Schlammiges Plantschen mit Metallica im magnetischen Todesfeld (2010)
Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik
Ort: Hipodrom / Zagreb / Kroatien
Konzertdatum: 16.05.2010
Besucherzahl: 20
Kartenpreis: 300,00HRK
„Death Magnetic“, das neue Studioalbum der giftigen Metallica, hat die Band schließlich in die unmittelbare Nähe unserer Gefilde geführt. Wohin sonst als wieder nach Zagreb. Das neue Studioalbum hat die Hoffnung zurückgebracht, dass Metallica noch in der Lage ist, etwas von jenem reaktiv frischen Napalm herauszuschlagen wie in den guten alten Zeiten, den Zeiten vor „St. Anger“. Und mit ihren letzten Besuchen in Europa hat die Band bestätigt, dass sich auf der Bühne für Metallica rein gar nichts geändert hat. Wenn du ihnen begegnest, hast du das Gefühl, noch immer dieselbe Metallica vor dir zu haben, die im Zorn jugendlich frischer Vehemenz des Aufbegehrens, im Feuer der Leidenschaft und dem Drang sich zu beweisen, mit der linken Hand nur das Beste aus der Essenz ihres Wesens haut. Die Band hat in sich jene charakterliche Eigenschaft bewahrt, dass man ihr in nichts widersprechen kann, wenn Echtheit und Authentizität in Frage gestellt werden. Metallica sind eben die Art von Giganten, die für ihre Position blutigen Schweiß vergossen haben, dabei aber einen bodenständigen und volksnahen Umgang mit ihren Fans bewahrt haben. Arroganz und Überheblichkeit sind Fremdwörter für sie. Und das ist jene charakterliche Größe, die ihre Fans am meisten schätzen und respektieren. Schließlich wird Respekt mit Respekt bezahlt, und diese Art von Energieaustausch fließt in der Regel in die entgegengesetzte Richtung zurück (sofern die Verhältnisse natürlich geklärt sind). So war es immer und so wird es immer sein. Metallica bleibt hungrig nach Konzertauftritten, und wenn sie auf der Bühne erscheinen, scheuen sie keine Mittel, sich redlich an der Energie zu sättigen, wenn sie das Zusammensein mit ihren Anhängern teilen.
Es war ein Mai-Termin, und die Vorgruppen Gojira sowie Fear Of Factory, die Metallica durch den April auf der Europatournee begleitet hatten, als Metallica vor allem im östlichen Teil Europas konzertierte, wurden durch High On Fire aus den USA sowie die Dänen Volbeat ersetzt. Für sieben Termine. Bis Ende Mai. Anschließend bricht Metallica nach Australien auf, wo sie im Rahmen einer bereits völlig ausverkauften Tournee auftreten wird.
| HIGH ON FIRE: 19.50-20.20 |
Die erste Vorgruppe High On Fire ist eine kalifornische Mischung aus Stoner und Sludge – natürlich sind da metallische Riffs, schwarz, unheilverkündend und oft gezielt verhaltener Halbton-Natur. Die Rhythmussektion ist abwechslungsreich, und zwischen den „hohl“ geformten Gitarrenphrasen gönnt sich der Schlagzeuger oft die Freiheit, den leeren Raum mit bildhaften Übergängen zu füllen, sodass das Ganze flüchtig durch die schwarze Atmosphäre auch jene Manilla Road heraufbeschwört, die für einen Moment das Gespür für Epik verloren haben. Dennoch hat der verzweifelte Sound irgendwie die traurige Erkenntnis nahegelegt, dass es gut wäre, High On Fire so schnell wie möglich von der Bühne zu holen, denn das oft unverständliche Dröhnen, das durch einen erkältet-kehligen „Troll“-Gesang gesiebt wurde, bringt dem Besucher an diesem Tag nichts anderes als dumpfe Taubheit Das Trio der „Drahtbiegler“ erbarmte sich nach einer halben Stunde und beendete den Auftritt, der der Promotion des neuen Studioalbums „Snakes For The Divine“ gewidmet war. Halleluja.
| VOLBEAT: 20.40-21.20 |
Wer sich noch an den längst vergangenen Auftritt von Metallica in Ljubljana erinnert – wenn ich mich nicht irre, war das im Juni 1999 –, der weiß, dass auch damals vor Metallica Dänen die Konzerte eröffneten. Als Volbeat. Nur dass jene Dänen damals eine Band waren, bei der sich Metallica einst das Handwerk abschaute. Mercyful Fate mit King Diamond am Gesang! Nun, Volbeat sind alte Bekannte, die Metallica bereits im vergangenen Jahr auf der Amerika-Tournee begleitet haben. Sie touren enorm viel und befinden sich deshalb in ausgezeichneter Form, was die Eingespielheit betrifft. Hinter sich haben sie drei Studioalben, und die auf den ersten Blick naive Kombination prägender Eigenschaften von Rock ’n‘ Roll, Rockabilly, sogar Country mit Thrash-Metal-Riffs wirkt bei Weitem nicht unbeholfen, inhaltlich unüberzeugend oder ohne den entsprechenden Energiepuls. Mit der richtigen Portion federnder Punk-Arroganz ist das Maß voll, und Volbeat ist eine der schöneren Überraschungen auf dem heutigen geistig und ausdrucksmäßig verödeten Rockparkett, das nur von besserem und schlechterem Plagiat lebt. Volbeat ist es in der Masse des Konformismus gelungen, mehr herauszuholen. Eine mutige Mischung zu bieten und einen unverwechselbaren eigenen Stil. Volbeat hat seine ausgelassene, aber adrenalinreiche Seite gut 40 Minuten lang auf der Bühne zur Schau gestellt, als sich aneinanderreihten: The Human Instrument, womit sie den Auftritt eröffneten, danach Hallelujah Goat, Sad Man’s Tongue (letztere widmete die Band Johnny Cash), Mr. And Mrs. Ness, Pool of Booze, Booze, Booza, Radio Girl, Caroline Leaving, Still Counting, Guitar Gangsters & Cadillac Blood. Der Sound war natürlich nicht der beste. Die Gitarren etwas verdeckt und die Drums in den Vordergrund geschoben. Michael Poulsen hat aber besonders in der zweiten Hälfte die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als er seine Stimmbänder auf die richtige Betriebstemperatur brachte und mit dem gezielten Suchen eines Elvis-Anklangs im Gesang jenen unverwechselbaren Stempel auf die Eigenkompositionen von Volbeat setzte. Den Stempel, wegen dem der Fan ihrer Musik kommt. Volbeats Erscheinen auf der Bühne hat gezündet! Leider nicht auf vollen Touren. Dafür muss man in einen Saalraum, wo die Band als Hauptact des Abends spielt. Das Cover I Only Wanna Be With You wurde natürlich in strikt Volbeat-Manier aufgeführt – zerstörerisch und gleichzeitig unterhaltsam! Volbeat sind nämlich die reinsten Positivisten. Das Lied, dessen Original Dusty Springfield gehört, hat die Band für ihr Studioerstlingswerk „The Strength/The Sound/The Songs“ aus dem Jahr 2004 aufgenommen.
Volbeat sind heiß. Im September erscheint das neue Album „Beyond Hell/Above Heaven“, im November dieses Jahres brechen sie dann zu einer neuen Europatournee auf, bei der man sie am 06.11.2010 am nächsten, in Graz also, erleben kann.
| METALLICA: 21.10-23.20 |
Die Giganten des Metal-Handwerks traten diesmal zum ersten Mal in ihrer Karriere in Kroatien auf! Wie stets begleiteten sie auch diesen Auftritt einleitend mit Morricones The Ectasy Of Gold, das auf riesigen Leinwänden eine Szene aus dem Film The Good, The Bad And The Ugly mit dem irrenden Eli Wallach inmitten eines endlosen Friedhofs zeigt. Die Scheinwerfer verdunkeln sich für einen Moment, dann brüllt es in voller Lautstärke los und die Masse von 20.000 Menschen füttert sich bereits eifrig mit den Salven des stählernen Sturmgewehrs Creeping Death. Der Bühnenaufbau war zweigeschossig. Wenn wir die Bühne als Erdgeschoss bezeichnen und Ulrich deutlich näher am Publikum aufgestellt ist, nur wenig hinter der Frontlinie aus Gesang, Gitarre und Bass, dann ist hinter Ulrich über die gesamte Länge der riesigen Bühnenkonstruktion, wie man sie bei den größten europäischen Festivals antrifft, eine zusätzliche Bühne aufgebaut. Auf ihr sind zusätzliche Requisiten vorbereitet (Mikrofonständer, Akustikgitarren). Ein solcher Raum ermöglicht es der Band, während des Auftritts über alle Grenzen auszubrechen und sich zu entfalten. Unter dieser zusätzlichen Bühne befindet sich der Bereich, in den sich die Band in Pausen zurückzieht, wenn das Personal auf der Bühne gewechselt werden muss. Das ist auch der Bereich, wo sich die Techniker befinden, die durch abgedunkelte, aber durchsichtige Vorhänge präzise und ständig verfolgen können, was mit Metallica auf der Bühne passiert.
Nach Creeping Death bleibt Metallica giftig und unnachgiebig! Hier ist ein neuer Klassiker, dem sich die entblößte Menge mitten im Schlamm und Regen fanatisch verneigt – For Whom The Bell Tolls! Der Sound praktisch von Anfang bis Ende des Konzerts: ausgezeichnet. Soli hörbar, Riffs klar, Ulrichs Festung einzigartig beschaffen und das Gift von Hetfields erhaltenem Gesang wirkt wie ein magischer Elixirtrank. Unnachgiebig und mit aller Kraft! Der strenge, teuflische, von unter den Brauen hervorgerichtete Blick des Sängers/Gitarristen spiegelte die vollständige Fokussierung von Geist und Seele auf den Moment des Auftritts in Zagreb wider. Was den Sound betrifft, darf man das Faktum nicht außer Acht lassen, dass man sich irgendwo in einem Radius von bis zu 100 Metern von der Bühne befinden musste. Weiter hinten trug der Wind den Sound davon, was man proportional zur Entfernung des Zuhörers von der Bühne spürte – diesmal aber lag es am Einzelnen, ob er den Schlamm und den guten Sound wählt oder nur das durchnässte Gras (den „festen“ und „sauberen“ Stehplatz), dafür aber die guten Klangverhältnisse opfert (sei hierbei angemerkt, dass der Autor dieses Artikels auch heute noch den ganzen Tag nach Schlammbrei stinkt).
Die Band springt kurz, aber „groovy“ auf die „Reload“-Single Fuel über, würzt sie mit den ersten Pyrotechnik-Effekten und kehrt unmittelbar danach zum neuen klassischen Marsch Ride The Lightning zurück. Es folgt eine kurze Pause. Die Bühne taucht in Blau. Auf der oberen Bühne, über den Drums, leuchtet ein Scheinwerferstrahl auf James Hetfield. Der öffnet auf der Akustikgitarre das einleitende „Geflecht“ des klassischen Epos der Band Fade To Black. Ich kneife mich ob der außerordentlichen Atmosphäre, die der Energiefluss freisetzte, der sich von der Bühne löste. Die Band spielt als Quartett auf vollen Touren, kommuniziert ständig untereinander, heizt das Publikum routiniert an und erzeugt mit dem Charisma der unnachgiebigen metallischen Schufterei jenes Gefühl von Unbesiegbarkeit auf der Bühne. Kaum 25 Minuten sind vergangen, und schon liegt die Hälfte des kultigen „Ride The Lightning“-Albums hinter uns.
Hetfield hat in den Pausen ständig das Publikum gefragt, ob es ihm gut geht. „Wenn es euch gut geht, geht es auch Metallica gut!“ und ähnliche Anheizungen seitens des charismatischen Frontmanns haben im Nu das Publikum an sich gekettet, das keinerlei Rücksicht auf den beißenden Regen und den rutschig-sumpfigen Boden unter den Füßen nahm. Die Stimmung beruhigte sich jedoch etwas, als die Besetzung neue Songs in Angriff nahm. Als wir ihre Aufführung genossen, fiel es nicht schwer, die Schlussfolgerung zu ziehen, dass das neue Material im Zusammenspiel mit dem älteren, das die Band live spielt, hervorragend funktioniert. Besonders davon überzeugte in voller Stärke das großartige Epos The Day That Never Comes. Ein Lied, das zwar einem Klassiker vom Typ One keine Schuhe anziehen kann, das aber gleichzeitig darauf hingewiesen hat, dass es besser wäre, wenn Metallica das gesamte „Death Magnetic“ live spielen und als Studioalbum herausbringen würde. Wer das Album kennt, weiß wahrscheinlich, dass der Produzent der Band im Studio buchstäblich die Seele gestohlen hat – so verheerend klingt der Sound des völlig hohlen Inhalts darauf. Aber live wirken die Songs von „Death Magnetic“ in voller auferstehender Kraft.
Es ist erwähnenswert, dass Lars Ulrich mehrmals beim Einsetzen der Doppelbassdrum-Läufe zu spät war oder schlampig war. Das war besonders bei der Aufführung des kultigen One zu spüren. Na, sowas. James Hetfield ist jenes Bandmitglied, das mit der Kraft seines dämonischen Charmes so ziemlich alle kleinen, unerwünschten Fehlerchen oder absichtlichen Schlampigkeiten überdecken kann. Natürlich sollte das bei einer Band wie Metallica nicht sein, aber auch diese Jungs sind letztendlich nur aus Fleisch und Blut. Hetfield ist also der Hauptträger in der Band, der alle Fäden in seinen Händen hält, wenn es gilt, Metallica auf der Bühne als kompakte und geeinte Bühnenfigur zu präsentieren, die live so schnell nichts aus der Bahn werfen kann. Er hat das Konzert fantastisch gesungen, besonders beeindruckte sein charakteristischer Ausdruck des grinsend-stechenden Blicks von unter den Brauen hervor, mit dem er das siegreiche apokalyptische Ambiente, die zerstörerische Magie, die nur Metallica kennt, krönte.
Nach Broken, Beat And Scarred, die James dem Zagreber Publikum widmete, folgt eine längere Unterbrechung. Die standardmäßige Einleitung, die den Krieg auf die Bühne brachte, als Maschinengewehre ratterten, Tiefflieger den Himmel durchschnitten und die in Dunkel gehüllte Bühne mehrmals von Pyrotechnik-Detonationen und sogar echtem Feuerwerk erschüttert wurde. Nach dem Abklingen steht auf der oberen Bühne eine einzige, einsame Silhouette. One! James Hetfield. Das war auch die Ansage, dass der reguläre Teil des Konzerts ins dritte und abschließende Drittel übergeht. Dass von hier an nur noch Klassiker folgen. Hammetts Gitarre funktionierte in den Soli von One einzigartig. Im Sound gleichwertig, im Spiel absolut überzeugend. Die Mannen haben nicht aufgehört und das Publikum mit Master Of Puppets weiter im Deliriumbann gehalten, dann aber für einen Überraschungsmoment der Setlist auf dem Album „Master Of Puppets“ geblieben und einen Sack Gift in das verheerend ratternde Battery gespuckt.
Jedenfalls gab es nicht viel zu raten, dass Metallica früher oder später noch etwas vom Album „Metallica“ in den Repertoire aufnehmen müsste. Die kommerzielle Ballade, die alle satt gemacht hat. Verdammt! Wo bleibt da die Rechtgläubigkeit, ihr echten Metaller? Bei Ride The Lightning seid ihr fast tot, während Horden von Tausenden ihre Kehlen für das „abgedroschene“ Nothing Else Matters öffnen. Der einleitende Teil vor Nothing Else Matters präsentierte die Soloeinlage von Kirk Hammett, der zarte akustische, fast klassisch-barock geschwungene Motive webte, die still ankündigten, dass um die Kurve die Aufführung dieser Ballade wartet! Bitte kein Jammern! Die Energie war phänomenal und ließ Schauer die Wirbelsäule hinunterfahren. Das galt praktisch für das gesamte Konzert. So viel Gänsehaut hat meine Haut schon lange, lange nicht erlebt wie diesmal beim Metallica-Konzert in Zagreb. Noch der obligatorische Enter Sandman und der reguläre Teil des Auftritts endet.
Die Band ist jedoch bald wieder mit uns. Hetfield kündigt den ersten Song ungefähr so an: „Das ist der Teil des Konzerts, wo Metallica immer ein Cover spielt. Wir spielen euch einen Song der Band, die uns inspiriert hat, mit Musik anzufangen!“ Mamma mia! Es gibt nichts Schöneres, als dem Lied Am I Evil? der N.W.O.B.H.M.-Veteranen Diamond Head in den geübten Händen von Metal-Titanen wie Metallica zu lauschen. Eine magische Wahl unter den potenziellen Kandidaten wie Helpless, The Prince oder It’s Electric! In Zeiten, als Metallica noch schüchtern hinter den Türen ihrer Garagen-Anfänge an den Klängen von Diamond Head rieb, blieben wir stehen. Aber diesmal gleich bei zwei Eigenkompositionen! Es war weder Motorbreath noch Whiplash, sondern gleich die Eröffnung des Erstlings „Kill ‚Em All“ mit Hit The Lights! Das lawinenhafte Salvenfeuer aller verfügbaren Maschinengewehre verlängerte die Besetzung noch um das erwartete Seek And Destroy und hob die durchnässte, durchgefrorene, aber gewiss selige und erlöste Menge, die so ein letztes Mal wacker im Schlammsee des Zagreber Hipodrom schwamm, ein letztes Mal hoch auf die Zehenspitzen!
Jedenfalls wurde aus diesem Event das Maximum herausgeholt, angesichts der ungünstigen Wetterbedingungen. Wären die Bedingungen trocken gewesen, hätte auch die Gegenenergie seitens der Menge mehr betragen. Aber die war schon ziemlich erschöpft. Sie hatte den Kampf mit der Kälte durchgestanden (10-11°C), war bis auf die Haut durchnässt… So wird man zwingend auf eine neue Gelegenheit warten müssen, Metallica in einer geschlossenen Halle zu erleben oder sie irgendwo draußen zu erwischen, wenn über Europa ein Hochdruckgebiet herrscht.
Vielleicht hätte man sich diesmal gewünscht, noch den einen oder anderen Klassiker mehr zu hören. Statt eines neueren „Death Magnetic“-Songs noch einen aus „…And Justice For All“, aber wie man es auch dreht und wendet, die Präsenz des „Ride The Lightning“-Albums in der Setlist ist mehr als traumhaft.
Nach alldem kann man sich als Mensch nur eines sagen: Metallica ist Metallica geblieben. Metallica für alle Ewigkeit. Das ist eine Band, die das Gepäck gigantischer Super-Ausrüstung nicht nutzt, um ihr Spiel hinter kosmetischen Mitteln zu verstecken. Natürlich sind Effekte für das vollständige Spektakel manchmal unerlässlich, aber durch all diese Bühnenmaschinerie hindurch blitzt und leuchtet das Spiel der Aufführung auf der Bühne mit aller zerstörerischen Hingabe des Geistes echter Aufsässigkeit frei. Ständig ist die Bühne voller Jungs, wenn sie unaufhaltsam über sie rennen, in Duellen Schulter an Schulter stehen und sich gegenseitig während des Spiels anspornen. Sie wirken wie 20-jährige Jünglinge, die gerade frisch aus dem Keller-Proberaum auf ihre erste richtige Tournee aufgebrochen sind. Zugänglich und nah an den Massen. Natürlich reden wir von „Bodenständigkeit“, insoweit sie der musikalische Professionalismus zulässt. Für Metallica gibt es also keinen „oberflächlichen Furz“ des schlechten Geschmacks, kein Kauern, Schwanken oder Einknicken. Die Band bewahrt Vehemenz, Kraft und die unnachgiebige Bühnenpräsenz eines Unikats, das ihr Titanentum rechtfertigt. Ungeachtet des abscheulichen Wetters, das uns begleitete, ist es letztendlich vollkommen egal, ob du nass, trocken, schlammig oder sauber bist, ob du stinkst oder gut riechst. Nur eines zählt. Der Glaube an Metal! Und davon gab es bei diesem Metallica-Konzert im Überfluss.
Nach dem Konzert, als die unüberschaubare Horde zu ihren Fahrzeugen taumelte, traf uns alle plötzlich eine unerwartete Nachricht wie ein Blitz! Ronnie James Dio war gestorben! Und da begriffen wir, warum der Himmel den ganzen Tag so unerbittlich getrauert hatte…
Setlist
1. Creeping Death 2. For Whom The Bell Tolls 3. Fuel 4. Ride The Lightning 5. Fade To Black 6. That Was Just Your Life 7. The End Of The Line 8. The Day That Never Comes 9. Sad But True 10. Broken, Beat And Scarred 11. One 12. Master Of Puppets 13. Battery 14. Nothing Else Matters 15. Enter Sandman —Zugabe—- 16. Am I Evil? 17. Hit The Lights 18. Seek and Destroy
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