Psihomodo Pop trugen zur Verbesserung der slowenisch-kroatischen Beziehungen bei (2009)
Fotos: Aleš Podbrežnik
Ort: Cvetličarna Mediapark, Ljubljana
Konzertdatum: 25.02.2009
Besucherzahl: 700
Kartenpreis: 25 €
Zum ersten Mal hörte ich Gobac und seine Truppe in der Golovec-Halle in Celje vor ungefähr 12 Jahren (Wie schnell die Zeit vergeht!) und als Gymnasiastin beobachtete ich aus sicherer Entfernung, wie viele Teile Unterwäsche auf die Bühne oder von ihr fliegen würden. Ähnlich wie Iggy Pop zeigte auch der Frontmann der Psychos gerne seinen durchtrainierten Körper und stellte oft sogar physischen Kontakt zu den Fans in der ersten Reihe her.
Was das Flirten mit dem weiblichen Teil des Publikums betrifft, hat sich nicht viel geändert, aber Psihomodo Pop liebäugeln nicht nur mit dem Publikum, sondern auch mit verschiedensten Musikstilen – von urwüchsigem Rock and Roll über wilden, halsbrecherischen Punk, der uns in die goldene Ära der Ramones versetzt, über Blues bis hin zu neuerdings auch Reggae (für den Song Stabilno vom neuen Album Jeee! Jeee! Jeee! soll Gobac angeblich Inspiration aus seiner grenzenlosen Liebe zum legendären Bob Marley geschöpft haben).
Das Konzert begann kurz vor zehn Uhr abends. Nach drei älteren Hits hörten wir den Titelsong des neuen Albums, eine Bearbeitung des Songs Yeah! Yeah! Yeah! der Punkrocker Vibrators, mit dem die Zagreber das 30. Jubiläum des Punk Rock mitfeiern. Bei der Ankündigung des nächsten neuen Songs stichelte Gobac auch über die angespannten politischen kroatisch-slowenischen Beziehungen, da ihn angeblich unsere Medien vor dem Konzert mit dieser Frage gequält hatten. Wie banal! Seiner Meinung nach fragt sich wohl wirklich die ganze Welt, wann diese beiden Weltgrößen endlich aufeinanderprallen werden! Bravo, Davor! Soll lieber die Musik sprechen. Und das tat sie auch. Domovine sin ist eine ironische Ballade über einen abgestumpften Steuerzahler, der sich mit seinem Schicksal abgefunden hat und nur noch darauf wartet, dass der Staat ihm auch die Luft berechnet, die er atmet.
Alle Songs des neuen Albums sind das Ergebnis der kreativen Energie von Davor Gobac, mit Ausnahme des bereits erwähnten Titeltracks sowie des Songs Požar, der eine Bearbeitung von About the Fire der weltweiten Musiköffentlichkeit bestens bekannten Nancy Sinatra ist.
Man könnte sagen, dass das Donnerstagkonzert aus Promotionssicht für die neue Platte das Eis gründlich gebrochen hat (die offizielle Vorstellung hatte die Band 2 Tage später im Zagreber Boogaloo), die Jungs bleiben sich selbst treu, verschließen sich nicht vor neuen musikalischen Elementen, die sie maßvoll in ihre Musik einbringen, die Texte sind kompromisslos und auch ziemlich ironisch, auch Bühnenrequisiten sind den Jungs nicht fremd (eine Plüschschlange und ein Apfel bei der Präsentation des neuen Songs Raj) und es gelingt ihnen nach wie vor, auch die eine oder andere herzzerreißende Rockballade zu zaubern, bei der sich die Arme wie von selbst in die Luft heben und im Rhythmus tanzen.
Während des Konzerts wanderte mein Blick mehrmals zum Keyboarder Jurij Novoselič (woher kenne ich diesen Nachnamen bloß?!) – Kuzma, der sich als echtes Allroundtalent entpuppte. Er beherrscht die Keyboards gekonnt, die warmen Klänge seines Saxofons bereichern so manchen Song, wenn nötig greift er auch zum Tamburin, und er kennt sich auch mit computerproduzierten Dub-Einlagen aus. Ausgezeichnet! Nicht zu vergessen sind auch Gitarrist Vlatko Čavar – Brada und Bassist Smiljan Paradiš – Špark, die den Sänger mit Backing Vocals unterstützen.
Am Ende muss ich auch zugeben, dass ich das Donnerstagkonzert nicht nur streng professionell und objektiv erlebt habe, sondern auch als große Fanin ihrer zeitlosen Evergreens (Kad sam imao 16, Ja volim samo sebe, Osječam se haj, Pinokio, usw.), wobei ich das Bühnengeschehen und die allgemeine Atmosphäre etwas vernachlässigte und mich stattdessen auf den eigenen Genuss konzentrierte und natürlich auf die obligatorischen Kopf-Hals-Manöver, die mich noch am nächsten Morgen daran erinnerten, dass am Abend zuvor etwas stattgefunden hatte. Wie schön ist es, diese alten Hits zu hören und die Grenzen zu vergessen, die uns Raum und Zeit aufzwingen! Und die Setliste haben uns die Jungs freundlicherweise überlassen! Danke für die Zusammenarbeit und viel Erfolg beim Plattenverkauf!
Fotos: Tanja Goršič
Setliste
1. Srebrne svinje 2. Telegram Sam 3. Volim crtane filmove 4. Jeee jeee jeee 5. Domovine sin 6. Zauvijek 7. Požar 8. Kad sam imao 16 9. Bože čuvaj Psihomodo Pop 10. Rano jutro 11. Frida 12. Totalno sam lud 13. Jurim, jurim 14. Ja volim samo sebe 15. Osječam se haj 16. Raj 17. Boing 747 18. Stabilno 19. Pinokio 20. Natrag u garažu 21. Nebo 22. Ramona 23. Sexy magazin Zugabe 1: 24. Mila 25. Starfucker 26. Pile 27. Leteči odred Zugabe 2: 28. Ponekad 29. Baš kot
Bildergalerie




















