infestus und Sanctus Perversum nicht aus. Obwohl Belphegor als Black/Death Metal eingestuft werden, war der Black Metal stärker präsent. Mit der Zeit können sie eintönig werden. Zu viel Fokus auf Geschwindigkeit und simple Gitarrenriffs kann das Ganze trocken wirken lassen. Aber das Publikum war mit dem Konzert zufrieden, was auch widerspiegelt, dass Belphegor eine erfahrene Band sind, die fleißig arbeitet und tourt. Mit ihrer Konstanz haben sie es geschafft, eine treue Fanbasis aufzubauen, was sich auch diesmal zeigte.
Im Krainer Club Trainstation fand im zweiten Teil des fünften Metal Weekends ein Konzert statt, das mit Belphegor, Suffocation, God Dethroned, Nordjevel und Darkrise die perfekte Kombination aus Black und Death Metal bot.
Fotos: Nina Grad























































